Hirudo-Malware: Android-SchÀdling ersetzt Banking-Apps durch FÀlschungen
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 11:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher des Unternehmens ThreatFabric haben eine neuartige Android-Banking-Malware namens Hirudo identifiziert. Die Schadsoftware zeichnet sich durch ein ungewöhnliches Vorgehen aus: Anstatt lediglich Phishing-Masken ĂŒber bestehende Anwendungen zu legen, ersetzt der SchĂ€dling bereits auf dem GerĂ€t installierte Banking-Apps vollstĂ€ndig durch manipulierte Installationsdateien. Nach der erfolgreichen Ăbernahme können Angreifer sensible Zugangsdaten abgreifen und das Smartphone aus der Ferne kontrollieren.
Verbreitung ĂŒber scheinbar harmlose Anwendungen
Die Infektion der Android-GerĂ€te erfolgt laut einem Bericht vom 30. Oktober 2026 ĂŒber getarnte Anwendungen aus den Bereichen Online-Shopping, Unterhaltung sowie Kurzvideo-Plattformen.
Wurde eine solche Wirts-App auf dem Telefon eingerichtet, lĂ€dt die Schadsoftware ihre Hauptkomponenten ĂŒber ein vorgetĂ€uschtes Update nach. Dabei fordern die Angreifer weitreichende Zugriffsrechte fĂŒr die Android-Bedienungshilfen ein, um sich tiefe Kontrollmöglichkeiten im Betriebssystem zu sichern.
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Sobald diese Rechte erteilt sind, greift ein Hooking-Mechanismus, der zentrale Sicherheitsabfragen des mobilen Betriebssystems manipuliert. Hirudo fĂ€lscht dabei gezielt die ĂberprĂŒfungen der offiziellen App-Signaturen, umgeht EinschrĂ€nkungen bei den Bedienungshilfen und hebelt die PrĂŒfmechanismen der Play-Integrity-Schnittstelle aus. Auf diesem Weg gelingt es den Angreifern, die legitimen Anwendungen unbemerkt durch prĂ€parierte APK-Pakete auszutauschen.
Weitreichende Ăberwachung und Fernzugriff
Das Funktionsspektrum von Hirudo beschrĂ€nkt sich nicht auf das Abfangen einfacher Logins. Die Schadsoftware ist in der Lage, Passwörter, persönliche Zahlungs-PINs, eingehende SMS-Nachrichten sowie den laufenden Bildschirminhalt vollstĂ€ndig mitzuschneiden. DarĂŒber hinaus eröffnet das Programm den Kriminellen die Möglichkeit, sowohl die GerĂ€tekamera als auch das Mikrofon ohne Wissen der Betroffenen aus der Ferne anzusteuern und zu aktivieren.
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Sicherheitsforscher warnen, dass diese Methoden weit ĂŒber das ĂŒbliche MaĂ herkömmlichen Datendiebstahls hinausgehen und sensible Finanzinformationen in erheblichem Umfang gefĂ€hrden. Durch die Kombination aus manipulierten App-Kopien und weitreichenden GerĂ€teberechtigungen entsteht ein hohes Schadenspotenzial fĂŒr betroffene Nutzer.
Zielregionen und unklare Schadenslage
Die bisherigen Analysen von ThreatFabric konzentrieren sich vor allem auf SĂŒdostasien. Die Experten identifizierten bislang manipulierte Ersatzversionen fĂŒr acht indonesische Banking-Apps, die zu sieben verschiedenen Geldinstituten gehören.
Allerdings deuten technische Spuren darauf hin, dass die Kampagne keineswegs auf diesen Markt beschrÀnkt bleiben soll. Es liegen bereits konkrete Hinweise vor, wonach auch Finanz-Apps aus China, Indien, Mexiko, Marokko und Thailand ins Visier der Malware geraten sind.
Wie viele MobilgerÀte weltweit tatsÀchlich von Hirudo infiziert wurden, ist bislang unklar. Das genaue Ausmaà der laufenden Angriffe wird derzeit von Sicherheitsforschern weiter untersucht.
