Hochschulen fordern um: Design Thinking und Soft Skills für Promovierende
25.06.2026 - 09:42:51 | boerse-global.de
Deutsche Hochschulen setzen zunehmend auf interdisziplinäre Schlüsselqualifikationen, KI-Kompetenz und standardisiertes Forschungsdatenmanagement.
Kreativität als neue Wissenschaftskompetenz
Die TU Dortmund bietet heute einen Design-Thinking-Workshop für Promovierende und Postdocs an. Ziel: Wissenschaftliche Fragestellungen mit nutzerzentrierten Lösungen verknüpfen. Die Teilnahme findet im Co-Working-Space am Campus Süd statt und wird auf Zertifikate für den wissenschaftlichen Transfer angerechnet.
Bereits gestern organisierte die Hochschule eine Werkstatt für nachhaltige Fähigkeiten. In Kurzworkshops wurden praktische Fertigkeiten vermittelt. Die Botschaft ist klar: Wissenschaftliche Produktivität und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen.
Systematische Soft Skills in der Lehre
Die TH Rosenheim hat am Dienstag ein neues Modulhandbuch für ihr Center for Careers, Communication and Competence (CCC) veröffentlicht. Es umfasst Pflichtsprachmodule in Deutsch und Englisch sowie Wahlpflichtfächer in sozialen Kompetenzen, Unternehmertum und wissenschaftlichem Arbeiten.
Auch in der Medizin wird nachgerüstet. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) plant für September einen zweiteiligen Kurs zu wissenschaftlichen Fähigkeiten in Berlin. Zielgruppe: Studierende und Ärzte in der Weiterbildung.
KI: Fluch und Segen zugleich
Das Hochschulforum Digitalisierung fordert in einem neuen Diskussionspapier einen bias-sensiblen Umgang mit generativer KI. Die Autorinnen Johanna Leifeld und Sarah Becker kritisieren die Fixierung auf Betrugsprävention. Stattdessen müsse die Sensibilisierung für Diskriminierungsrisiken und technologische Abhängigkeiten in den Vordergrund rücken.
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Die Praxis ist bereits weiter. Professor Dr. Rolf Schwartmann von der TH Köln lässt Studierende seit 2022 Hausarbeiten mit KI-Unterstützung verfassen. Die Prüfungsleistung teilt sich auf: 40 Prozent schriftliche Arbeit, 60 Prozent mündliche Prüfung.
NVIDIA stellte gestern ein neues Toolkit für KI-Agenten in den Biowissenschaften vor. Es automatisiert Proteinstrukturvorhersage und Genomanalyse. Über 50 Unternehmen setzen die Technologie bereits ein.
Daten als neuer Rohstoff der Wissenschaft
Effizientes Forschungsdatenmanagement wird zum Grundpfeiler produktiver Wissenschaft. Im Fokus stehen die FAIR-Prinzipien: bessere Auffindbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Daten. Die Universitätsallianz Ruhr bot dazu am Dienstag einen Online-Workshop unter der Leitung von Dr. Wibke Kleina und Dr. Julia Stapels an.
Neben der Datenverwaltung rücken auch neue rechtliche Rahmenbedingungen wie der EU AI Act in den Fokus der Wissenschafts- und IT-Welt. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen jetzt den nötigen Überblick über Pflichten und Risikoklassen. Kostenloses E-Book zur neuen KI-Verordnung sichern
Die Botschaft ist eindeutig: Wer 2026 in der Wissenschaft bestehen will, braucht methodische Flexibilität, technologische Adaption und strukturierte Datenverwaltung. Fachliche Tiefe allein reicht nicht mehr – überfachliche Kompetenzen sind der Schlüssel.
