Herzinfarkt-Risiko: Zwei Stunden Krafttraining senken Gefahr um 44%
Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das belegt eine Langzeitstudie im Journal of the American College of Cardiology. Die Untersuchung begleitete 117.025 Frauen ĂŒber 14,5 Jahre.
Jede zusÀtzliche Stunde zÀhlt
Der Schutzeffekt steigt mit dem Trainingsumfang. Jede weitere Stunde Krafttraining pro Woche reduziert das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen um fĂŒnf Prozent. Das Herzinfarkt-Risiko sinkt sogar um 14 Prozent pro Extra-Stunde. Die gröĂte Schutzwirkung erzielt eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining: Sie senkt das Gesamtrisiko um 40 Prozent. Einen signifikanten Effekt auf SchlaganfĂ€lle konnte die Studie nicht nachweisen.
Der optimale Trainingsumfang
Eine Harvard-Studie im British Journal of Sports Medicine bestimmte den âSweet Spotâ fĂŒrs Training. Bei 90 bis 119 Minuten pro Woche sinkt die Gesamtsterblichkeit um 13 Prozent. Die neurologische Sterblichkeit geht sogar um 27 Prozent zurĂŒck. Mehr als 119 Minuten bringen laut den Forschern keinen zusĂ€tzlichen Nutzen fĂŒr die Lebenserwartung.
Nicht nur das Muskelvolumen zĂ€hlt â die Muskeldichte ist entscheidend. Wissenschaftler der University of Edinburgh untersuchten 1.722 Patienten ĂŒber zehn Jahre. Eine höhere Dichte der Brust- und RĂŒckenmuskulatur senkt das Herzinfarkt-Risiko um 31 Prozent. Pro zehn Punkte Anstieg der Muskeldichte sinkt das Sterberisiko um 39 Prozent. Empfohlene Ăbungen: Planks oder Pilates.
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Was die Leitlinien empfehlen
Das American College of Sports Medicine rĂ€t fĂŒr 2026: Trainiert alle groĂen Muskelgruppen mindestens zweimal pro Woche. Der Fokus liegt auf funktionellen Bewegungen wie DrĂŒcken, Ziehen und Heben. Das verbessert GelenkstabilitĂ€t und Körperhaltung. Kurze Trainingspausen sind unproblematisch â lĂ€ngere InaktivitĂ€t fĂŒhrt dagegen zu spĂŒrbarem Kraftverlust.
Die ErnĂ€hrung spielt eine SchlĂŒsselrolle. Eine Cambridge-Studie in Frontiers in Nutrition empfiehlt Kraftsportlern 0,6 bis 1,6 Gramm Protein pro Pfund Körpergewicht tĂ€glich. Im Alter wird das besonders wichtig: Gegen den natĂŒrlichen Muskelabbau (Sarkopenie) kann eine Verdopplung der Mindestproteinmenge nötig sein.
Krafttraining in besonderen Lebensphasen
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Auch im Breitensport zeigt sich die Bedeutung. Beim Volleyball empfehlen Experten gezieltes Training fĂŒr Oberschenkel und HĂŒfte zur VerletzungsprĂ€vention. Der Deutsche Volleyball-Verband verzeichnete 2025 ĂŒber 464.000 Mitglieder â Frauen stellen einen erheblichen Anteil. US-Studien belegen: MĂ€dchen im Volleyball sind besonders anfĂ€llig fĂŒr Unterkörperverletzungen.
In der Schwangerschaft findet ein Umdenken statt. Internationale Leitlinien befĂŒrworten Bewegung bei unkomplizierten VerlĂ€ufen. Krafttraining mit reduzierten Gewichten gilt als sicher und förderlich. Parallel dazu setzen mehr Frauen auf gezieltes Training zur Körperformung statt auf chirurgische Eingriffe â mit geringerem medizinischen Risiko.
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