Humanoid-Roboter: 666 Teams konkurrieren ab 22. August in Peking
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei den zweiten World Humanoid Robot Games (WHRG) in Peking hat am gestrigen Sonntag das Finale im Bereich der Brandbekämpfung die technologischen Herausforderungen beim Einsatz humanoider Roboter in Krisenszenarien verdeutlicht.
Insgesamt 23 Teams traten in einem Parcours an, der das Identifizieren von Gefahren, das Schließen von Ventilen und den Einsatz von Feuerlöschern innerhalb eines Zeitfensters von 30 Minuten vorsah.
Erschwerte Bedingungen durch Regen und wechselnde Lichtverhältnisse beeinträchtigten die Leistung der Maschinen erheblich; lediglich drei der zwölf am Sonntag angetretenen Teams konnten sämtliche Aufgaben erfolgreich abschließen.
Herausforderungen in der Notfallrettung
Der Wettbewerb, der unter anderem durch ein Programm des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) zur Förderung von Robotereinsätzen in der Notfallrettung motiviert ist, zeigte unterschiedliche Leistungsniveaus der Teilnehmer. Das Unternehmen UniX AI schloss den Rettungswettbewerb zwar ab, benötigte dafür jedoch eine beträchtliche Zeitspanne.
Das Unternehmen hatte Ende März dieses Jahres eine Finanzierungsrunde in Höhe von 300 Millionen Yuan (rund 44,49 Millionen US-Dollar) abgeschlossen. Der Roboter Tiangong hingegen konnte im Feuerwehr-Finale lediglich eine der drei gestellten Aufgaben bewältigen.
Parallel dazu fand ein Wettbewerb für Hotel-Szenarien statt, an dem mehr als zehn Teams teilnahmen. Hier mussten die Roboter innerhalb von 30 Minuten Aufgaben wie den Gepäcktransport, das Auffüllen von Vorräten und Housekeeping-Tätigkeiten, darunter das Beziehen von Betten sowie die Lieferung von Wasser und Hausschuhen, erledigen. Ein wesentlicher Aspekt der Wertung war der Grad der Autonomie: Ferngesteuerte Aktionen führten maximal zum Erhalt der halben Punktzahl.
Massive Expansion des Wettbewerbsformats
Die Hauptveranstaltung der World Humanoid Robot Games steht unmittelbar bevor. Vom 22. bis zum 26. August 2026 werden in Peking 666 Teams mit insgesamt 2.056 Robotern aus 16 Ländern erwartet. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber der Premiere im August 2025 dar, an der 280 Teams mit gut 500 Robotern unterzeichnet hatten.
China stellt mit 641 Teams und 1.975 Robotern den Großteil der Teilnehmer, wobei 157 Unternehmen und 200 Universitäten vertreten sind. Das Programm umfasst über 30 Wettbewerbe, darunter neue Disziplinen wie Weitsprung, Gewichtheben, Tauziehen und Tischtennis sowie praxisnahe Simulationen in den Bereichen Logistik, Haushalt und industrielle Fertigung.
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Marktdynamik und industrielle Anwendung
Die technologischen Fortschritte spiegeln sich in den weltweiten Auslieferungszahlen wider. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Branchendaten etwa 19.100 humanoide Roboter ausgeliefert, was mehr als einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum (5.100 Einheiten) entspricht.
Prognosen für das Gesamtjahr 2026 reichen bis zu 100.000 Einheiten, während für das Jahr 2030 ein Volumen von bis zu 500.000 Einheiten erwartet wird. Derzeit entfallen rund 90 Prozent der Auslieferungen auf kommerzielle Dienste.
Branchenakteure wie Figure AI forcieren die Entwicklung für den industriellen Einsatz. CEO Brett Adcock erklärte, dass die primäre Herausforderung derzeit in der Onboard-KI und weniger in der Hardware liege. Das Modell Figure 03 habe in Testläufen über 200 Stunden Pakete mit einer Geschwindigkeit von 2,9 Sekunden pro Stück sortiert.
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Agility Robotics bereitet unterdessen die Auslieferung des Modells Digit v5 für Dezember 2026 vor. Dieser Roboter ist mit zertifizierter Sicherheitshardware nach IEC 61508 SIL 3 ausgestattet und soll Arbeitszeiten von mehr als 20 Stunden pro Tag ermöglichen. Das Unternehmen verfüge bereits über einen Auftragsbestand von über 300 Millionen US-Dollar.
Auch etablierte Elektronikkonzerne drängen in das Segment. LG kündigte für das erste Quartal 2027 einen zweibeinigen Humanoiden an und nutzt dafür Technologiepartnerschaften mit Nvidia. Gleichzeitig investiert LG in spezialisierte Unternehmen wie Robotis, das seine Produktionskapazitäten im Jahr 2026 auf über 500.000 Einheiten steigern will.
In China treibt zudem Unitree die Kommerzialisierung voran und plant für 2026 die Auslieferung von 10.000 bis 20.000 Einheiten, wobei das Modell R1 bereits zu Preisen ab 29.900 Yuan angeboten wird.
