hsCRP: Mediterrane Kost und Fasten senken Entzündungsmarker um 37 Prozent
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:19 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine gesündere Ernährungsweise verbessert Stoffwechselwerte zügig, dämpft systemische Entzündungsprozesse jedoch nicht zwangsläufig im selben Schritt.
In einer im Fachjournal Cell Metabolism veröffentlichten randomisierten kontrollierten Studie (Studienregister NCT02148458), die an der Washington University School of Medicine durchgeführt und von Forschern der University of Sydney ausgewertet wurde, führte eine mediterrane Kost zwar rasch zu besseren Blutfettwerten.
Ein Rückgang systemischer Entzündungsmarker stellte sich allerdings erst ein, als die Umstellung mit gezieltem Fasten und einer Gewichtsabnahme kombiniert wurde.
Blutfettwerte sinken rasch, Entzündungsmarker bleiben zunächst stabil
An der Untersuchung nahmen 53 Erwachsene mit erhöhtem Stoffwechselrisiko teil, von denen 77 Prozent Frauen waren; das Durchschnittsalter lag bei 54,7 Jahren. Insgesamt 43 Probanden schlossen die Intervention vollständig ab. In den ersten acht Wochen erhielten die Teilnehmer der Interventionsgruppe eine vollständig bereitgestellte mediterrane Kost, während die Kontrollgruppe ihre gewohnte westliche Ernährungsweise beibehielt.
Die Ergebnisse dieser ersten Phase zeigten deutliche Unterschiede im Fettstoffwechsel: Im Vergleich zur Kontrollgruppe sanken die Triglyceride bei mediterraner Ernährung um 22 Prozent. Das Gesamtcholesterin verringerte sich um 6 Prozent und das LDL-Cholesterin um 7 Prozent.
Beim hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP), einem zentralen Marker für systemische Entzündungen im Körper, zeigte sich in dieser ersten achtwöchigen Phase jedoch keine Veränderung zwischen den beiden Gruppen.
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Fasten und Gewichtsreduktion als entscheidende Faktoren
In einer direkt anschließenden zweiten Phase von weiteren acht Wochen führten beide Gruppen an zwei Tagen pro Woche ein Fastenregime ein. Erst unter dieser Bedingung veränderten sich die Entzündungswerte maßgeblich: In der Gruppe mit mediterraner Kost sank das hsCRP um 25 Prozent gegenüber dem Ausgangswert sowie um 37 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Zugleich ging die Fastenphase mit einem messbaren Gewichtsverlust einher. Die Teilnehmer unter mediterraner Kost verloren im Schnitt 3,63 Kilogramm, während die Kontrollgruppe eine Abnahme von 1,88 Kilogramm verzeichnete, was einer Differenz von 1,75 Kilogramm entspricht. Parallel dazu verbesserten sich sowohl der Blutdruck als auch die Insulinsensitivität.
Das Forschungsteam zog daraus das Fazit, dass die Qualität der Diät primär die Lipidwerte senke. Der entzündungshemmende Effekt der mediterranen Kost gegenüber einer westlichen Ernährungsweise habe sich hingegen erst durch die Kombination mit Fasten und Gewichtsverlust manifestiert.
Die Forscher identifizierten die Gewichtsabnahme als wesentlichen Haupttreiber für den Rückgang der Entzündungsmarker. Gefördert wurde die Studie durch die Bakewell Foundation, den NHMRC (Projektnummer APP1177797), die Australian Youth and Health Foundation, die Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences sowie die Atheros Foundation.
Parallelen in der rheumatologischen Praxis
Die Beobachtung, dass Ernährungsmuster Entzündungsprozesse vor allem in Verbindung mit Gewichtsverlust beeinflussen, deckt sich mit Leitlinien aus der klinischen Rheumatologie.
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Die Société Française de Rhumatologie (SFR) empfiehlt bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Spondyloarthritis und Psoriasis-Arthritis eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht, da diese die Entzündungsaktivität nachweislich senke.
Zugleich rät die Fachgesellschaft zu einer mediterranen Kost mit hohem Anteil an Ballaststoffen, Gemüse, Fisch, Nüssen und Omega-3-Fettsäuren sowie wenig rotem Fleisch, Wurstwaren und Zucker.
Laut französischen Erhebungen passen rund 40 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis und 30 Prozent der Betroffenen mit Spondyloarthritis oder Psoriasis-Arthritis ihre Ernährung nach der Diagnose an – 69 Prozent davon allerdings ohne fachliche Beratung, wobei 26 Prozent spezielle Diäten wie gluten- oder milchfreie Kostformen testeten.
Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass Ernährungsumstellungen Beschwerden wie Schmerzen oder Morgensteifigkeit zwar moderat lindern können, jedoch keinen Einfluss auf das Fortschreiten von Gelenkschäden im Röntgenbild haben und eine medikamentöse Therapie keinesfalls ersetzen.
Auch eine frühere Metaanalyse aus dem Jahr 2021 mit 326 Patienten ergab, dass entzündungshemmende Kostformen Gelenkschmerzen zwar messbar bessern konnten, die CRP-Werte dabei jedoch nicht signifikant veränderten.
