Herzkrankheit: Zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken Risiko
Veröffentlicht am: 26.06.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Auswertungen aus zwölf europÀischen LÀndern zeigen: Frauen reagieren anders auf Standardtherapien als MÀnner.
Betablocker: Höheres Risiko fĂŒr Frauen
Eine Analyse von 14.000 Patientendaten liefert ĂŒberraschende Ergebnisse. Frauen, die nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) Betablocker erhalten, haben ein 6,1 Prozent höheres Risiko fĂŒr eine Herzinsuffizienz. Besonders betroffen sind Patientinnen mit einem ST-Hebungs-Infarkt (STEMI).
Die Forschung setzt parallel auf PrĂ€vention. Eine im Fachmagazin JACC veröffentlichte Studie mit rund 117.000 Teilnehmerinnen belegt: Bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko fĂŒr koronare Herzkrankheiten signifikant.
Ein personelles Signal setzt die UniversitĂ€t Witten/Herdecke. Am 24. Juni 2026 wurde Dr. Nadine Abanador-Kamper auf die Professur fĂŒr Kardiologie berufen. Ihr Schwerpunkt: geschlechtsspezifische Unterschiede, etwa beim Takotsubo-Syndrom.
Welche Wirkstoffe schĂŒtzen das Herz am besten?
Auf dem ESC-Kongress prÀsentierten Forscher eine Metaanalyse zum Thema Kardio-Onkologie. Die Auswertung von 49 Studien mit rund 7.000 Patienten verglich verschiedene Wirkstoffe zur Erhaltung der Herzfunktion:
- Aldosteronantagonisten: Verbesserung der Auswurffraktion um 4,68 Prozent
- Kombinationstherapien: Steigerung um 2,98 Prozent
- ACE-Hemmer und Sartane (ARBs): Verbesserung um 2,88 Prozent
- Statine: Steigerung um 2,49 Prozent
- Betablocker (Monotherapie): Verbesserung um 1,2 Prozent
Wer unter den Nebenwirkungen von Betablockern leidet oder diese reduzieren möchte, findet in diesem Report 8 natĂŒrliche Wege zur Senkung der Werte. 8 natĂŒrliche MaĂnahmen gegen Bluthochdruck jetzt kostenlos downloaden
Bei der VertrÀglichkeit haben Sartane die Nase vorn. Aktuelle ESC-Leitlinien weisen darauf hin, dass sie seltener trockenen Reizhusten auslösen als ACE-Hemmer. Der Grund: Sartane beeinflussen den Bradykinin-Abbau nicht.
Um die Therapietreue zu erhöhen, empfehlen Experten Fixkombinationen. Single-Pill-Combinations aus Sartanen und Calciumkanalblockern erleichtern die tÀgliche Einnahme.
Neue TherapieansÀtze aus der Grundlagenforschung
Die UniversitĂ€t MĂŒnster veröffentlichte am 24. Juni 2026 in âNature Cardiovascular Researchâ eine wegweisende Studie. Forscher identifizierten die Spaltung des Proteins Titin im Herzmuskel als aktiven Treiber fĂŒr HerzschwĂ€che und Vernarbungsprozesse. Bisher galt dieser Vorgang nur als Begleitivescheinung.
Da Krafttraining laut aktueller Studien das Risiko fĂŒr Herzkrankheiten deutlich senkt, ist ein gezielter Muskelaufbau besonders ab 50 Jahren die beste Vorsorge. Diese 6 Ăbungen fĂŒr Zuhause stoppen den Muskelabbau â Gratis-PDF sichern
Auch die Pharmaforschung macht Fortschritte. Wissenschaftler der UniversitĂ€t Osaka stellten eine mRNA-Therapie vor. Sie nutzt fĂŒnf spezifische Messenger-RNAs, um Herzkontraktion und Wanddicke bei Herzinsuffizienz zu verbessern.
Im Lipidmanagement gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Vietnam hat den Wirkstoff Evolocumab eingefĂŒhrt. Das Deutsche Zentrum fĂŒr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) wies zudem an 112 Karotis-Plaques eine lokale Erhöhung von PCSK9 in instabilen GefĂ€Ăablagerungen nach.
KI unterstĂŒtzt Bypass-Operationen
Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZC) entwickelt mit âLIM-ARâ ein KI-Assistenzsystem fĂŒr robotergestĂŒtzte Bypass-Operationen. Das Projekt wird mit 60.000 Euro gefördert. Ziel: automatisierte Datenanalysen wĂ€hrend des Eingriffs zur UnterstĂŒtzung der Chirurgen.
Auch das VergĂŒtungssystem passt sich an. Ab dem 1. Juli 2026 tritt eine neue hausĂ€rztliche Versorgungspauschale (GOP 03100) in Kraft. FĂŒr die Betreuung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen sind dann zwischen 45,36 Euro und 51,34 Euro vorgesehen â gestaffelt nach Lebensalter.
Experten betonen die Dringlichkeit frĂŒhzeitiger Intervention. Die Kombination aus Bluthochdruck-Vorstufen, Diabetes und HyperlipidĂ€mie steigert das Schlaganfallrisiko um 35 Prozent.
