Herbstgefahren: Nasses Laub wirkt wie Schmierseife auf Gehwegen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit dem Ăbergang in die feuchtere und kĂ€ltere Jahreszeit warnen Experten und Kommunen vor spezifischen Risiken im AuĂenbereich. Neben rutschigen Wegen durch feuchtes Laub stellen vor allem geschwĂ€chte BaumbestĂ€nde in WĂ€ldern eine Gefahr fĂŒr FuĂgĂ€nger, Freizeitsportler und Tierhalter dar. Mehrere VerbĂ€nde und Fachstellen haben Verhaltensregeln fĂŒr den sicheren Aufenthalt im Freien zusammengefasst.
Sturzrisiko durch Schmierfilm auf Gehwegen
Nasses Herbstlaub beeintrĂ€chtigt die Verkehrssicherheit auf Wegen erheblich. Frank Hildebrand, PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie (DGOU), wies darauf hin, dass nasses Laub auf Gehwegen wie Schmierseife wirken könne. FĂŒr Ă€ltere Menschen bestehe bei StĂŒrzen ein erhöhtes Risiko fĂŒr schwere Kopfverletzungen und OberschenkelhalsbrĂŒche.
Carl Neuerburg von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Unfallchirurgie (DGU) betonte, dass nachlassende Muskelkraft, verlangsamte Reaktionen und ein unsicheres Gleichgewicht die Gefahr im Alter verstĂ€rken. Unbehandelte Sehprobleme, schwindelfördernde Medikamente und mangelnde Bewegung erhöhen das Sturzrisiko zusĂ€tzlich.
Als SchutzmaĂnahmen empfehlen DGOU und DGU:
- Feste Schuhe mit gutem Sitz und rutschhemmenden Sohlen tragen
- HandlÀufe konsequent nutzen und gut beleuchtete Wege wÀhlen
- Mehr Gehzeit einplanen
- Bei Bedarf auf Gehhilfen wie Stöcke oder Rollatoren zurĂŒckgreifen
- Nach wiederholten StĂŒrzen medizinische Ursachen wie Medikation oder Sehfehler abklĂ€ren lassen
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TrockenheitsschĂ€den erhöhen Risiko von AstabbrĂŒchen im Wald
In Waldgebieten geht eine wesentliche Gefahr von geschĂ€digten BĂ€umen aus. Christoph Niederberger, Direktor von Wald Schweiz, wies auf die Folgen des extremen Hitzesommers 2026 hin, der den Schweizer Wald in sĂ€mtlichen Höhenstufen und Landesregionen belastet habe. Als regionaler Brennpunkt gelten karge Kalkböden wie am Jura-SĂŒdfuss.
Trockengestresste Buchen zeigen dĂŒrre Kronen und braun verfĂ€rbte BlĂ€tter. Niederberger warnte vor unvorhersehbaren AstabbrĂŒchen; bei Wind herrsche akute Gefahr. Waldbesucher sollten auf offiziellen Wegen bleiben, Hinweise örtlicher Forstdienste beachten, gesperrte Abschnitte strikt meiden und WĂ€lder bei auffrischendem Wind konsequent verlassen.
Zudem lÀuft die Holzschlag-Saison, weshalb Anweisungen der Forstbetriebe Folge zu leisten ist. Gegen die ausgetrockneten Böden helfe nur ausgiebiger Regen, gegen drohenden BorkenkÀferbefall ein kalter Winter.
Kommunale Reinigungspflichten und StraĂenverkehr
Um Gefahrenstellen zu beseitigen, verweisen Kommunen auf die RĂ€umpflichten. Die Stadtbildpflege Kaiserslautern stellte klar, dass nasses Laub ein Verkehrssicherheitsrisiko darstellt. Bei Anliegerreinigung mĂŒssen GrundstĂŒckseigentĂŒmer auch Laub von stĂ€dtischen BĂ€umen auf Gehwegen entfernen. Kostenlose LaubsĂ€cke werden auf den stĂ€dtischen Wertstoffhöfen ausgegeben und können ab dem 10. Oktober ĂŒber GrĂŒnschnittcontainer entsorgt werden.
Auch der StĂ€dtische Regiebetrieb (SRB) Salzgitter betonte, dass Anwohner Gehwege eigenverantwortlich reinigen und Laub, Kastanien sowie NĂŒsse beseitigen mĂŒssen â unabhĂ€ngig von der Baumbesitzerschaft. Laub darf nicht in die Rinnsteine gefegt werden, um Gullyverstopfungen zu vermeiden.
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FĂŒr Zweiradfahrer mindert Laub den Grip drastisch. Ein Ratgeber fĂŒr Motorroller mahnt zur Vorsicht in Kurven, an FahrbahnrĂ€ndern und auf Schienen oder Gullydeckeln. Bei Klein- und LeichtkraftrĂ€dern gilt eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,0 Millimetern, bei anderen KraftrĂ€dern von 1,6 Millimetern, die bei NĂ€sse nicht ausgereizt werden sollte.
Achtsamkeit fĂŒr Hundehalter und Pilzsammler
FĂŒr Hunde bergen herabgefallene BaumfrĂŒchte gesundheitliche Gefahren. Nach Angaben der Stiftung TBB Schweiz können GerbsĂ€ure in Eicheln sowie Substanzen in Kastanien und NĂŒssen zu Magen-Darm-Problemen oder KrĂ€mpfen fĂŒhren. Schimmelpilze in WalnĂŒssen greifen mitunter das Nervensystem an. Zudem sollten Hunde wegen aktiver Wildtiere angeleint bleiben.
Beim Pilzsammeln mahnt das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zur Vorsicht: AusschlieĂlich zweifelsfrei bestimmte Speisepilze sammeln, keine Wildpilze roh verzehren und bei Vergiftungsanzeichen sofort medizinische Hilfe kontaktieren. Lutz Helbig vom rbb ergĂ€nzte, dass digitale Pilzbestimmungs-Apps fehleranfĂ€llig seien und im Zweifel geprĂŒfte PilzsachverstĂ€ndige der DGfM konsultiert werden sollten.
