Hüft-, Kniearthrose

Hüft- und Kniearthrose: Biberach lädt am 12. November zum Gesundheitsforum

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Gesundheitsforum im November behandelt konservative Therapien, Voraussetzungen für Gelenkersatz und mögliche Risiken eines Eingriffs.
Ein friedlicher Waldweg im Herbstlicht, der zu Bewegung und körperlicher Aktivität einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Gelenkverschleiß an Hüfte und Knie zählt zu den häufigsten Ursachen für chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Sana Klinikum Landkreis Biberach den Möglichkeiten der modernen Gelenktherapie: Am 12. November 2026 veranstaltet das Haus um 18 Uhr ein Gesundheitsforum zum Thema Arthrose an Hüft- und Kniegelenk im Veranstaltungsraum 1 in der Marie-Curie-Straße 4 in Biberach.

Als Referent tritt Dr. Dirk Wernerus auf, Sektionsleiter Orthopädie und Leiter des dortigen Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung (EPZmax). Allein im Jahr 2025 führten die beteiligten Operateure am Sana Klinikum Landkreis Biberach mehr als 1.300 Eingriffe durch.

Der Eintritt zur Informationsveranstaltung ist frei, die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt; Anmeldungen sind bis zum Vortag per E-Mail an gesundheitsforum.bc@sana.de oder telefonisch von Montag bis Freitag unter 07351 55-9000 möglich.

Konservative Maßnahmen und gezieltes Bewegungstraining

Vor einem operativen Eingriff stehen in der medizinischen Praxis konservative Behandlungsmethoden im Mittelpunkt. Das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung am Krankenhaus Maria Hilf in Daun betont in diesem Zusammenhang, dass zunächst alle konservativen Optionen ausgeschöpft werden sollten.

Dazu gehören individuell abgestimmte Physiotherapie, gezielter Muskelaufbau sowie orthopädische Hilfsmittel wie Schuheinlagen oder Kniegelenksorthesen und eine differenzierte Schmerztherapie. Chefarzt Dr. med. Pierre Göbel warnt vor vorschnellen Kniegelenksoperationen und verweist darauf, dass jeder Eingriff medizinisch sinnvoll und individuell begründet sein muss.

Bei Gelenkproblemen wird grundsätzlich Bewegung mit ruhigen, gleichmäßig-fließenden Abläufen und geringer Gelenkbelastung empfohlen. Dazu zählen Sportarten wie Schwimmen mit Kraulbeinschlag, Aquajogging, Radfahren, Spazierengehen, Nordic Walking, Wandern, Gymnastik sowie Koordinationstraining und moderates Krafttraining mit Hilfsmitteln wie dem Thera-Band.

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Für den Einstieg gelten Einheiten von 3-mal wöchentlich 30 Minuten als Richtwert, die schrittweise auf mindestens 5-mal wöchentlich gesteigert werden können, ergänzt durch täglich 10 bis 15 Minuten physiotherapeutische Übungen.

Zu meiden sind Bewegungen mit abruptem Abstoppen, Springen, Hüpfen, Jogging auf harten Böden, Alpin-Ski, schnelle Aerobic sowie Ballsportarten wie Squash, Fußball oder Handball.

Ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie ärztlicher Leiter des OrthoCenter München empfiehlt zur Stabilisierung des Knies fünf Übungen: Nordic Hamstring Curls mit 2 Sätzen à 3 bis 5 Wiederholungen, Farmer's Carry über 3 Durchgänge à 30 bis 45 Sekunden, Lateral Band Walks über 2 bis 3 Durchgänge mit 10 bis 15 Schritten je Richtung, Single-Leg Squats in 2 bis 3 Sätzen mit 6 bis 8 Wiederholungen pro Seite sowie Squats, Deadlifts und Lunges in 2 bis 3 Sätzen mit 6 bis 10 kontrollierten Wiederholungen. Ein gezieltes Krafttraining von zweimal 20 Minuten wöchentlich stellt demnach bereits eine wirksame konservative Basis dar.

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Kriterien für operative Eingriffe und Risikofaktoren

Reichen konservative Therapiemaßnahmen nicht mehr aus, wird ein Gelenkersatz geprüft. Laut einem Selbsttest der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) kann eine operation sinnvoll sein, wenn mindestens drei von sechs Kriterien erfüllt sind — darunter Schmerzen seit 3 bis 6 Monaten, ein hoher Leidensdruck, ein entsprechender Röntgenbefund und erfolglose konservative Behandlungen.

Zudem verweist die DGOU auf modifizierbare Risikofaktoren vor einer Operation: So ist das Risiko für Wundinfektionen bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 27 bis 31 um das Vierfache und bei einem BMI über 31 um das Achtfache erhöht. Ein Rauchstopp wird mindestens vier Wochen vor der Operation empfohlen. Wer sechs Wochen vor sowie sechs Wochen nach dem Eingriff auf das Rauchen verzichtet, senkt das zigarettenbedingte Risiko laut DGOU um 50 Prozent.

Trotz moderner Operationsmethoden bleiben Folgeeingriffe ein relevanter Faktor: Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) verzeichnete im Jahr 2025 fast 40.000 Folgeeingriffe an Hüfte und Knie, wobei Implantatlockerungen und Infektionen die häufigsten Ursachen bildeten.

Bei Knieprothesen waren 16 Prozent der Folgeeingriffe auf Infektionen zurückzuführen, bei Hüftprothesen 20 Prozent. Demnach sind über 90 Prozent der Patienten mit ihrer neuen Hüfte sehr zufrieden.

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