Herztherapie, SGLT2-Inhibitoren

Herztherapie: SGLT2-Inhibitoren senken Alzheimer-Risiko um 43%

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 10:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktualisierte DGIM-Empfehlungen stufen Bewegung als zentralen Bestandteil der Herzbehandlung ein. Neue Studien belegen Effekte von Krafttraining und digitalen Helfern.

Bewegung als Herztherapie: Neue Leitlinien und Empfehlungen
Eine Person in Bewegung, die körperliche Therapie darstellt, mit subtilen digitalen Gesundheitsschnittstellen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat ihre Empfehlungen zur Bewegungstherapie für Patienten mit chronischem Koronarsyndrom (CCS) präzisiert. Regelmäßige Bewegung gilt demnach als unverzichtbarer Bestandteil einer umfassenden Behandlungsstrategie.

Die Initiative „Klug entscheiden“ rät explizit zu körperlicher Betätigung – sowohl für CCS-Patienten als auch für Menschen mit hohem kardiovaskulärem Risiko. Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.

Vier Stadien des kardiorenalen Risikos

Internationale Fachgesellschaften wie die AHA und das ACC gehen noch einen Schritt weiter. Ihre im Juli 2026 veröffentlichte Leitlinie definiert das sogenannte kardiorenale metabolische Syndrom in vier Stadien. Bereits ab dem zweiten Stadium empfehlen die Experten ein systematisches Screening.

Dafür steht unter anderem der PREVENT-Risikorechner zur Verfügung. Die Leitlinie rückt neben Bewegung auch medikamentöse Ansätze in den Fokus. Studien deuten darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken können, GLP-1-Agonisten um bis zu 33 Prozent.

Krafttraining: Weniger ist mehr

Ein überraschender Befund kommt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Eine aktuelle Auswertung zeigt: Bereits 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche reichen aus, um die WHO-Empfehlungen zu erfüllen.

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Die Analyse setzt auf einen Minimal-Dosis-Ansatz. Bei hoher Intensität kann ein einziger Satz pro Übung bereits signifikante gesundheitliche Vorteile bringen. Ergänzt wird das Konzept durch Supersätze oder kurze Aktivitätseinheiten im Alltag – sogenannte „Exercise Snacks“. Der Ansatz soll die Hürden für den Einstieg senken und die Therapietreue verbessern.

Neue Versorgungsmodelle für ältere Patienten

Die praktische Umsetzung gewinnt an Fahrt. Die FPZ GmbH und die Debeka haben einen Vertrag über innovative Bewegungstherapien geschlossen. Parallel dazu erproben Modellprojekte, wie sich Versorgungslücken in der Physiotherapie schließen lassen.

Besonders im Fokus: ältere Patienten. Das Projekt „Redurisk“ am Universitätsklinikum Freiburg untersuchte strukturierte Risikoscreenings bei 589 Personen ab 70 Jahren. Die Ergebnisse belegen Verbesserungen bei Mobilität, kognitiver Leistung und Alltagsbewältigung.

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Digitale Helfer im Krankheitsmanagement

Apps unterstützen zunehmend die physische Therapie. Die Anwendung „Liebria“ zielt darauf ab, den Blutdruck zu senken – einen zentralen Risikofaktor für CCS. Nach einer Pilotphase mit 10.000 Teilnehmern soll die App den Medikamentenbedarf reduzieren und Folgeerkrankungen verhindern.

Der Trend geht zur personalisierten, sektorenübergreifenden Versorgung. Evidenzbasierte Bewegungskonzepte und technologische Unterstützung wachsen dabei zusammen.

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