Hirnentwicklung, Eisen

Hirnentwicklung: Eisen, Jod, Zink könnten IQ um 10 Punkte heben

16.06.2026 - 18:40:32 | boerse-global.de

Eine Meta-Analyse zeigt: Eisen, Jod und Zink beeinflussen die geistige Leistungsfähigkeit. Auch Lebensstilfaktoren spielen eine große Rolle.

Hirnentwicklung im Kindesalter: Diese Nährstoffe sind entscheidend
Hirnentwicklung - Ein stilisiertes, leuchtendes menschliches Gehirn mit neuralen Bahnen, umgeben von frischem Obst, Gemüse und Nüssen. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher der Swansea University haben im Juni 2026 eine umfassende Analyse von 73 Studien veröffentlicht, die zeigt: Eisen, Jod und Zink sind entscheidend für die Hirnentwicklung.

Die Meta-Analyse, erschienen im Fachjournal „Advances in Nutrition“, deutet darauf hin, dass die Behebung von Nährstoffmängeln den Intelligenzquotienten weltweit um bis zu zehn Punkte steigern könnte. Besonders positive Effekte zeigten sich bei einer Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

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Ungesunde Ernährung hinterlässt Spuren im Gehirn

Ein hoher Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln und Zucker korreliert dagegen mit geringerer kognitiver Leistungsfähigkeit. Eine niederländische Studie mit rund 1.900 Kindern untermauert das: Ungünstige Ernährung im Säuglingsalter führte zu weniger weißer Hirnsubstans im Alter von zehn Jahren.

Dass Prävention nicht erst im Seniorenalter ansetzen darf, zeigt eine Auswertung der NAKO-Gesundheitsstudie der Universität Leipzig vom Mai 2026. Die Wissenschaftler analysierten Daten von knapp 150.000 Teilnehmenden zwischen 20 und 75 Jahren.

Demenz-Risiken schon bei jungen Erwachsenen messbar

Das Ergebnis: Risikofaktoren für Demenz schlagen sich bereits bei den 20- bis 39-Jährigen in schlechteren kognitiven Leistungen nieder. Als Hauptfaktoren identifizierten die Forscher Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen.

Rund 36 Prozent der derzeit 1,8 Millionen Demenzfälle in Deutschland gehen laut der Studie in der Fachzeitschrift „Alzheimer's & Dementia“ auf solche beeinflussbaren Risiken zurück. Bei einer Prognose von 2,7 Millionen Erkrankten bis 2050 gewinnt die frühzeitige Lebensstil-Modifikation an Bedeutung.

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Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Neue Erkenntnisse gibt es auch zu Glucosamin – einem beliebten Gelenk-Präparat. Forscher der University of Florida fanden im Juni 2026 eine mögliche Korrelation zwischen der Einnahme und einem erhöhten Alzheimer-Risiko.

Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung zeigten unter Glucosamin ein um 25 Prozent höheres Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln. Bei bereits Erkrankten stieg das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent. Die im Fachjournal „Nature Metabolism“ veröffentlichte Studie betont: Es handelt sich nicht um einen Kausalitätsbeweis. Mausversuche bestätigten jedoch eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung unter hohen Dosen.

Ballaststoffe schützen nicht nur den Darm

Positive Nachrichten gibt es dagegen zum Thema Ballaststoffe. Der sogenannte „Fibermaxxing“-Trend wird durch wissenschaftliche Hinweise gestützt: Ballaststoffe regulieren nicht nur Verdauung und Stoffwechsel, sondern könnten auch die Lungen- und Gehirngesundheit schützen.

Neue Medikamente und schnellere Diagnostik

Parallel zur Ernährungsforschung machen Pharmakologen Fortschritte. Die ETH Zürich berichtete Mitte Juni 2026 über Erfolge mit dem Wirkstoff CPD10. In Zell- und Mausversuchen schützte er die Energieversorgung von Nervenzellen und reduzierte Beta-Amyloid-Plaques.

Das Unternehmen AlzeCure Pharma schloss zudem eine klinische Phase-Ib-Studie für den Wirkstoff ACD856 erfolgreich ab. Das Präparat zur Verbesserung der kognitiven Funktion erwies sich als gut verträglich und erreichte die notwendigen Konzentrationen im Gehirn. Phase-II-Studien sind für Ende 2026 geplant.

Auch in der Diagnostik gibt es Fortschritte. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) vom Juni 2026 belegte: Smartphone-basierte Gedächtnistests erfassen kognitive Veränderungen schneller als herkömmliche Verfahren.

Heidelberger Forscher entwickelten zudem ein KI-System namens „Hetairos“. Es verkürzt die Diagnosezeit bei Hirntumoren von mehreren Tagen auf rund zwölf Minuten und erreicht eine Genauigkeit von 87 Prozent bei der Bestimmung von über 100 Subtypen.

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