Herzdiagnose: Magnetokardiographie erkennt Erkrankungen mit 95%
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Studie belegt: Die Magnetokardiographie (MKG) erkennt Herzmuskelerkrankungen mit 95-prozentiger SensitivitĂ€t â und fand sogar FĂ€lle, die im MRT unauffĂ€llig blieben. Das Verfahren könnte die Diagnostik grundlegend verbessern.
Magnetfeld-Messung ĂŒbertrumpft etablierte Verfahren
Forscher des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZC) und der CharitĂ© â UniversitĂ€tsmedizin Berlin stellten die Ergebnisse der MagMa-Studie im Fachjournal JACC: Heart Failure vor. Die Methode misst winzige Magnetfelder, die durch die elektrische AktivitĂ€t des Herzens entstehen.
An der Studie nahmen 330 Personen teil: 110 Patienten und 220 gesunde Probanden. Das Ergebnis: 95 Prozent SensitivitĂ€t, 99 Prozent SpezifitĂ€t. Besonders bemerkenswert: Die MKG entdeckte drei FĂ€lle von HerzmuskelentzĂŒndungen, die zuvor in der Magnetresonanztomographie (MRT) unauffĂ€llig geblieben waren. FĂŒr komplexe klinische FĂ€lle könnte das Verfahren kĂŒnftig die entscheidende ErgĂ€nzung sein.
Auto wird zum Gesundheitsmonitor
Neben der Klinikdiagnostik rĂŒckt die Ăberwachung der Herzfunktion im Alltag in den Fokus. Die Technische UniversitĂ€t Braunschweig und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) zeigen vom 8. bis 12. September auf der Automechanika in Frankfurt Forschungsfahrzeuge, die wĂ€hrend der Fahrt Vitaldaten erfassen â darunter EKG, Atemfrequenz und Herztöne.
Die Idee dahinter: Herz-Kreislauf-Erkrankungen frĂŒhzeitig erkennen, ohne dass Patienten eine Arztpraxis aufsuchen mĂŒssen. Die Fahrzeuge könnten so zu automatisierten Gesundheitsmonitoren werden.
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Genmutationen entschlĂŒsselt: Ein Protein, zwei Krankheitsbilder
Forscher aus WĂŒrzburg und Heidelberg veröffentlichten am 3. August in Signal Transduction and Targeted Therapy neue Erkenntnisse zu Kardiomyopathien. Bei zwei Familien mit Mutationen im RBM20-Protein zeigte sich: Der Austausch von Arginin zu Tryptophan fĂŒhrt zur Dilatativen Kardiomyopathie (DCM), wĂ€hrend Arginin zu Leucin eine Non-Compaction-Kardiomyopathie des linken Ventrikels (LVNC) auslöst.
Mit der Genschere CRISPR/Cas9 bestĂ€tigten die Wissenschaftler den Zusammenhang mit Störungen im Kalziumhaushalt der Herzzellen. In Laborversuchen verbesserte der Wirkstoff Verapamil die Kontraktionskraft der geschĂ€digten Zellen â ein möglicher Ansatz fĂŒr zielgerichtete Therapien.
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Herzschutz bei Krebstherapie und Muskeldystrophie
Die Ăberwachung der Herzfunktion spielt auch bei Begleiterkrankungen eine zentrale Rolle. Ein Review in JAMA Cardiology vom 29. Juli betont: Vor einer Brustkrebstherapie muss das kardiovaskulĂ€re Risiko erfasst werden. Da ĂŒber die HĂ€lfte der Patientinnen Strahlentherapien erhĂ€lt, sind Dosisbegrenzungen zur Kardioprotektion essenziell.
Hoffnung gibt es auch fĂŒr Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie: Die HOPE-3-Studie (Phase III), veröffentlicht am 29. Juli in The Lancet, zeigt, dass der Wirkstoff Deramiocel den Verlust der Armfunktion bei Patienten zwischen 10 und 22 Jahren um 54 Prozent verlangsamt. Bei den 64 Teilnehmern mit bestehender Herzmuskelerkrankung stabilisierte die Behandlung die Herzfunktion. Die US-Arzneimittelbehörde FDA entscheidet bis zum 22. August ĂŒber die Zulassung.
