380 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt
22.05.2023 - 07:01:07In der sĂŒdostasiatischen Mekong-Region haben Wissenschaftler in nur zwei Jahren 380 Tier- und Pflanzenarten entdeckt, die zuvor noch nie beschrieben wurden. Die meisten «neuen» Spezies wurden in Vietnam und Thailand dokumentiert, gefolgt von Myanmar, Laos und Kambodscha, heiĂt es in einem heute veröffentlichten Bericht der Umweltstiftung WWF.
Die neuen Entdeckungen zeigten, dass die Region immer noch «ein fruchtbarer Boden fĂŒr wissenschaftliche Erkundungen und ein Hotspot der Artenvielfalt ist». Jedoch machten sie auch dramatisch klar, wie viel durch die zunehmende Zerstörung der LebensrĂ€ume auf dem Spiel stehe.
Von Schlangen bis Blumen
Zu den bislang unbekannten Arten gehören die Blaukopf-Schönechse (Calotes goetzi) aus Kambodscha, die zur Verteidigung ihre Farbe wechselt, sowie eine Froschart (Theloderma khoii) aus dem Norden Vietnams, die sich mit einer Moos-Ă€hnlichen Hautstruktur tarnt. Zudem konnte eine Ă€uĂerst giftige Schlange (Bungarus suzhenae) dokumentiert werden, die nach einer Schlangengöttin aus einer chinesischen Legende benannt wurde.
Einziges SĂ€ugetier auf der Liste ist eine Mausohrfledermaus (Myotis Hayesi) aus Kambodscha. DafĂŒr wurden umso mehr wunderschöne Blumen entdeckt, wie die leuchtend rosa-gelbe Mini-Orchidee Dendrobium fuscifaucium (Laos) sowie neue Arten von Begonien und Rhododendren.
Seit 1997 seien rund um den mĂ€chtigen Fluss Mekong damit bereits 3389 zuvor unbekannte Pflanzen, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und SĂ€ugetiere dokumentiert worden, teilte WWF Deutschland mit. Dabei wĂŒrden modernste Technologien helfen, wie Bioakustik-Methoden zur Analyse der von Tieren erzeugten GerĂ€usche oder Fortschritte bei der genetischen Sequenzierung, heiĂt es in dem Bericht.
Natur ist bedroht
«In der Mekong-Region gibt es vermutlich noch unzĂ€hlige Arten, die die Wissenschaft nicht kennt. Es könnten Tier- und Pflanzenarten fĂŒr immer ausgelöscht werden, bevor wir ĂŒberhaupt von deren Existenz erfahren», warnte Stefan Ziegler vom WWF Deutschland.
Unter anderem stellen riesige Wasserkraftwerke und massive Wilderei eine Bedrohung dar. Ziel mĂŒsse es sein, die biologisch wertvollen Gebiete am Mekong grenzĂŒberschreitend und dauerhaft zu schĂŒtzen, betonte Ziegler.
AnlĂ€sslich des Internationalen Tages der Artenvielfalt forderte der WWF auch von der Bundesregierung mehr Engagement zum Schutz der weltweiten BiodiversitĂ€t. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte im September 2022 im Rahmen der UN-Generalversammlung verkĂŒndet, die internationale BiodiversitĂ€tsfinanzierung bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. Deutschland mĂŒsse angesichts des Artensterbens endlich «das Gaspedal durchdrĂŒcken» und den Zusagen nachkommen.









