Forscher, Blumen

380 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt

22.05.2023 - 07:01:07

Heute feiert die Welt den Internationalen Tag der BiodiversitĂ€t. PĂŒnktlich dazu gibt es gute Nachrichten: Rund um den mĂ€chtigen Fluss Mekong wurden neue Arten entdeckt. Aber die Freude ist getrĂŒbt.

  • Diese Blaukopf-Schönechse (Calotes goetzi) aus Kambodscha posiert fĂŒr ein Foto. - Foto: Henrik Bringsoe/WWF

    Henrik Bringsoe/WWF

  • Kaum zu sehen: die neu entdeckte Froschart (Theloderma khoii) aus dem Norden Vietnams. - Foto: Nguyen Thien/WWF/dpa

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  • Rosa-gelb blĂŒht die Mini-Orchidee Dendrobium fuscifaucium aus Laos. - Foto: Keooudone Souvannakhoummane/WWF/dpa

    Keooudone Souvannakhoummane/WWF/dpa

  • Der SchĂ€del der Mausohrfledermaus (Myotis Hayesi) wurde in Kambodscha gefunden. - Foto: GĂĄbor Csorba/WWF/dpa

    GĂĄbor Csorba/WWF/dpa

Diese Blaukopf-Schönechse (Calotes goetzi) aus Kambodscha posiert fĂŒr ein Foto. - Foto: Henrik Bringsoe/WWFKaum zu sehen: die neu entdeckte Froschart (Theloderma khoii) aus dem Norden Vietnams. - Foto: Nguyen Thien/WWF/dpaRosa-gelb blĂŒht die Mini-Orchidee Dendrobium fuscifaucium aus Laos. - Foto: Keooudone Souvannakhoummane/WWF/dpaDer SchĂ€del der Mausohrfledermaus (Myotis Hayesi) wurde in Kambodscha gefunden. - Foto: GĂĄbor Csorba/WWF/dpa

In der sĂŒdostasiatischen Mekong-Region haben Wissenschaftler in nur zwei Jahren 380 Tier- und Pflanzenarten entdeckt, die zuvor noch nie beschrieben wurden. Die meisten «neuen» Spezies wurden in Vietnam und Thailand dokumentiert, gefolgt von Myanmar, Laos und Kambodscha, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht der Umweltstiftung WWF.

Die neuen Entdeckungen zeigten, dass die Region immer noch «ein fruchtbarer Boden fĂŒr wissenschaftliche Erkundungen und ein Hotspot der Artenvielfalt ist». Jedoch machten sie auch dramatisch klar, wie viel durch die zunehmende Zerstörung der LebensrĂ€ume auf dem Spiel stehe.

Von Schlangen bis Blumen

Zu den bislang unbekannten Arten gehören die Blaukopf-Schönechse (Calotes goetzi) aus Kambodscha, die zur Verteidigung ihre Farbe wechselt, sowie eine Froschart (Theloderma khoii) aus dem Norden Vietnams, die sich mit einer Moos-Ă€hnlichen Hautstruktur tarnt. Zudem konnte eine Ă€ußerst giftige Schlange (Bungarus suzhenae) dokumentiert werden, die nach einer Schlangengöttin aus einer chinesischen Legende benannt wurde.

Einziges SĂ€ugetier auf der Liste ist eine Mausohrfledermaus (Myotis Hayesi) aus Kambodscha. DafĂŒr wurden umso mehr wunderschöne Blumen entdeckt, wie die leuchtend rosa-gelbe Mini-Orchidee Dendrobium fuscifaucium (Laos) sowie neue Arten von Begonien und Rhododendren.

Seit 1997 seien rund um den mĂ€chtigen Fluss Mekong damit bereits 3389 zuvor unbekannte Pflanzen, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und SĂ€ugetiere dokumentiert worden, teilte WWF Deutschland mit. Dabei wĂŒrden modernste Technologien helfen, wie Bioakustik-Methoden zur Analyse der von Tieren erzeugten GerĂ€usche oder Fortschritte bei der genetischen Sequenzierung, heißt es in dem Bericht.

Natur ist bedroht

«In der Mekong-Region gibt es vermutlich noch unzĂ€hlige Arten, die die Wissenschaft nicht kennt. Es könnten Tier- und Pflanzenarten fĂŒr immer ausgelöscht werden, bevor wir ĂŒberhaupt von deren Existenz erfahren», warnte Stefan Ziegler vom WWF Deutschland.

Unter anderem stellen riesige Wasserkraftwerke und massive Wilderei eine Bedrohung dar. Ziel mĂŒsse es sein, die biologisch wertvollen Gebiete am Mekong grenzĂŒberschreitend und dauerhaft zu schĂŒtzen, betonte Ziegler.

AnlĂ€sslich des Internationalen Tages der Artenvielfalt forderte der WWF auch von der Bundesregierung mehr Engagement zum Schutz der weltweiten BiodiversitĂ€t. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte im September 2022 im Rahmen der UN-Generalversammlung verkĂŒndet, die internationale BiodiversitĂ€tsfinanzierung bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen. Deutschland mĂŒsse angesichts des Artensterbens endlich «das Gaspedal durchdrĂŒcken» und den Zusagen nachkommen.

@ dpa.de