Huawei-Blutzuckermesser, Forschung

Huawei-Blutzuckermesser: Vier Jahre Forschung, doch Starttermin bleibt offen

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach vier Jahren Forschung ist die Technik industrietauglich; Produktform, Zulassung und Marktstart sind noch offen.

Huawei entwickelt eigenständiges Gerät zur Blutzuckermessung
Ein modernes medizinisches Forschungslabor mit hochwertigen Analysegeräten und sterilen Edelstahloberflächen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Huawei arbeitet an einem eigenständigen Gerät zur Blutzuckermessung. Das teilte He Gang, CEO der Consumer-Business-Group des Konzerns, in einem Video mit, das er im Rahmen einer Rekrutierungsveranstaltung für den Abschlussjahrgang 2027 an der Peking-Universität aufzeichnete. Die zugrunde liegende Technologie sei über vier Jahre hinweg entwickelt worden, bis ein akzeptables und industrialisierbares Verfahren vorlag.

Vier Jahre Forschung für ein industrietaugliches Verfahren

He Gang betonte in seinen Ausführungen, dass Huawei bei diesem Projekt auf mittel- bis langfristigen Wert setze und nicht auf jährliche Produktzyklen dränge. Man gebe sich mehr Zeit für die Erforschung neuer Ansätze, solange am Ende ein ausreichend ausgereiftes Ergebnis stehe.

Diese Haltung erklärt aus Sicht des Managers auch, warum die Entwicklung der Blutzuckermesstechnik vier Jahre in Anspruch genommen habe, bevor sie den Sprung zur kommerziellen Reife geschafft habe.

Details zum Produkt bleiben unklar

Offiziell hat Huawei bislang weder Bauform noch Funktionsweise des Geräts bekanntgegeben. Auch ist nicht klar, ob es sich um ein am Handgelenk getragenes Gerät handeln wird. Angaben zu Modellbezeichnung, Preis oder Markteinführungstermin fehlen ebenfalls. Berichten zufolge befindet sich das Produkt noch in der Entwicklungsphase und dürfte erst in einiger Zeit auf den Markt kommen – möglicherweise erst im kommenden Jahr.

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Branchenbeobachter spekulieren, dass Huawei auf eine nicht-invasive Blutzuckerüberwachung abzielen könnte. Bislang verbreitete Verfahren setzen entweder auf Fingerstich-Messungen oder invasive kontinuierliche Glukosemonitore (CGM).

Denkbar sei sowohl ein eigenständiges Hardwaregerät als auch eine Smartwatch mit zusätzlichem Sensor, wobei der Fokus vermutlich auf einer nicht- oder gering-invasiven Messmethode liege.

Berichten wird zudem geraten, auf eine Registrierung beim chinesischen Industrieministerium sowie auf eine medizinische Zulassung zu achten – tragbare Blutzuckermessgeräte erreichten in der Regel nicht die Genauigkeit klassischer Fingerstich-Messgeräte und eigneten sich eher zur ergänzenden Überwachung.

Vorarbeiten bei Wearables

Bereits im Mai 2023 hatte Huaweis damaliger Manager Richard Yu angekündigt, dass die Watch-4-Serie als erstes Huawei-Wearable eine Studie zur Bewertung des Risikos für hohen Blutzucker unterstütze: Nutzer konnten sich nach Autorisierung und einer Tragezeit über ihr Risikoniveau informieren lassen.

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Auch aktuellere Modelle wie die neu vorgestellte Watch-GT-7-Serie bieten eine solche Risikoeinschätzung, messen jedoch keinen tatsächlichen Blutzuckerwert. Bereits im September 2025 hatte es in sozialen Medien Gerüchte über ein fortschrittliches Blutzucker-Wearable für 2026 gegeben, allerdings mit wenig belastbaren Hinweisen.

Auch bei anderen Vitalwerten setzt Huawei auf Sensorik am Körper: Die Watch D3 nutzt ein kleines aufblasbares Luftkissen im Armband, um den Blutdruck nach der oszillometrischen Methode zu messen.

Neues Sensorsystem als technische Basis

Erst kurz zuvor hatte Huawei mit TruSense ein neues Sensorik-System vorgestellt, das über eine Kombination aus Hard- und Softwareoptimierung Geschwindigkeit, Genauigkeit und Umfang der Erfassung physiologischer Daten verbessern soll – inklusive einer Art Mikro-Gesundheitscheck sowie Trendanalysen und proaktiven Hinweisen. Die kommenden Serien Watch 6, GT 7 und D3 sollen diese Technik integrieren.

Untermauert wird die Entwicklung durch drei Forschungslabore für Sport- und Gesundheitswissenschaft in Dongguan, Xi'an und Finnland sowie durch Kooperationen mit weltweit über 180 Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aus denen mehr als 340 Gesundheitsstudien mit insgesamt über 18 Millionen Testnutzern hervorgegangen seien – darunter Projekte mit dem thailändischen Gesundheitsministerium zur Bewertung des Risikos koronarer Herzkrankheiten sowie ein gemeinsam mit der International Society of Hypertension eingerichteter Fonds zur Förderung der tragbaren Blutdrucküberwachung.

Reaktion eines möglichen Partners aus der Diagnostikbranche

Der chinesische Diagnostikhersteller Sinocare äußerte sich auf einer Investoren-Plattform zu einer Zusammenarbeit mit Huaweis HarmonyOS-Ökosystem. Diese konzentriere sich vor allem auf technische Anpassung und die Einbindung in die Huawei-Softwareumgebung.

Die App „Aikan Health“ des Unternehmens sei bereits im HarmonyOS-NEXT-App-Store verfügbar und gelte als erste native Anwendung für kontinuierliche Glukoseüberwachung auf dieser Plattform in China. Sie ermögliche eine geräteübergreifende Anbindung zwischen Smartphone und Smartwatch mit Echtzeit-Datenabgleich und sei über KI-Modelle mit Huaweis Gesundheitsdaten verknüpft. Eine gemeinsame Forschungseinrichtung oder ein Gemeinschaftsunternehmen mit Huawei bestehe derzeit jedoch nicht.

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