Hermès-Skandal: Französische Justiz klagt drei Schweizer Juristen an
29.05.2026 - 21:09:42 | boerse-global.deZwei Anwälte und eine Notarin sollen an der Veruntreuung von Hermès-Wertpapieren beteiligt gewesen sein.
Ermittlungen gegen die Berater
Im Fokus steht der Schweizer Anwalt Alexandre Montavon. Die Behörden stellten ihn bereits am Donnerstag unter formelle Untersuchung. Er soll als Verwalter der Offshore-Gesellschaft Dilico eine Schlüsselrolle bei der Entwendung der Aktien gespielt haben.
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Der 83-jährige Hermès-Erbe Nicolas Puech wirft den Beschuldigten vor, gemeinsam mit seinem verstorbenen Vermögensverwalter Eric Freymond über Jahrzehnte hinweg Aktien im Milliardenwert veruntreut zu haben. Die Ermittlungen laufen seit November 2015.
Milliardenschwere Veruntreuung
Die Dimension ist außergewöhnlich. Der Gesamtwert der betroffenen Aktienpakete liegt Schätzungen zufolge bei über zehn Milliarden Euro. Puech hat zudem Zivilklage gegen den Luxusgüterkonzern LVMH eingereicht.
Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Aktien systematisch entwendet wurden, um LVMH-Chef Bernard Arnault den Aufbau einer Beteiligung zu ermöglichen. LVMH bestreitet die Vorwürfe. Der Tatzeitraum erstreckt sich über ein Vierteljahrhundert – von 1998 bis 2023.
Der tote Vermögensverwalter
Eric Freymond galt bis zu seinem Tod als Hauptverdächtiger. Gegen den 67-Jährigen war im Juli 2025 Anklage wegen Veruntreuung erhoben worden. Kurz darauf, am 21. Juli 2025, starb er – die Umstände deuteten auf Suizid hin.
Bereits seit Ende 2019 stand Freymond unter Beobachtung der Justiz. Die neuen Verfahren gegen die Schweizer Juristen zeigen: Die Staatsanwaltschaft leuchtet das Netzwerk weiter aus – ungeachtet des Todes des Hauptbeschuldigten. Der Fall gilt als einer der komplexesten Wirtschaftskrimis der europäischen Luxusgüterindustrie.
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