Herzinsuffizienz, Meta-Synthese

Herzinsuffizienz: Meta-Synthese zeigt fünf zentrale Bedürfnisse in der Palliativpflege

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Auswertung von 13 Studien benennt fünf Bedarfsschwerpunkte und spricht sich für eine stärker individuell ausgerichtete Palliativbetreuung aus.
Ein ruhiger, lichtdurchfluteter Raum in einer modernen Pflegeeinrichtung mit Blick in einen grünen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Eine am 20. Oktober 2026 im Fachjournal BMC Palliative Care erschienene Meta-Synthese zeigt detailliert auf, welche spezifischen palliativen Bedürfnisse Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz aufweisen. Die Untersuchung fasst 13 qualitative Studien zusammen, an denen 210 Erkrankte, 31 Angehörige sowie 22 Kliniker teilnahmen. Die Datengrundlage basiert auf einer Recherche in zehn wissenschaftlichen Datenbanken bis zum 26. Februar 2026.

Die Autorinnen und Autoren arbeiteten fünf zentrale Themenbereiche heraus: physische Bedürfnisse, psychisch-spirituelle Aspekte, soziale Unterstützung, die Pflege- und Entscheidungsfindung am Lebensende sowie den Bereich Information und Kommunikation. Auf Basis dieser Erkenntnisse fordert das Forschungsteam einen gezielten, an den konkreten Bedürfnissen der Betroffenen orientierten Rahmen für die Palliativversorgung.

Hoher Bedarf außerhalb der Onkologie

Dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine zentrale Rolle am Lebensende spielen, belegen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach bilden Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 38,5 Prozent die größte Gruppe unter den Erwachsenen, die eine palliative Betreuung benötigen. Sie liegen damit noch vor Krebserkrankungen mit 34 Prozent sowie chronischen Atemwegserkrankungen mit 10,3 Prozent.

Grundsätzlich orientiert sich die Palliativversorgung am individuellen Leidensdruck sowie an der Kontrollierbarkeit der Symptome und nicht primär an der verbleibenden Lebenszeit. Sie kommt unter anderem bei Krebs, Herzinsuffizienz, chronischen Atemwegserkrankungen, Nieren- und Leberversagen sowie neurologischen Krankheitsbildern zum Einsatz. Das Konzept kann parallel zur Behandlung der Grunderkrankung umgesetzt werden und stellt keine Euthanasie dar.

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Strukturelle Hürden in Versorgungssystemen

Trotz der hohen Krankheitslast bestehen in vielen nationalen Gesundheitssystemen noch Zugangsbarrieren für nichterbliche oder nicht-onkologische Leiden.

Ein Blick nach Japan verdeutlicht diese Diskrepanz: Im Jahr 2025 wurden dort 220.539 Todesfälle durch Herzinsuffizienz registriert, was den zweiten Rang in der Todesursachenstatistik darstellt. Auf Nierenversagen entfielen 29.387 Fälle (Rang 8) und auf die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei Männern 13.426 Todesfälle (Rang 10).

Zwar wurde die terminale Herzinsuffizienz im Jahr 2018 in Japan in die Krankenhaus-Palliativversorgung aufgenommen – gefolgt von terminalen Atemwegserkrankungen und terminalem Nierenversagen im Jahr 2026 –, doch stationäre Palliativabteilungen bleiben weiterhin primär Patientinnen und Patienten mit Krebs, AIDS oder terminaler Niereninsuffizienz vorbehalten. Weder für Herzinsuffizienz noch für COPD stehen diese spezialisierten Stationen im Land offen.

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Ansätze in der ambulanten Betreuung

Um den komplexen physischen und sozialen Bedürfnissen gerecht zu werden, gewinnen ambulante und integrierte Versorgungsformen an Bedeutung. In Italien betreute beispielsweise ein Gemeinschaftsprojekt von ASP Messina und Consorzio SISIFO im ersten Jahr rund 321 Herzinsuffizienz-Patienten in deren häuslichem Umfeld.

Durch die Kombination von Hauskrankenpflege, Telemedizin und Fachkompetenzen zielte das Modell darauf ab, akute Verschlechterungen des Zustands und unnötige Klinikaufenthalte abzuwenden.

Die jüngsten Auswertungen zur Versorgungssituation unterstreichen, dass neben der rein kardialen Therapie strukturierte Kommunikationsprozesse und vorausschauende Behandlungsabsprachen frühzeitig in den Krankheitsverlauf integriert werden müssen, um den vielschichtigen Anforderungen chronisch herzkranker Menschen gerecht zu werden.

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