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Huawei Watch D3: Test mit 534 Messungen bestätigt genaue Blutdruckwerte

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 534 Messungen lagen die Werte der Huawei-Uhr nahe an manuellen Referenzmessungen; eine formale Validierung erfolgte jedoch nicht.
Ein steriler, aufgeräumter medizinischer Untersuchungsraum mit einem Stethoskop auf einem Tisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Moderne Wearables zur Überwachung kardiovaskulärer Parameter gewinnen in der Heimanwendung zunehmend an Bedeutung. Auf der Konferenz Age of Care in Prag stellte der Kardiologe Luboš Kotík Untersuchungsergebnisse zur Messgenauigkeit der Huawei Watch D3 vor. Nach einer mehrwöchigen Testreihe bestätigte der Mediziner die klinische Genauigkeit des Geräts bei der Blutdruckerfassung im Vergleich zu herkömmlichen Referenzmethoden.

Ergebnisse der Prager Vergleichsmessung

Der Testaufbau von Luboš Kotík umfasste insgesamt 534 Messungen an 89 Personen im Alter zwischen 13 und 86 Jahren, bei einem Altersdurchschnitt von 48,2 Jahren. Über einen Zeitraum von rund drei Wochen wurden jeweils drei manuelle Messungen und drei Messungen mit der Uhr vorgenommen. Als Referenz diente ein klassisches Quecksilber-Tonometer.

Die ermittelten Mittelwerte lagen bei der manuellen Erfassung bei 120,7/77 mmHg und bei der Uhr bei 121,1/78 mmHg, was einer Differenz von 0,4 mmHg systolisch beziehungsweise 1 mmHg diastolisch entspricht.

In der Bland-Altman-Analyse ergab sich diastolisch eine systematische Differenz von 0,66 mmHg bei einer Standardabweichung von 4,18 sowie 95-Prozent-Grenzen von ?7,6 bis +9,0 mmHg. Systolisch lag der Wert bei 2,49 mmHg mit Grenzen von ?9,4 bis +14,4 mmHg.

Damit bewegten sich die Ergebnisse innerhalb der Vorgaben der Norm ISO 81060-2 (?5 ± ?8 mmHg), wenngleich es sich laut Kotík um keine formale Validierungsstudie handelte. Die Genauigkeit erwies sich als unabhängig von Alter, Geschlecht und Handgelenkumfang.

Zudem wies der Kardiologe darauf hin, dass seine eigenen manuellen Werte in 60 Prozent der Fälle auf 0 oder 5 gerundet waren, während dies bei der Uhr nur zu 10 Prozent vorkam.

Technische Merkmale und Vergleichstests

Die Huawei Watch D3 ist als Medizinprodukt zertifiziert und nutzt für die Blutdruckerfassung ein oszillometrisches Messverfahren mit einer mechanisch aufblasbaren Manschette im Armband. Das 11,3 Millimeter dicke Gehäuse wiegt rund 40 Gramm und verfügt über ein 1,92 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 480 × 408 Pixeln sowie einer Helligkeit von bis zu 3000 Nits.

Neben Einzelmessungen ermöglicht das Gerät eine automatische 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM), bei der der Akku etwa einen Tag hält, während bei normaler Nutzung bis zu 6 Tage erreicht werden.

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Unabhängige Praxistests bestätigen das Bild geringer Abweichungen. In Tests der Fachzeitschrift CHIP sowie ungarischen Erprobungen lag die Differenz zu herkömmlichen Oberarmmessgeräten meist bei maximal 5 mmHg. Ein konkreter Vergleich ergab 122/76 mmHg am Oberarm gegenüber 117/79 mmHg an der Smartwatch.

Medizinische Einordnung und Empfehlungen

Der Bedarf an verlässlichen Heimmessungen ist groß. Wie die Kardiologin Dr. Metz Edit anlässlich der Vorstellung der Uhr in Ungarn hervorhob, leiden dort rund 3,4 Millionen Menschen im Alter von 30 bis 79 Jahren an Bluthochdruck, wobei 30 bis 35 Prozent davon undiagnostiziert bleiben.

Weltweit sind laut WHO etwa 1,4 Milliarden Personen dieser Altersgruppe betroffen, von denen rund 44 Prozent keine Kenntnis von ihrer Erkrankung haben.

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Gleichzeitig mahnen Kardiologen zur Besonnenheit beim Einsatz von Wearables. Die Mediziner Dr. Amit Kumar Gupta und Dr. Vivek Tandon betonten, dass Smartwatch-Messungen kein vollwertiger Ersatz für medizinische Untersuchungen sind.

Als verlässliche Referenz gelte nach wie vor die Manschettenmessung an der Oberarmarterie. Bei auffälligen Werten sollten Betroffene fünf Minuten ruhig sitzen und mit einem validierten Oberarmgerät nachmessen; verordnete Medikamente dürfen keinesfalls eigenmächtig angepasst werden.

Die Kardiologen Zhang Shuning und Wu Yizhe vom Zhongshan-Krankenhaus der Fudan-Universität wiesen zudem darauf hin, dass zu häufiges Messen Ängste schüren könne, und empfahlen als Richtwert drei Messungen am Tag.

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