Herzinfarkt-PrÀvention: Antikörper Repatha senkt Risiko um 36%
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlungsmöglichkeiten fĂŒr Patienten mit einem hohen Risiko fĂŒr atherosklerotische kardiovaskulĂ€re Erkrankungen (ASCVD) stehen vor einer Erweiterung. Der Ausschuss fĂŒr Humanarzneimittel (CHMP) der EuropĂ€ischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Ende Juli 2026 eine positive Stellungnahme fĂŒr den Antikörper Evolocumab (Handelsname Repatha) abgegeben. Die Empfehlung sieht vor, das Anwendungsgebiet des Medikaments zur Senkung des kardiovaskulĂ€ren Risikos auf Erwachsene mit etablierter ASCVD oder einem hohen Risiko fĂŒr solche Erkrankungen auszuweiten.
Studienergebnisse belegen Senkung des kardiovaskulÀren Risikos
Die aktuelle Empfehlung des CHMP stĂŒtzt sich maĂgeblich auf die Ergebnisse der groĂangelegten Phase-3-Studie VESALIUS-CV. Diese Untersuchung wurde im November 2025 im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht und umfasste mehr als 12.000 Hochrisiko-Patienten. Ein zentrales Merkmal dieser Studienpopulation war, dass die Teilnehmer zuvor weder einen Herzinfarkt noch einen Schlaganfall erlitten hatten, jedoch aufgrund anderer Faktoren ein signifikantes Risiko fĂŒr derartige Ereignisse aufwiesen.
In der VESALIUS-CV-Studie konnte eine deutliche Ăberlegenheit von Evolocumab gegenĂŒber einem Placebo nachgewiesen werden. Die Daten belegen eine relative Risikoreduktion von 25 % fĂŒr den kombinierten Endpunkt aus Tod durch koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt oder ischĂ€mischem Schlaganfall (3-P MACE). Betrachtet man den erweiterten Endpunkt (4-P MACE), betrug die Risikoreduktion 19 %. Besonders deutlich fiel das Ergebnis bei der Vermeidung von Herzinfarkten aus, wo eine Reduktion des relativen Risikos um 36 % festgestellt wurde.
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Signifikante Senkung der LDL-Cholesterinwerte
Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die Wirksamkeit des PCSK9-Inhibitors ist die massive Senkung des LDL-Cholesterins (LDL-C). Laut den vorliegenden Studiendaten betrug der mediane LDL-C-Wert unter der Behandlung mit Repatha 45 mg/dL. In der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt, lag dieser Wert bei 109 mg/dL.
Der Entwurf fĂŒr das neue Label sieht vor, dass das Medikament als ErgĂ€nzung zu einer DiĂ€t und der Korrektur anderer Risikofaktoren eingesetzt werden kann. Die Anwendung kann dabei entweder als Monotherapie oder in Kombination mit der maximal vertrĂ€glichen Statin-Dosis sowie weiteren lipidbehandelnden Therapien erfolgen. Die empfohlene Zulassungserweiterung umfasst neben den neuen Patientengruppen auch die bereits bestehenden Indikationen. Dazu gehören die primĂ€re HypercholesterinĂ€mie, die gemischte DyslipidĂ€mie sowie die homozygote familiĂ€re HypercholesterinĂ€mie (HoFH).
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Hintergrund und regulatorischer Fortgang
Evolocumab ist in der EuropĂ€ischen Union bereits seit dem Jahr 2015 zugelassen. Seit der MarkteinfĂŒhrung hat das Medikament verschiedene Erweiterungen des Anwendungsspektrums durchlaufen. Die nun angestrebte Indikationserweiterung zielt darauf ab, auch Patienten ohne vorherige schwerwiegende kardiovaskulĂ€re Ereignisse prĂ€ventiv zu schĂŒtzen, sofern ein hohes Gesamtrisiko vorliegt.
Nach der positiven Stellungnahme des CHMP liegt die finale Entscheidung nun bei der EuropĂ€ischen Kommission. Mit einem entsprechenden Beschluss ĂŒber die Zulassungserweiterung wird in den kommenden Monaten gerechnet. Sollte die Kommission der Empfehlung folgen, stĂŒnde Ărzten in der EU eine erweiterte Behandlungsoption zur VerfĂŒgung, um atherosklerotischen Folgeerkrankungen bei gefĂ€hrdeten Patientengruppen entgegenzuwirken. Die Empfehlung des CHMP unterstreicht die wachsende Bedeutung von PCSK9-Inhibitoren in der modernen Lipidtherapie, insbesondere in der PrimĂ€rprĂ€vention bei Hochrisikoprofilen.
