Herzinfarkt, Hause

Herzinfarkt zu Hause: Drei Viertel der Todesfälle ohne Notruf zuvor

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kiefer- und Rückenschmerzen, Übelkeit oder Erschöpfung können auf einen Infarkt hindeuten; die WHO empfiehlt den sofortigen Notruf.
Ein ruhiger, leicht abgedunkelter Raum in einer modernen Wohnung mit weichem Morgenlicht, das durch ein Fenster fällt. Illustration mit AI erstellt.

Gesundheitsorganisationen und Hilfsdienste weisen verstärkt auf untypische Frühwarnzeichen eines Herzinfarkts hin, die über den bekannten stechenden Brustschmerz hinausgehen. Veröffentlichungen der Deutschen Herzstiftung, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verdeutlichen, dass sich ein Infarkt häufig durch unscheinbare Beschwerden ankündigt.

Schmerzen können demnach in den Hals, den Rachen sowie in den Unter- oder Oberkiefer ausstrahlen und sich mitunter sogar als Zahnschmerzen äußern. Insbesondere Frauen, ältere Menschen und Diabetiker zeigen oft atypische Symptome wie ausgeprägte Müdigkeit, magenverstimmungsähnliche Beschwerden oder Schmerzen im Rücken- und Kieferbereich, ohne dass ein ausgeprägter Brustschmerz auftritt.

Symptome jenseits des bekannten Druckgefühls

Als klassisches Anzeichen gilt nach Angaben der WHO ein anhaltender Druck oder ein Engegefühl in der Mitte des Brustkorbs, das Betroffene häufig als Einschnüren wahrnehmen. Dieser Schmerz kann in Arme, Schultern, Kiefer, Nacken oder Rücken ausstrahlen. Zu den weiteren typischen Beschwerden zählen Atemnot, Benommenheit, kalter Schweiß, Blässe sowie Übelkeit und Erbrechen.

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Das Deutsche Rote Kreuz beschreibt neben starken Schmerzen hinter dem Brustbein und Ausstrahlungen in den linken Arm, die Schulter oder den Oberbauch auch ein massives Schwächegefühl, ein blass-graues Gesicht sowie akute Todesangst als Warnsignale.

Gleichzeitig heben Fachleute hervor, dass die Symptomatik stark variieren kann. Bei Frauen treten nach Angaben der Deutschen Herzstiftung häufiger Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, ein Ziehen in den Armen sowie eine unerklärliche Erschöpfung auf.

Da diese Beschwerden oft fälschlicherweise auf Magenprobleme, Muskelverspannungen oder Stress zurückgeführt werden, wird die eigentliche Ursache mitunter erst spät erkannt.

Hohe Sterblichkeit in den eigenen vier Wänden

Die Unterschätzung der Symptome hat ernste Konsequenzen: In Deutschland erleiden laut der Deutschen Herzstiftung jährlich über 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Einem Bericht des NDR zufolge sterben 43 % der betroffenen Frauen und 37 % der Männer daran.

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Besonders kritisch ist die Verzögerung bei der Alarmierung von Rettungskräften. Nach Angaben des DRK und der Deutschen Herzstiftung ereignen sich drei Viertel aller Todesfälle infolge eines Herzinfarkts zu Hause, ohne dass zuvor ein Arzt oder der Rettungsdienst gerufen wurde. Viele Betroffene zögern, den Notruf zu wählen, weil sie die Anzeichen nicht eindeutig zuordnen können oder hoffen, dass die Beschwerden von selbst nachlassen.

Schnelles Handeln entscheidet über die Überlebenschancen

Die WHO rät bei den beschriebenen Symptomen zum unverzüglichen Absetzen eines Notrufs. Eine medizinische Versorgung innerhalb der ersten Stunden nach Beginn der Beschwerden verbessert die Überlebens- und Genesungschancen deutlich. Auch scheinbar unklare oder untypische Symptome sollten daher nicht abgetan werden, insbesondere wenn sie plötzlich auftreten oder sich bei geringer körperlicher Belastung verstärken.

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