Herz-Kreislauf-Forschung, DFG

Herz-Kreislauf-Forschung: DFG fördert neues Zentrum in Düsseldorf mit elf Millionen Euro

16.05.2026 - 08:51:41 | boerse-global.de

Neue Studien belegen: Lebensstil senkt Risiko für Diabetes-Folgen um bis zu 79 Prozent.

Herz-Kreislauf-Forschung: DFG fördert neues Zentrum in Düsseldorf mit elf Millionen Euro - Foto: über boerse-global.de
Herz-Kreislauf-Forschung: DFG fördert neues Zentrum in Düsseldorf mit elf Millionen Euro - Foto: über boerse-global.de

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) investiert massiv in die Erforschung der Verbindung zwischen Diabetes und Herzerkrankungen. Das neue Sonderforschungsgebiet „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK" an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhält über elf Millionen Euro für die ersten vier Jahre. Der Grund: Diabetiker haben ein vierfach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen.

Erfolge bei der Prävention zeigen Wirkung

Dass Vorsorge Früchte trägt, belegen aktuelle Daten aus Brandenburg. Der AOK-Gesundheitsatlas verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Herzinfarktraten: von 420 Fällen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2017 auf 350 im Jahr 2024. Das entspricht einem Rückgang um 17 Prozent – mehr als 1.200 Fälle weniger pro Jahr. Experten empfehlen dennoch weiterhin regelmäßige Gesundheitschecks für alle über 35-Jährigen.

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Neue Erkenntnisse zum Jo-Jo-Effekt

Eine am 14. Mai im Fachblatt The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichte Studie stellt bisherige Annahmen auf den Kopf. Die Forscher Magkos und Stefan fanden keine Belege dafür, dass wiederholte Gewichtsschwankungen zu Muskelschwund oder dauerhaften Stoffwechselschäden führen. Ihr Fazit: Die Vorteile jeder Abnehmphase überwiegen in der Regel die Risiken einer späteren Gewichtszunahme. Der Jo-Jo-Effekt ist demnach nicht der Haupttreiber für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ernährungsmythen im Visier

Parallel dazu räumen Stoffwechselexperten mit populären Irrtümern auf. Die Ernährungsberaterin Kirsten Metternich von Wolff betonte in einem Podcast, dass angebliche „Hacks" wie Apfelessig-Shots oder bestimmte Nährstoff-Reihenfolgen beim Essen kaum Wirkung zeigen. Auch natürliche Süßungsmittel wie Datteln oder Kokosblütenzucker beeinflussen den Blutzuckerspiegel ähnlich wie herkömmlicher Zucker.

Der Arzt Andreas Michalsen kritisierte zudem den aktuellen Hype um eiweißreiche Ernährung. Eine ausgewogene, pflanzliche Kost decke den Proteinbedarf der meisten Menschen völlig ausreichend. Proteinshakes sollten demnach nur bei medizinischer Notwendigkeit oder intensivem Leistungssport zum Einsatz kommen.

Neue Leitlinien für Schwangerschaftsdiabetes

Ein aktuelles Symposium in Siegen befasste sich mit der wachsenden Herausforderung des Schwangerschaftsdiabetes. Mittlerweile sind zwischen 15 und 20 Prozent aller Schwangeren betroffen. Die Experten empfehlen den Einsatz von kontinuierlichen Glukosesensoren (CGM), um Risiken für Neugeborene wie Unterzuckerung oder Atemnot zu minimieren. Der therapeutische Standard: 170 Gramm Kohlenhydrate täglich, verteilt auf sechs Mahlzeiten, kombiniert mit moderater Bewegung dreimal pro Woche.

Lebensstil als wirksamste Medizin

Eine groß angelegte Studie mit 25.820 Patienten im JAMA Network Open belegt die überragende Bedeutung des Lebensstils. Patienten, die nach der Diagnose auf optimale Ernährung und regelmäßige Bewegung umstellten, senkten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 51 Prozent und für Diabetes-Komplikationen um 79 Prozent. Entscheidend: Diese Effekte traten unabhängig von der medikamentösen Therapie auf.

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WHO schlägt Alarm bei Bluthochdruck

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai vor einer globalen Gesundheitskrise. Nur jeder vierte der weltweit 1,4 Milliarden Bluthochdruck-Patienten hat seine Werte im Griff. Hauptrisikofaktor: zu hoher Salzkonsum. Die WHO schätzt, dass übermäßige Salzaufnahme jährlich zu rund 1,7 Millionen Todesfällen führt. Das globale Ziel, die Salzaufnahme bis 2030 um 30 Prozent zu senken, droht verfehlt zu werden.

Experten wie Professor Pham Manh Hung weisen zudem auf die Gefahren von sekundärem Bluthochdruck hin. Patienten, die auf mehrere Medikamente nicht ansprechen, könnten an Grunderkrankungen wie Nierenarterienstenose leiden. Die WHO prognostiziert, dass eine verbesserte Erkennung und Behandlung von Bluthochdruck bis 2050 rund 76 Millionen Todesfälle verhindern könnte.

Ausblick: Die vernetzte Stoffwechselmedizin

Die aktuellen Entwicklungen deuten auf einen Paradigmenwechsel hin: Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden zunehmend als ein zusammenhängender Stoffwechselkomplex verstanden. Eine britische Biobank-Studie im European Journal of Preventive Cardiology zeigt, dass selbst kleine Veränderungen – zehn Minuten mehr Schlaf oder fünf Minuten Bewegung täglich – das Herz-Kreislauf-Risiko um zehn Prozent senken können.

Während das Düsseldorfer Forschungsprojekt seine Arbeit aufnimmt, richten sich die Blicke auf die Jahre 2030 und 2050 als entscheidende Meilensteine. Das Ziel: weg von allgemeinen Ernährungstrends, hin zu einer evidenzbasierten, individualisierten Stoffwechselmedizin.

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