Herzschwäche: Uniklinik Halle setzt auf neues Versorgungskonzept
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deHerzschwäche gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen und stellt die medizinische Versorgung vor große Aufgaben. Um die Betreuung betroffener Menschen zu verbessern und gleichzeitig das Gesundheitssystem zu entlasten, setzt die Uniklinik Halle auf ein neues Versorgungskonzept. Dies geht aus einem Bericht vom 18.10.2026 hervor.
Flankiert wird dieser Ansatz von internationalen Leitlinien, die insbesondere das Zusammenspiel zwischen Herz- und Nierenerkrankungen in den Fokus rücken.
Neues Versorgungskonzept an der Uniklinik Halle
Die Versorgung von Herzpatienten steht vor der Herausforderung, komplexe Begleiterkrankungen frühzeitig mitzudenken. Das Konzept der Uniklinik Halle greift diese Notwendigkeit auf und orientiert sich an aktuellen internationalen Standards. Ein zweiminütiger Beitrag zu diesem neuen Modell wurde am 18.10.2026 in der Nachrichtensendung MDR aktuell um 19:30 Uhr ausgestrahlt und ist laut Senderangaben bis zum 25.10.2026 in der ARD-Mediathek abrufbar.
Leitlinien zur Verknüpfung von Herz und Niere
Auf internationaler Ebene betonen Fachgesellschaften die Relevanz interdisziplinärer Ansätze. In der ESC-Leitlinie 2026 zu Herz-Nieren-Erkrankungen, herausgegeben von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der European Renal Association, wird auf ein erhebliches Krankheitsaufkommen verwiesen: Geschätzt 100 Millionen Europäer leben mit einer chronischen Nierenerkrankung (CKD), die mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht. Die zuständige Task Force stand unter dem Vorsitz von Assoc. Prof. Kevin Damman.
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Als methodischen Leitfaden formulierten die Fachgesellschaften die Strategie „STAMP on CKD“. Diese sieht ein Screening aller kardiovaskulären Patienten auf die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und die Albumin-Kreatinin-Ratio vor, gefolgt von einer Triage über einen Risikoscore.
Therapeutisch stützt sich das Vorgehen auf RAS-Inhibitoren, SGLT2-Inhibitoren und Statine sowie eine koordinierte Betreuung durch Fachärzte der Kardiologie und Nephrologie.
Als größte Hürde für eine erfolgreiche Umsetzung gilt nach Einschätzung der Fachleute die Zusammenarbeit beider Disziplinen in fragmentierten Gesundheitssystemen. Um die Betroffenen selbst besser einzubinden, ist zudem eine gesonderte Patientenversion der Leitlinie geplant.
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Registerdaten belegen Behandlungsdefizite
Wie dringlich eine enge Abstimmung ist, verdeutlichen Analysen aus dem spanischen SEC-Excelente-IC-Register. Von 2.245 erfassten Herzinsuffizienz-Patienten befanden sich 9,9 Prozent in den fortgeschrittenen CKD-Stadien 4 oder 5. Bei Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion zeigte sich eine höhere Ein-Jahres-Mortalität und eine erhöhte Hospitalisierungsrate.
Zugleich erhielten diese Risikopatienten seltener leitliniengerechte Medikamente wie ARNI, SGLT2-Inhibitoren und Betablocker. Die Daten unterstreichen den Handlungsbedarf für strukturierte interdisziplinäre Konzepte in der klinischen Praxis.
