Hochpreisige Biologika: Neue Biosimilars sollen Kosten für Senioren senken
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die globale pharmazeutische Landschaft im Bereich der Biologika und Biosimilars verzeichnet durch eine umfangreiche Kooperation zwischen dem Schweizer Unternehmen Sandoz und der in China ansässigen Shanghai Henlius Biotech eine signifikante Neuausrichtung.
Die im August 2026 gefestigte strategische Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung und Vermarktung von bis zu zehn Biosimilars, darunter monoklonale Antikörper (mAbs) und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs). Mit einem potenziellen Gesamtwert von bis zu 322 Millionen US-Dollar markiert dieses Abkommen einen wesentlichen Schritt in der Wachstumsstrategie beider Akteure.
Finanzielle Rahmenbedingungen und strategische Rollenverteilung
Die Kooperationsvereinbarung sieht eine klare Aufgabenverteilung vor: Während Shanghai Henlius Biotech für die Entwicklung und Produktion der Therapeutika verantwortlich zeichnet, erhält Sandoz die exklusiven Vermarktungsrechte für die Produkte in Märkten außerhalb Chinas.
Die finanzielle Struktur der Partnerschaft gliedert sich in verschiedene Phasen. Sandoz leistet eine Vorauszahlung von bis zu 77 Millionen US-Dollar für die Lizenzen an drei initialen Biosimilars.
Darüber hinaus wurden erfolgsabhängige Zahlungen vereinbart. Henlius kann Entwicklungsmeilensteine in einer Höhe von bis zu 160 Millionen US-Dollar sowie kommerzielle Meilensteine von bis zu 77 Millionen US-Dollar erreichen.
Kurzfristige Zahlungsverpflichtungen und für das Jahr 2026 erwartete Rechnungsbeträge belaufen sich laut Unternehmensangaben auf bis zu 100,5 Millionen US-Dollar. Analysten von Jefferies bewerteten die Vereinbarung als eine der bedeutendsten Biosimilar-Partnerschaften in der Unternehmensgeschichte von Sandoz und deuten auf eine Fortsetzung der aktiven In-Licensing-Strategie hin.
Portfoliostruktur und klinische Schwerpunkte
Die neue Kooperation zwischen Sandoz und Henlius bringt bis zu zehn Biosimilars auf den Weg – darunter günstigere Alternativen zu teuren Krebs- und Immuntherapien. Für Sie als Patient oder Angehöriger heißt das: möglicherweise niedrigere Kosten und besserer Zugang. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie davon profitieren können. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Im Zentrum der Partnerschaft stehen zunächst drei spezifische Wirkstoffe sowie eine Option auf weitere Assets. Zu den initialen Projekten gehören Biosimilars zu Evolocumab, Belimumab und Cetuximab. Der Entwicklungsstand dieser Projekte variiert zum Zeitpunkt der Vereinbarung im August 2026 deutlich:
- Cetuximab (HLX05-N): Befindet sich bereits in der klinischen Entwicklung.
- Evolocumab (HLX16): Steht in der Phase der technischen Entwicklung.
- Belimumab-Biosimilar: Ist der frühen Entwicklungsphase zuzuordnen.
Zusätzlich beinhaltet das Abkommen eine Option auf HLXTE-HAase1001, eine Hyaluronidase, die sich ebenfalls in der technischen Entwicklung befindet. Durch diese Neuzugänge wächst die Pipeline von Sandoz auf insgesamt 39 Assets an, mit dem Potenzial, sich auf 46 Wirkstoffe zu erweitern. Die aktuelle Vereinbarung baut dabei auf einer bereits bestehenden Kooperation vom April 2025 auf, die sich auf den Wirkstoff Ipilimumab konzentrierte.
Marktumfeld und wirtschaftliche Relevanz der Referenzprodukte
Die wirtschaftliche Bedeutung der gewählten Wirkstoffe wird durch die Marktdaten der jeweiligen Referenzprodukte unterstrichen. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden für die Originalpräparate signifikante Umsätze ausgewiesen. Das Referenzprodukt für Evolocumab, Repatha von Amgen, verzeichnete einen Umsatz von 3 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Benlysta (Belimumab) von GSK erzielte im selben Zeitraum einen Umsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar. Das Präparat Erbitux (Cetuximab), das von Lilly und der Merck KGaA vertrieben wird, kam auf einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden US-Dollar.
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Die Bereitstellung von Biosimilars für diese hochpreisigen Biologika zielt darauf ab, den Marktzugang zu erweitern und die Behandlungskosten in den Bereichen Onkologie und Immunologie zu senken.
Experten beobachten in diesem Zusammenhang eine zunehmende Konsolidierung des Marktes durch strategische Allianzen zwischen etablierten westlichen Vertriebsgrößen und forschungsstarken Produktionspartnern aus dem asiatischen Raum.
