Herzinfarktrisiko: 44 Prozent Reduktion durch Krafttraining belegt
01.07.2026 - 00:27:21 | boerse-global.de
Zwei aktuelle Studien stellen bisherige Annahmen zur Gewichtsreduktion auf den Kopf.
Jojo-Effekt: Dänische Forscher entkräften alte Ängste
Eine für Juli 2026 in The Lancet Diabetes & Endocrinology angekündigte Studie der Universität Kopenhagen sorgt für Aufsehen. Die Forscher um Faidon Magdos und Norbert Stefan fanden: Der gefürchtete Jojo-Effekt verursacht keine klinischen Schäden.
Ein kausaler Zusammenhang zwischen Gewichtsschwankungen und langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen ließ sich nicht nachweisen. Im Gegenteil: Die Vorteile wiederkehrender Gewichtsreduktionen überwiegen die Risiken deutlich. Das dürfte Millionen Betroffene ermutigen – oft verhindert die Angst vor erneuter Zunahme weitere Abnehmversuche.
Fettleber bei Jungen auf dem Vormarsch
Parallel breitet sich die nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) rasant aus, besonders bei jüngeren Menschen. Prof. Julia Seiderer-Nack identifizierte in einer Untersuchung aus dem Frühjahr 2026 die Hauptursachen: Bewegungsmangel und eine Ernährung voller Zucker, Frittiertem und gesättigten Fettsäuren.
Zur Prävention empfehlen Experten ballaststoffreiche Kost und regelmäßige Check-ups. Zudem fordern Fachleute eine staatliche Abgabe von 20 bis 30 Cent pro Liter auf zuckerhaltige Softdrinks.
Beim gezielten Bauchfett-Abbau lauern zusätzliche Fallstricke. Neben der Genetik spielen Stress und die konkrete Nahrungsmittelauswahl eine entscheidende Rolle. Selbst bei Kalorienreduktion können einseitige Ernährung oder hoher Stress den Abbau von viszeralem Fett blockieren.
Krafttraining senkt Herzinfarktrisiko um 44 Prozent
Das American College of Sports Medicine (ACSM) empfiehlt in seinen Leitlinien für 2026 Krafttraining mindestens zweimal pro Woche. Eine Langzeitstudie im Journal of the American College of Cardiology untermauert das mit beeindruckenden Zahlen.
Über 117.000 Frauen wurden 14,5 Jahre lang beobachtet. Ergebnis: Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent, das Herzinfarktrisiko sogar um 44 Prozent. Jede zusätzliche Stunde verbessert die Werte weiter.
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Die stärkste Schutzwirkung – ein Rückgang um 40 Prozent – zeigt die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Auch gelenkschonende Methoden wie Trampolin-Training (World Jumping Fitness) gelten als effektiv für Fettverbrennung und Koordination.
Digitale Helfer und Social-Media-Fallen
Weight Watchers setzt zunehmend auf Punktesysteme zur Bewertung der Nährstoffqualität. KI-gestützte Körperscanner in den Apps sollen gezielt in Lebensphasen wie der Menopause oder bei GLP-1-Behandlungen unterstützen.
Neben der Herzgesundheit profitiert der gesamte Körper von kurzen, gezielten Bewegungseinheiten, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Entdecken Sie 17 hocheffektive Übungen eines renommierten Sportmediziners, die in nur 3 Minuten täglich Ihre Muskeln stärken und Beschwerden vorbeugen. Kostenlosen Ratgeber mit 17 Wunderübungen herunterladen
Doch Ernährungsexperten warnen vor ungeprüften Social-Media-Trends. Die auf TikTok verbreitete „0-Kalorien“-Kaffeecreme etwa enthält Süßungsmittel wie Erythrit oder Stevia – und ist weder kalorienfrei noch harmlos. „Solche Rezepte können abführend wirken“, betont Ernährungsberaterin Anna Villarini.
Auch bei Superfoods zeigen Analysen nur minimale Unterschiede. Verschiedene Süßkartoffelsorten (gelb, rot, violett) unterscheiden sich im Energiegehalt um bloße 7 bis 8 Kilokalorien pro 100 Gramm. Gelbe Sorten helfen bei Ödemen, violette fördern die Darmgesundheit – beim Abnehmen ist keine Sorte überlegen.
Und noch ein Tipp vom Experten Ulrich Mayr: Obst mit Natron zu waschen, bringt wenig. Zwar lassen sich bestimmte Pestizide nach 15 Minuten Einwirkzeit teilweise entfernen, doch der Geschmack leidet. Normales Abspülen unter fließendem Wasser reicht völlig.
