Humanoid-Roboter: Britisches Startup wird Einhorn mit 1,25 Mrd. Euro
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Londoner Unternehmen Humanoid hat sich 152 Millionen Euro von Investoren gesichert – und ist damit nun mehr als eine Milliarde Euro wert. Der Robotik-Pionier aus Großbritannien katapultiert sich mit dieser Finanzierungsrunde in den exklusiven Club der europäischen Einhörner.
Rekordfinanzierung für humanoide Roboter
Die Series-A-Runde, die Humanoid auf eine Bewertung von umgerechnet rund 1,25 Milliarden Euro bringt, wurde vom US-Risikokapitalgeber Prime Movers Lab angeführt. Mit an Bord sind die deutschen Industrieriesen Bosch und Schaeffler, die taiwanesische Fubon Financial sowie Aglaé Ventures. Damit ist Humanoid das erste rein auf humanoide Roboter spezialisierte Einhorn Europas.
Das frische Kapital erhöht die gesamten Investitionen des Startups auf rund 250 Millionen Euro. Gegründet wurde das Unternehmen im Mai 2024 von Artem Sokolov, der zunächst 28 Millionen Euro eigenes Geld investierte. Heute beschäftigt Humanoid zwischen 51 und 200 Mitarbeiter an Standorten in London, Boston und Vancouver – darunter über 50 Ingenieure, die von Wettbewerbern wie Boston Dynamics, Sanctuary AI, Apptronik und 1X abgeworben wurden.
34.000 Vorbestellungen – noch keine Auslieferung
Obwohl Humanoid noch keine einzige kommerzielle Lieferung getätigt hat, meldet das Startup beeindruckende 34.000 Vorbestellungen. Der potenzielle Auftragswert liegt bei umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro. Die Wachstumsstrategie setzt stark auf die Zusammenarbeit mit etablierten Industriepartnern.
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Bosch fungiert als Auftragsfertiger für die Roboter und soll in den nächsten fünf Jahren eine Produktionskapazität von 100.000 Einheiten bereitstellen. Schaeffler wiederum plant, tausende Humanoid-Roboter in den eigenen Betrieb zu integrieren. Weitere Partnerschaften bestehen mit SAP, NVIDIA und Siemens.
Das Unternehmen will die neuen Mittel nutzen, um die Massenproduktion hochzufahren und die nächste Robotergeneration zu entwickeln. Erste Beta-Roboter sollen im vierten Quartal 2026 bei Kunden in der Fertigungs-, Logistik- und Einzelhandelsbranche eingesetzt werden.
Technologie mit Fokus auf Sicherheit
Das Flaggschiff HMND 01 nutzt das KinetIQ-KI-System für industrielle Aufgaben. Interessant: Obwohl Humanoid auch an einer zweibeinigen Version arbeitet, setzt das Unternehmen zunächst auf ein rollendes Design. Der Grund ist pragmatisch: So lässt sich der EU-Sicherheitszertifizierungsprozess schneller durchlaufen, und die Roboter können früher in Fabriken und Lagern eingesetzt werden.
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Die Konkurrenz schläft nicht: Der US-Wettbewerber Figure AI wird mit umgerechnet rund 36 Milliarden Euro bewertet, Apptronik mit über 4,6 Milliarden Euro. In Großbritannien zählt Humanoid nun zu den 80 Einhörnern des Landes, deren Gesamtwert bei umgerechnet rund 285 Milliarden Euro liegt.
Weltweiter Robotik-Boom
Die Finanzierungsrunde von Humanoid fällt in eine Zeit weltweit steigender Investitionen in die Robotik. Erst am Montag sammelte das südkoreanische Unternehmen Holiday Robotics umgerechnet rund 107 Millionen Euro ein – eine der größten Series-A-Runden des Landes. Das Geld fließt in die Massenproduktion des „Friday“-Roboters für Fabriken.
Ebenfalls am Montag sicherte sich das indische Startup Nexus Robotics aus Bengaluru umgerechnet rund 11 Millionen Euro. Mit Unterstützung von Accel India und Sequoia Capital India plant das Unternehmen einen Pilotbetrieb mit 50 Einheiten seines Nexus-One-Roboters in Tamil Nadu und Maharashtra noch in diesem Jahr.
Und am Dienstag präsentierte die italienische Firma Generative Bionics ihre Plattform Gene.01. Der Roboter verfügt über eine Ganzkörper-Tastwahrnehmung und wird in Zusammenarbeit mit Fincantieri für Spezialaufgaben wie Schweißarbeiten in Werften entwickelt. Die Premiere in den USA ist für die AMD Advancing AI 2024-Konferenz geplant.
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