HLHS-Studie: Laromestrocel zeigt Sicherheitsvorteil bei SĂ€uglingen
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 05:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Forschung im Bereich seltener angeborener Herzfehler hat durch die Untersuchung von Zelltherapien neue Impulse erhalten. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf Laromestrocel, einem PrĂŒfprĂ€parat des Biotechnologieunternehmens Longeveron.
In einem Bericht vom 16. September 2026 wurden nun detaillierte Ergebnisse der klinischen Phase-2b-Studie ELPIS II vorgelegt, die den Einsatz dieses therapeutischen Ansatzes bei SĂ€uglingen mit hypoplastischem Linksherzsyndrom (HLHS) untersuchte.
Methodik und Zielsetzung der ELPIS-II-Studie
In der ELPIS-II-Studie wurden insgesamt 40 SĂ€uglinge mit der Diagnose HLHS randomisiert. Das Hauptziel der Phase-2b-Untersuchung bestand darin, die Wirksamkeit und Sicherheit von Laromestrocel zu bewerten, das direkt in den Herzmuskel der Patienten appliziert wird. Als primĂ€rer Endpunkt der Studie wurde die Verbesserung der Auswurffraktion der rechten Herzkammer (RVEF) ĂŒber einen Zeitraum von 12 Monaten definiert.
Das hypoplastische Linksherzsyndrom ist eine komplexe Fehlbildung, bei der die linke Seite des Herzens unterentwickelt ist, sodass die rechte Herzkammer die gesamte Pumpleistung fĂŒr den Körperkreislauf ĂŒbernehmen muss. Eine Stabilisierung oder Verbesserung der Funktion dieser Kammer gilt daher als entscheidendes klinisches Ziel.
Ergebnisse zum primÀren Endpunkt und statistische Einordnung
Die Auswertung der vorliegenden Topline-Daten zeigt, dass die Studie ihren primÀren Endpunkt nicht erreicht hat. Laut den Analysen konnte nach 12 Monaten keine statistisch signifikante Verbesserung der RVEF-Werte durch die Behandlung mit Laromestrocel im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt werden.
Die Differenz in der Intent-to-Treat-Analyse (ITT) lag bei -0,7 Prozentpunkten. Das Konfidenzintervall (95% CI) wurde mit -7,3 bis 5,9 angegeben, was zusammen mit einem p-Wert von 0,8336 die fehlende statistische Signifikanz unterstreicht. Damit blieben die funktionellen VerĂ€nderungen des Herzmuskels hinter den ursprĂŒnglichen Erwartungen der klinischen PrĂŒfung zurĂŒck.
Die ELPIS-II-Studie hat ihren primĂ€ren Endpunkt verfehlt: Nach 12 Monaten zeigte sich keine statistisch signifikante Verbesserung der RVEF (ITT-Differenz -0,7 Prozentpunkte; 95% CI -7,3 bis 5,9; p=0,8336). Gleichzeitig traten unter der Zellbehandlung 12 statt 19 schwerwiegende kardiovaskulĂ€re Ereignisse auf â ein Unterschied, der ebenfalls keine Signifikanz erreichte. Wer diese Zahlen fĂŒr ein Kind mit hypoplastischem Linksherzsyndrom einordnen muss, findet hier die vollstĂ€ndige Auswertung ohne VerkĂŒrzung. Kostenlosen HLHS-Report anfordern
Beobachtungen zu MortalitĂ€t und unerwĂŒnschten Ereignissen
Trotz des Verfehlens des primÀren Wirksamkeitsendpunkts lieferte die Studie wichtige Erkenntnisse im Bereich der Sicherheit und der klinischen StabilitÀt der Patienten. Im Beobachtungszeitraum von 12 Monaten verzeichnete die mit Laromestrocel behandelte Gruppe keinen einzigen Todesfall. In der Kontrollgruppe wurde hingegen ein Todesfall registriert.
Ein weiterer Aspekt der Analyse betraf schwerwiegende unerwĂŒnschte kardiovaskulĂ€re Ereignisse (MACE). In der Laromestrocel-Gruppe traten 12 solcher Ereignisse auf, wĂ€hrend in der Kontrollgruppe 19 Ereignisse gezĂ€hlt wurden. Dies entspricht einer Reduktion der MACE-Rate um etwa 31 % unter der Behandlung mit dem Zelltherapeutikum. Es ist jedoch festzuhalten, dass auch dieser Unterschied keine statistische Signifikanz erreichte. Dennoch flieĂen diese Daten in die Gesamtbewertung der VertrĂ€glichkeit des PrĂ€parats ein.
Stand der klinischen Anwendung von Laromestrocel
Die ELPIS-II-Studie ist Teil eines breiteren Forschungsprogramms zu Laromestrocel. Bis zum Zeitpunkt des Berichts im September 2026 wurden insgesamt 644 Patienten im Rahmen verschiedener Untersuchungen mit Laromestrocel behandelt. Die Erfahrungen aus diesen Behandlungen bilden die Basis fĂŒr die weitere Einordnung der aktuellen Studienergebnisse.
Bei einem Kind mit hypoplastischem Linksherzsyndrom steht die rechte Herzkammer unter dauerhafter Last â und jede Therapieentscheidung muss gegen die verfĂŒgbare Evidenz abgewogen werden. Der Report ordnet ein, was die ELPIS-II-Daten zur Sicherheit und VertrĂ€glichkeit aussagen, wo die Grenzen der Studie liegen und welche Fragen Sie im ArztgesprĂ€ch zu Zelltherapien stellen sollten. Checkliste fĂŒrs ArztgesprĂ€ch jetzt sichern
WĂ€hrend die funktionellen Parameter in der ELPIS-II-Studie die statistischen HĂŒrden nicht nehmen konnten, bleiben die Daten zur Ăberlebensrate und zur HĂ€ufigkeit kardiovaskulĂ€rer Komplikationen relevante Faktoren fĂŒr die zukĂŒnftige Bewertung der Therapieoptionen bei HLHS.
Die Forschungsgemeinschaft wird die detaillierten Ergebnisse nutzen, um die Mechanismen und potenziellen Einsatzgebiete von Laromestrocel in der pÀdiatrischen Kardiologie weiter zu prÀzisieren.
