Humanoide Roboter: AGIBOT meistert 64.000 Aufgaben mit 99,99 Prozent Erfolg
30.06.2026 - 06:02:42 | boerse-global.de
Weg von starren Großanlagen, hin zu modularen, KI-gestützten Systemen, die speziell kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fit für die Zukunft machen sollen. Aktuelle Entwicklungen aus Asien und Europa zeigen: Kompakte Roboter und intelligente Software lösen gezielt Probleme wie Fachkräftemangel und Qualitätsschwankungen.
Kompakte Helfer für die flexible Fertigung
Epson Southeast Asia hat am Montag in Singapur eine strategische Neuausrichtung vorgestellt. Der Fokus liegt auf modularen, zellenbasierten Robotiklösungen. „Hersteller setzen zunehmend auf kompakte SCARA- und 6-Achs-Roboter“, erklärte Vivekanand Patil, Senior Regional Manager für Robotiklösungen. Der Vorteil: Unternehmen können ihre bestehenden Produktionslinien schrittweise modernisieren, statt komplett neue Werke zu bauen. Im Zentrum stehen Skalierbarkeit und niedrigere Gesamtbetriebskosten. KI-gesteuerte Analysen ermöglichen vorausschauende Wartung, während maschinelles Sehen die Qualität in Echtzeit überwacht.
Ebenfalls am Montag präsentierte LANG Technik das RoboTrex Compact Automation System. Es wurde speziell für die Kleinteilefertigung entwickelt und benötigt nur etwa zwei Quadratmeter Stellfläche. Ein integrierter FANUC-Roboter handhabt Werkstücke bis zu sieben Kilogramm und lagert bis zu 100 spezielle Mikro-Schraubstöcke. Das ermöglicht vollautomatische „Lights-out“-Fertigungszyklen – also Produktion ohne menschliches Zutun.
Humanoide Roboter auf dem Vormarsch
Die Einsatzreife humanoider Roboter in Fabriken wurde Ende Juni eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bei einem sechstägigen Test im Werk des Elektronikherstellers Longcheer Technology in Nanchang absolvierten die G2-Roboter von AGIBOT über 64.000 Aufgaben – von der Qualitätskontrolle bis zum Materialtransport. Die Erfolgsquote lag bei bemerkenswerten 99,99 Prozent.
AGIBOT gab zudem am Sonntag bekannt, den 15.000sten Roboter produziert zu haben. Die Fertigungsgeschwindigkeit habe sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Bereits 2025 hielt das Unternehmen einen weltweiten Marktanteil von 39 Prozent bei humanoiden Robotern.
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Auch bei der Steuerung gibt es Fortschritte. Das britische Unternehmen Humanoid stellte am Montag seinen KinetIQ Ascend-Ansatz vor, ein Verfahren des bestärkenden Lernens. Es erreicht eine Manipulationszuverlässigkeit von 99,9 Prozent. Interne Tests zeigen, dass die Technologie den Durchsatz bei der Maschinenbeschickung um 42 Prozent steigern kann. Bei Aufgaben wie dem Greifen aus Behältern oder dem beidhändigen Handling von Behältern arbeitet der Roboter 1,5-mal schneller als ein menschlicher Arbeiter.
Staatliche Initiativen treiben die Digitalisierung voran
In Asien forcieren Regierungen und Unternehmen gemeinsam die Integration von KI in KMU. Südkoreas Ministerium für KMU und Startups startete am Montag ein sechsmonatiges Demonstrationsprojekt mit zwölf Organisationen. Getestet werden spezialisierte Multi-KI-Agenten in der Lebensmittel- und Kosmetikproduktion, um Prozesse und Qualitätsmanagement zu optimieren.
In Vietnam haben DEHA DS und Samsung Electronics bereits Anfang des Jahres auf einem Seminar des Industrieministeriums Smart-Factory-Lösungen vorgestellt. DEHA DS bestätigte zudem Ende Juni, offizieller Implementierungspartner von ViSCO Technologies zu werden. Der japanische Spezialist für maschinelles Sehen liefert automatisierte optische Inspektionssysteme für die Elektronik-, Automobil- und Pharmaindustrie in Vietnam.
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Auch die Fischindustrie investiert massiv in Automatisierung. Am Sonntag wurde in der Provinz Ca Mau die Minh Phu Khanh An Seafood Processing Plant eingeweiht. Die Anlage im Wert von 1,5 Billionen VND (etwa 58 Millionen Euro) verfügt über vollautomatische Sortier-, Farbprüf- und Schälprozesse. Ziel ist es, den Exportumsatz der Region zu steigern, der 2025 bereits bei über 2,4 Milliarden US-Dollar lag.
Kühlhaus-Logistik und digitale Zwillinge
Die Automatisierung erobert zunehmend auch extreme Umgebungen. Wie am heutigen Dienstag bekannt wurde, hat das Unternehmen Corvus Robotics autonome Drohnen in Kühlhäusern eingesetzt. Sie operieren bei Temperaturen von bis zu minus 29 Grad Celsius und führen Inventurzählungen durch – etwa bei der Handelskette Kroger – ohne den laufenden Betrieb zu stören. Die Drohnen waren bereits im Februar auf den Markt gekommen.
Um die immer komplexeren Systeme zu verwalten, haben Siemens und IFS am Montag eine strategische Partnerschaft angekündigt. Ziel ist es, industrielle KI zu nutzen, um Engineering- und Betriebsdaten zu verknüpfen. Durch die Schaffung eines geschlossenen digitalen Zwillings wollen die Partner Herstellern eine bessere Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus bieten. Parallel dazu launchte Myrex Ende Juni die Plattform IRIS, die hochauflösende 3D-Modelle für Wartung und Fehlersuche in der Fertigung nutzt.
