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HomePflegies: 17-jähriger Schüler entwickelt Browserhilfe für Demenzpflege

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 19:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tom Groß’ Anwendung bündelt Medikamentenübersicht und Einsatzplanung; rund 100 Menschen nutzen die browserbasierte Pflegehilfe bereits.

HomePflegies: Schüler entwickelt Browser-Tool für die Demenzpflege
Ein helles, freundliches Wohnzimmer mit einem bequemen Sessel und einem kleinen Beistelltisch in einer ruhigen, häuslichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Organisation der Betreuung demenzerkrankter Angehöriger stellt Familien vor erhebliche organisatorische Herausforderungen. Aus persönlicher Betroffenheit heraus hat der 17-jährige Schüler Tom Groß aus Betzdorf das browserbasierte Programm „HomePflegies“ entwickelt.

Auslöser war die Pflegebedürftigkeit seines eigenen, an Demenz erkrankten Großvaters. Das Projekt verdeutlicht exemplarisch, wie digitale Lösungen gezielt an den praktischen Schnittstellen des häuslichen Pflegealltags ansetzen.

Strukturierte Hilfe im Browser für den Pflegealltag

Tom Groß, der sich gegenwärtig auf sein Abitur vorbereitet, programmierte die Anwendung mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz. Das System setzt auf einen rein browserbasierten Zugriff, sodass keine separate Installation erforderlich ist.

Im Zentrum der Software stehen die Medikamentendokumentation sowie die verlässliche Einsatzplanung aller beteiligten Personen. Für die Zukunft ist zudem die Integration einer sogenannten Demenzwelt vorgesehen.

Das Abrechnungsmodell staffelt sich nach der Anzahl der pflegenden Akteure: Bei einer Gruppe von 11 Personen liegt der Preis bei 90 Cent pro Person im Monat, wobei die Kosten künftig weiter sinken könnten. Nach Angaben des Entwicklers verzeichnet die Plattform rund 100 Nutzer. Das übergeordnete Ziel bestehe darin, das Werkzeug breit verfügbar zu machen, um pflegende Angehörige spürbar von Koordinationsaufgaben zu entlasten.

Hoher Entlastungsbedarf in der familiären Betreuung

Die Relevanz solcher privat initiierter Werkzeuge wird durch strukturelle Erhebungen unterstrichen. Daten aus dem Rems-Murr-Kreis zeigen, dass rund 85 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen zu Hause von ihren Angehörigen betreut werden – teilweise mit Unterstützung ambulanter Pflege- und Betreuungsdienste.

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Um diesen Personenkreis zu unterstützen, betreibt der Kreis beispielsweise seit einem Jahr einen eigenen Chatkanal in der App „in.kontakt“, der der Information, dem Austausch und der Vernetzung dient.

Auch Fachorganisationen wie HOMECARE - die Alltagshelfer betonen regelmäßig die Notwendigkeit strukturierter Unterstützung. Zu den wesentlichen Leitlinien bei Demenz zählen der Erhalt vertrauter Abläufe, eine ruhige und verständliche Kommunikation sowie das Anknüpfen an noch vorhandene Fähigkeiten.

Entscheidend sei zudem, Entlastungsangebote frühzeitig zu organisieren, darunter stundenweise Betreuungsformen im häuslichen Umfeld durch feste Bezugspersonen, deren Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung situationsabhängig erfolgt.

Vielfältige Technologieansätze im kognitiven Pflegekontext

Neben koordinierender Software wie HomePflegies rücken zunehmend hardwarebasierte Systeme in das Blickfeld von Forschung und Entwicklung. Auf der IFA 2026 in Berlin zeigte das Unternehmen Tuya Smart den KI-Begleitroboter Doova für alleinlebende Senioren.

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Das Gerät nutzt LDS-Lidar, ein Vier-Mikrofon-System sowie eine KI-gestützte Körperhaltungserkennung zur Registrierung von Stürzen, erinnert an Medikamente und reagiert auf Sprachbefehle. Der kommerzielles Marktstart ist für das zweite Quartal 2027 avisiert.

In Frankreich erproben Kliniken und Pflegeeinrichtungen bereits Roboter wie NAO, Miroki oder die therapeutische Sensor-Robbe Paro sowie telefonische Dialogsysteme wie Livana zur kognitiven Anregung.

Forschende vor Ort beobachten bei den Betroffenen Reaktionen von Verblüffung bis hin zu deutlicher Ablehnung und unterstreichen, dass technische Hilfsmittel menschliche Beziehungen nicht ersetzen können.

Digitale Werkzeuge wie die Software des Betzdorfer Schülers demonstrieren jedoch, dass zielgerichtete Assistenzsysteme administrative Reibungsverluste mindern und so Freiräume für die eigentliche Zuwendung schaffen können.

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