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High Meat: Behörden warnen vor monatelang gelagertem rohem Fleisch

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 07:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Online-Trend mit lange gelagertem Rohfleisch verspricht unbelegte Vorteile, kann aber Infektionen durch gefÀhrliche Keime verursachen.

High Meat: Behörden warnen vor Risiken durch verdorbenes Fleisch
Eine Laborumgebung mit einer Petrischale auf einer EdelstahloberflÀche, die zur Untersuchung organischer Proben dient. Illustration mit AI erstellt.

Auf Online-Plattformen kursiert unter der Bezeichnung High Meat ein ErnÀhrungstrend, bei dem monatelang gelagertes, rohes und teils verfaultes Fleisch als vermeintlicher Gesundheitsbooster dargestellt wird.

So verzehrt der Creator Marcus Yyoung Leber, die seit 4 Monaten im KĂŒhlschrank lagert, wĂ€hrend der Tiktoker Fleshgod seit rund 5 Monaten verfaulte Leber und schwarze HĂŒhnerleber vor laufender Kamera prĂ€sentiert. Was in den sozialen Netzwerken als Quelle fĂŒr VitalitĂ€t inszeniert wird, birgt nach EinschĂ€tzung von Fachbehörden jedoch schwerwiegende gesundheitliche Gefahren.

Unbelegte Wirkungsversprechen in sozialen Netzwerken

BefĂŒrworter der Praxis stellen vielfĂ€ltige positive Effekte in Aussicht. Zu den versprochenen Vorteilen von High Meat zĂ€hlen unter anderem mehr Energie, eine verbesserte Darmgesundheit, ein höherer Testosteronspiegel sowie eine antidepressive Wirkung. Wissenschaftlich belegt sind diese Behauptungen jedoch nicht.

Historisch geht das Konzept auf den US-Rohkostautor Aajonus Vonderplanitz zurĂŒck, der entsprechende AnsĂ€tze Anfang der 2000er-Jahre propagierte. Inzwischen hat sich das PhĂ€nomen digital verbreitet: Eine Analyse erfasste 1169 Instagram-Posts von insgesamt 19 Carnivore-Creators, die sich auf rein tierische Kost konzentrieren und derartige ErnĂ€hrungsweisen thematisieren.

Auch die postulierte hormonelle Wirkung hĂ€lt wissenschaftlichen ÜberprĂŒfungen nicht stand. Untersuchungen zeigten keinen generellen Testosteron-Boost durch Fleischkonsum. Dies belegen etwa Studien mit 42 MĂ€nnern, bei denen ĂŒber einen Zeitraum von 4 Wochen der Konsum von magerem Fleisch mit Tofu verglichen wurde, sowie eine weitere Untersuchung mit 309 MĂ€nnern im Rahmen einer Low-Carb-ErnĂ€hrung.

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Warnung vor bakteriellen Lebensmittelinfektionen

Behörden sehen den Konsum von verdorbenem Fleisch mit großer Sorge. Das Bundesamt fĂŒr Lebensmittelsicherheit und VeterinĂ€rwesen warnt vor gefĂ€hrlichen Erregern im Zusammenhang mit dem Verzehr von High Meat. Bakterien wie Campylobacter, Salmonellen und E. coli können durch die Einnahme schwere Lebensmittelinfektionen auslösen.

Eine Infektion mit diesen Erregern Ă€ußert sich typischerweise durch Symptome wie Durchfall, BauchkrĂ€mpfe, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Als besondere Risikogruppen fĂŒr schwere KrankheitsverlĂ€ufe gelten Ältere, Schwangere, Kleinkinder sowie immungeschwĂ€chte Personen.

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Eine zusĂ€tzliche Gefahr besteht darin, dass die mikrobielle Belastung fĂŒr Verbraucher im Vorfeld nicht sicher einzuschĂ€tzen ist. Die krankmachenden Keime sind weder am Geruch noch am Geschmack oder am Aussehen des Fleisches verlĂ€sslich erkennbar. Der von Online-Akteuren beworbene Verzehr von ĂŒber Wochen oder Monate gelagertem rohem Fleisch stellt daher ein unkalkulierbares Hygienerisiko dar.

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