Hochbegabt, Kinder

Hochbegabt – und trotzdem ĂŒberfordert? Warum viele kluge Kinder in der Schule scheitern

Veröffentlicht am: 03.07.2025 um 14:32 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Grevenbroich - Hervorragendes GedĂ€chtnis, blitzschnelles Denken, kreative LösungsansĂ€tze – und trotzdem schlechte Noten, soziale Schwierigkeiten oder völlige Schulverweigerung? Was paradox klingt, ist fĂŒr viele hochbegabte Kinder RealitĂ€t. Denn Intelligenz schĂŒtzt nicht vor Überforderung, vor allem dann nicht, wenn die Schule nur Wissen abfragt, aber keine individuellen Wege zulĂ€sst.
Das ‚schwierige‘ Kind!?! In Wahrheit oft ĂŒberdurchschnittlich begabt! - Bild: presseportal.de

Viele dieser Kinder langweilen sich nicht einfach nur, sie verzweifeln innerlich, weil sie sich unverstanden und ausgebremst fĂŒhlen. Hier erfahren Sie, woran man Hochbegabung erkennt, warum sie oft unerkannt bleibt und was Schulen tun mĂŒssten, um Potenziale nicht zu ĂŒbersehen, sondern gezielt zu fördern.

Geringe emotionale Energie und ihre Auswirkungen

Die Schwierigkeiten hochbegabter Kinder im schulischen Umfeld haben oftmals vor allem emotionale Ursachen. Ihre BedĂŒrfnisse werden nicht erfĂŒllt und sie langweilen sich schnell, was zu Frustration, RĂŒckzug und Resignation fĂŒhrt. Bleibt dies unerkannt und unbehandelt, können im schlimmsten Fall Depressionen und SuizidalitĂ€t die Folgen sein.

Um das zu verhindern, ist es wichtig, Intelligenz in all ihren Facetten zu erkennen. Sie umfasst nicht nur kognitive Leistungen, sondern auch emotionale Aspekte. Kinder brauchen das GefĂŒhl von Zugehörigkeit, Sicherheit und Selbstwirksamkeit, um ihre Potenziale zu entfalten. Daher gilt es, fĂŒr emotionale StabilitĂ€t zu sorgen und dem Kind zu zeigen, dass es verstanden wird. Erst dann kann es seine außergewöhnlichen FĂ€higkeiten voll ausspielen. Dies betrifft vor allem Phasen des Wechsels, etwa den Übergang auf die weiterfĂŒhrende Schule, das Überspringen von Klassen oder den Wechsel auf die weiterfĂŒhrende Schule.

Kinder, die sich zu sehr anpassen

Besonders problematisch ist es, wenn Schwierigkeiten nicht oder zu spĂ€t erkannt werden, weil Kinder sich in hohem Maße anpassen und ihre Schwierigkeiten nicht nach außen hin zeigen. Dabei funktionieren sie zwar im Kontext der Schule, doch ein solches Anpassungsverhalten und UnterdrĂŒcken eigener BedĂŒrfnisse zehrt enorm viel Energie. Die Folge ist oft ein Verlust von Freude, Motivation und Neugier, bis das Kind ausgebrannt ist. Mitunter Ă€ußert sich dies in körperlichen Symptomen wie Kopf- oder Bauchschmerzen, Problemen beim Ein- oder Durchschlafen oder dem Verlust des Appetits.

Die Annahme, dass eine Hochbegabung mit generell herausragenden Leistungen einhergeht, ist in vielen FĂ€llen falsch. In der Regel entwickeln sich Kinder nicht in allen Bereichen gleich schnell. Daher können sie beispielsweise kognitiv gute Leistungen erbringen, sind aber vielleicht emotional oder motorisch noch nicht so weit entwickelt. Das fĂŒhrt nicht selten zu MissverstĂ€ndnissen; auch werden solche Kinder oftmals nicht ausreichend gefördert. Kommen dann noch Probleme durch Mobbing hinzu, weil das hochbegabte Kind Verhaltensweisen zeigt, die von der Norm abweichen, verschĂ€rft dies die Probleme weiter.

Typische Warnsignale und Lösungsmöglichkeiten

Es gibt mehrere Anzeichen, die darauf hindeuten, dass ein hochbegabtes Kind Schwierigkeiten hat. FĂŒr Eltern und Lehrende ist es entscheidend, genau hinzuschauen. Zieht sich das Kind zurĂŒck, hat es kein Interesse mehr an Dingen, die ihm frĂŒher Freude bereitet haben, wirkt es bedrĂŒckt oder aggressiv, sind das Warnsignale, die man unbedingt ernst nehmen sollte. Auch eine Schulverweigerung oder GefĂŒhle der Rat- und Sinnlosigkeit deuten auf Probleme hin.

Wichtig ist, das Kind emotional zu stabilisieren und aufzubauen, und das so frĂŒh wie möglich. Das gelingt einerseits durch einen Unterricht, der auf die speziellen BedĂŒrfnisse des hochbegabten Kindes eingeht, und andererseits durch Hilfe von außen. Durch psychologische und therapeutische Begleitung sowie ein systemisches Coaching ist es möglich, das Kind zu stĂ€rken und ihm das nötige RĂŒstzeug mitzugeben, um seine StĂ€rken auszuleben.

Über Diana Haese:

Diana Haese hat einen Master of Arts in Begabtenförderung und Begabungsforschung und ist GrĂŒnderin des Begabtenzentrums Diana Haese. Seit 2008 unterstĂŒtzt sie Familien mit hochbegabten Kindern durch gezielte Diagnostik und individuelle Förderung. Mit ĂŒber 70.000 Tests aus 27 LĂ€ndern hilft sie, schulische und emotionale Herausforderungen zu lösen. Ihr Ziel: Hochbegabung frĂŒh erkennen, Potenziale entfalten und LebensqualitĂ€t nachhaltig verbessern. Mehr Informationen unter: https://www.begabtenzentrum.de/

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