Hotel-WLAN, Russische

Hotel-WLAN: Russische Hacker kapern Microsoft-Anmeldungen

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 17:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hacker kapern Hotel-WLANs und stehlen Microsoft-Zugangsdaten von Geschäftsreisenden. Sicherheitsforscher warnen vor massiven Datenabflüssen.

Hotel-WLAN-Angriff: Fancy Bear stiehlt Zugangsdaten von Geschäftsreisenden
Ein Laptop auf einem Hoteltisch symbolisiert Cybersicherheitsrisiken für Geschäftsreisende, die öffentliche WLAN-Netzwerke nutzen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neu entdeckte Angriffswelle zielt auf Geschäftsreisende in Hotels und auf Konferenzen ab. Seit Juni 2026 manipulieren unbekannte Täter die WLAN-Gateways großer Hotels und lenken Nutzer auf gefälschte Microsoft-Anmeldeseiten. Die Kampagne richtet sich gezielt gegen Beschäftigte aus Finanz-, Rechts-, Gesundheits-, Energie- und Einzelhandelsunternehmen.

Russische Spuren im Hotel-WLAN

Die Angriffsmethoden erinnern stark an die berüchtigte Hackergruppe APT28, auch bekannt als Fancy Bear. Sicherheitsforscher von ReliaQuest haben die Kampagne identifiziert und warnen vor massiven Datenabflüssen. Die Täter nutzen eine Kombination aus schwachen Administrationspasswörtern und DNS-Vergiftung, um selbst mehrstufige Authentifizierungsverfahren zu umgehen.

Doch wie genau gelangen die Angreifer in die Hotelnetzwerke? Sie knacken die administrativen Zugänge der WLAN-Gateways über SSH- und SNMP-Schnittstellen. Sind die Geräte erst einmal kompromittiert, manipulieren sie die DNS-Einstellungen. Wer dann etwa Outlook oder Microsoft 365 öffnen will, landet nicht auf den echten Servern, sondern auf täuschend echten Nachbauten.

Die gefälschten Microsoft-Seiten

Die Betreiber der Kampagne haben mehrere betrügerische Domains registriert. Darunter finden sich Adressen wie m365-owa[.]com, owa-ms365[.]com, ms365-device[.]com und ms365-live[.]com. Die Sicherheitsforscher konnten zudem konkrete IP-Adressen mit der Angriffswelle in Verbindung bringen: 31.57.243[.]154, 104.194.159[.]150 und 38.146.28.75.

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Besonders perfide: Die Angreifer nutzen den sogenannten Device-Code-Flow und das WPAD-Protokoll (Web Proxy Auto-Discovery). Damit hebeln sie selbst mehrstufige Authentifizierungsverfahren aus und übernehmen aktive Sitzungen. In öffentlichen WLAN-Netzen, wo Nutzer ohnehin über ein Captive-Portal müssen, fällt die Manipulation kaum auf.

Betroffen sind bisher vor allem Hotels in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen.

Wie Unternehmen sich schützen können

Sicherheitsexperten raten zu einem mehrstufigen Schutzansatz. An oberster Stelle steht die durchgehende VPN-Nutzung für alle Remote-Mitarbeiter. Nur ein Full-Tunnel-VPN stellt sicher, dass der gesamte Datenverkehr verschlüsselt bleibt – selbst wenn das Hotel-WLAN kompromittiert ist.

Weitere Schutzmaßnahmen im Überblick:

  • Verschlüsselte DNS-Protokolle einsetzen, um Manipulationen zu verhindern
  • WPAD auf Unternehmensgeräten deaktivieren, um lokale Netzwerkangriffe zu erschweren
  • Device-Code-Flow in Microsoft Entra ID einschränken, um MFA-Umgehungen zu blockieren
  • Netzwerk-Infrastruktur mit starken, einmaligen Passwörtern sichern
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Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Wer seine Mitarbeiter auf Dienstreisen schickt, sollte klare Richtlinien für die Nutzung öffentlicher WLANs aufstellen. Die Angriffswelle zeigt, dass selbst vermeintlich vertrauenswürdige Netzwerke in Nobelhotels zur tödlichen Falle werden können.

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