Hitzewelle: Blutdrucksenker und Antibiotika gefÀhrden Millionen
24.06.2026 - 18:32:57 | boerse-global.de
Fachleute warnen vor gefÀhrlichen Wechselwirkungen zwischen hohen Temperaturen und gÀngigen Medikamenten.
Blutdrucksenker und Co.: Wenn die Hitze die Wirkung verÀndert
Dr. Grit Berger, Chefapothekerin an der Zentralklinik Bad Berka, schlĂ€gt Alarm: Bestimmte PrĂ€parate stören die körpereigene Hitzeanpassung. Einige Medikamente reduzieren etwa die SchweiĂproduktion â das behindert die natĂŒrliche Thermoregulation.
Besonders heikel wird es bei Blutdrucksenkern. Bei extremer WĂ€rme droht ein ĂŒbermĂ€Ăiger Blutdruckabfall. Patienten sollten ihre Werte regelmĂ€Ăig kontrollieren und die Dosierung gegebenenfalls Ă€rztlich anpassen lassen.
Diuretika erhöhen das Risiko einer Dehydrierung. Sie fördern die FlĂŒssigkeitsausscheidung, wĂ€hrend der Körper durch Schwitzen ohnehin Wasser verliert.
Pflaster, Antibiotika und Johanniskraut: Die unterschÀtzten Gefahren
Ein oft ĂŒbersehenes Risiko: transdermale Pflaster. Die hitzebedingt gesteigerte Hautdurchblutung beschleunigt die Wirkstoffaufnahme â eine Ăberdosierung droht.
Auch die Lichtempfindlichkeit der Haut steigt unter bestimmten Medikamenten. Antibiotika, Antidepressiva, Antiepileptika und das pflanzliche Johanniskraut erhöhen das Risiko fĂŒr schwere SonnenbrĂ€nde signifikant.
Wer besonders gefÀhrdet ist
Das Projekt âAnKliMMâ zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen heiĂen Jahren und mehr Klinikeinweisungen wegen FlĂŒssigkeitsmangel. Besonders betroffen: Senioren, chronisch Kranke, Schwangere und Kinder.
Die Hitzewelle rollt â und mit ihr steigt das Risiko fĂŒr Millionen Patienten. Besonders gefĂ€hrlich: Blutdrucksenker, Diuretika und Antibiotika. Unser kostenloser Report zeigt, wie Sie Ihre Medikamente sicher anpassen und gefĂ€hrliche Wechselwirkungen vermeiden. Jetzt kostenlosen Hitzeschutz-Report anfordern
Bei Kindern steigt das Risiko fĂŒr behandlungsbedĂŒrftige Gesundheitsprobleme ab 30 Grad um das Achtfache. Und auch am Arbeitsplatz sind die Folgen spĂŒrbar: Laut DAK-Report 2024 leiden 23 Prozent der BeschĂ€ftigten unter hitzebedingten Problemen.
Diabetes und Hitze: Eine heikle Kombination
Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD) weist auf geschlechterspezifische Unterschiede hin. Hormonelle Schwankungen beeinflussen die Insulinwirkung â in der zweiten ZyklushĂ€lfte kann der Bedarf um bis zu 15 Prozent steigen.
Frauen mit Diabetes mĂŒssen zudem Unterzuckerungssymptome prĂ€zise von hitzebedingten Beschwerden unterscheiden können.
Rettungsdienste am Limit
Die Belastung fĂŒr die Rettungssysteme ist enorm. Das Rote Kreuz in Salzburg verzeichnete in der aktuellen Hitzewelle 40 Prozent mehr EinsĂ€tze als im Vorjahr, der Samariterbund ein Plus von 20 Prozent.
Experten beobachten: In Hitzeperioden ĂŒbersteigt die Zahl der Hitzetoten die der Verkehrstoten.
Was jetzt hilft
Senioren und chronisch Kranke sind bei Hitze besonders gefĂ€hrdet. Schon ein Blutdruckabfall kann zur Ohnmacht fĂŒhren. Mit unserem Notfallplan erkennen Sie rechtzeitig, wann Sie handeln mĂŒssen â und wie Sie Dehydrierung durch Diuretika vermeiden. Notfallplan jetzt kostenlos sichern
StĂ€dte wie Wiesbaden aktivieren kommunale HitzeaktionsplĂ€ne: Infomaterial fĂŒr Risikogruppen, ausgewiesene kĂŒhle RĂŒckzugsorte. Medizinische FachverbĂ€nde verstĂ€rken ihre Beratung.
Der Deutsche Wetterdienst warnt bis zum 28. Juni. Experten empfehlen: Körperliche AktivitĂ€ten in die kĂŒhleren Morgenstunden verlegen, leichte Kost, mehr trinken. Die DAK bietet am 30. Juni eine spezielle Hotline zur Beratung ĂŒber Hitzeschutz und Medikamenteneinnahme.
