Herzkatheter: Bad Oeynhausen nutzt als einziges Zentrum 3D-Holografie
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung angeborener Herzfehler gewinnen moderne bildgebende Verfahren zunehmend an Bedeutung. Am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen kommt bei Kathetereingriffen zur Schließung eines Ventrikelseptumdefekts (VSD) erstmals ein holografisches 3D-System zum Einsatz.
Die Klinik nutzt hierfür das System Holoscope des Herstellers RealView Imaging. Bundesweit ist das Zentrum in Bad Oeynhausen bislang die einzige Einrichtung, die holografische Technologie in der Herzmedizin anwendet, wie aus Berichten von Ende Oktober 2026 hervorgeht.
Funktionsweise und technische Integration im Katheterlabor
Das System basiert auf Daten eines Live-4D-Ultraschalls, aus denen während des Eingriffs ein freies, dreidimensionales Herzmodell im Raum erzeugt wird. Die holografische Darstellung lässt sich per Sprachsteuerung bedienen und erfüllt die für den Operationssaal erforderlichen Kriterien zur Sterilisierbarkeit.
Die holografische Projektion dient als direkte Ergänzung der etablierten Bildgebung. Die transösophageale Echokardiografie (TEE) wird durch die Technologie nicht ersetzt, sondern bleibt das entscheidende bildgebende Verfahren während der Prozedur.
Ein wesentlicher Aspekt des Ansatzes liegt darin, dass die räumliche Darstellung eine genaue anatomische Beurteilung erlaubt, ohne dass im Vorfeld zusätzliche strahlen- oder kontrastmittelintensive Untersuchungen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) zwingend erforderlich sind.
Ein freies 3D-Herzmodell im Raum, gespeist aus Live-4D-Ultraschall und per Sprachsteuerung bedienbar — die ersten VSD-Eingriffe unter holografischer Projektion sind dokumentiert, der klinische Mehrwert wird noch ausgewertet. Wer die Technologie für das eigene Katheterlabor prüft, findet hier die drei Schritte von der Workflow-Frage bis zum Bewertungsraster. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Bisherige Anwendungen bei Ventrikelseptumdefekten
Unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Schubert führte die Kinderkardiologie des HDZ NRW bislang fünf Eingriffe unter Einsatz der holografischen 3D-Echtzeit-Projektion durch. Die behandelte Patientengruppe umfasste Personen im Alter von 8 bis 29 Jahren.
Ein minimalinvasiver Schirmverschluss über einen Herzkatheter wird in der klinischen Praxis üblicherweise bereits bei Kleinkindern im Alter von 1 bis 2 Jahren und einem Mindestkörpergewicht von über 12 kg vorgenommen. Schubert erklärte im Rahmen der Berichterstattung, dass der Einsatz der holografischen Echtzeitdarstellung die Effektivität und Sicherheit dieser komplexen Korrektureingriffe am schlagenden Herzen steigern könne.
Ausstehende klinische Daten und wissenschaftliche Begleitung
Trotz der praktischen Anwendung ist der konkrete klinische Mehrwert der Technologie derzeit noch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Messbare Vorteile hinsichtlich relevanter Parameter – wie etwa verkürzten Eingriffszeiten, reduzierten Komplikationsraten oder einer optimierten Implantatplatzierung – sind bislang noch nicht durch abschließend ausgewertete Studiendaten belegt.
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Die Ergebnisse und Messwerte der ersten fünf Behandlungen werden am HDZ NRW gegenwärtig wissenschaftlich zusammengeführt und analysiert, um den tatsächlichen Nutzen der Holografie im klinischen Alltag der Kinderkardiologie fundiert zu bewerten.
