Humanoide Roboter: AGIBOT stellt 15.000sten Roboter her
28.06.2026 - 12:14:14 | boerse-global.de
000ste Exemplar, ein Modell der G2-Serie, verließ kürzlich das Werk. Ein Zeichen dafür, dass humanoide Roboter langsam den Weg aus den Laboren in die Fabrikhallen finden.
Vom Pilotprojekt zur Massenproduktion
Erst am vergangenen Freitag demonstrierte AGIBOT, wie weit die Technologie bereits ist. In einer Live-Übertragung bearbeiteten G2-Roboter eine Tablet-Produktionslinie bei Longcheer Technology. Das Ergebnis: Über 800 Produkte wurden fehlerfrei verarbeitet. Die Zuverlässigkeit der Systeme steigt rasant.
Auch andere Hersteller legen kräftig zu. ENGINEAI eröffnete in Shenzhen eine 12.000 Quadratmeter große Fabrik, die alle 15 Minuten einen humanoiden Roboter ausspuckt. Das Unternehmen sicherte sich im April 2026 rund 185 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierung und plant ein globales Produktionszentrum in Zhengzhou mit einer Jahreskapazität von 10.000 Einheiten.
Figure AI meldet derweil beeindruckende Betriebsdaten: Seine Roboter arbeiteten über 200 Stunden am Stück ohne Hardware-Ausfall. Angetrieben vom KI-System Helix-02 verarbeiteten sie fast 250.000 Pakete – mit einer Geschwindigkeit, die an menschliche Arbeitskräfte heranreicht.
Industrie setzt auf Automatisierung
Die Großindustrie zieht nach. BMW weitete am Freitag den Einsatz von Figure-03-Robotern im Werk Spartanburg aus. Was als Pilotversuch begann, wird nun zum Standard für repetitive Fertigungsaufgaben.
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SAIC-GM setzt auf eine andere Lösung: rollende humanoide Roboter am Batterie-Fließband des Buick Electra E7. Die in Zusammenarbeit mit AGIBOT entwickelten Einheiten positionieren Zellen mit einer Genauigkeit von 0,1 Millimetern. Ihr Platzbedarf? Weniger als 15 Prozent einer herkömmlichen Arbeitsstation.
Im Infrastruktursektor plant Hyperscale Data den Einsatz von 30 AGIBOT-Robotern in einem Rechenzentrum in Michigan. Doch nicht alle freuen sich darüber: Anwohner reichten eine Sammelklage wegen Lärmbelästigung ein. Auch die US-Gesetzgebung diskutiert Beschränkungen für ausländische Robotersysteme.
Kapitalströme und neue Strukturen
Die Branche lockt Milliarden an. Anyverse Dynamics schloss am Freitag eine Angel-Runde über 185 Millionen Euro ab. Eine Pre-Series A in ähnlicher Größenordnung steht kurz bevor. Das Startup aus Peking hat bereits Aufträge im Wert von rund 92 Millionen Euro für seinen K15-Roboter hereingeholt. Zu den Investoren zählen JD.com, C Capital und Hony Capital.
Xiaopeng Robotics stellte am selben Tag eine umfassende Umstrukturierung vor. Neun Abteilungen entstehen, Firmenchef He Xiaopeng übernimmt persönlich die Leitung des Robotik-Zentrums und der Produktabteilung. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte das Unternehmen den Grundstein für eine 110.000 Quadratmeter große Fabrik in Guangzhou gelegt. Die ersten Auslieferungen sollen noch dieses Jahr beginnen.
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Dobot wiederum will rund 164 Millionen Euro über einen Börsengang in Shenzhen einsammeln – für seine Humanoiden-Aktivitäten. Das Modell Dobot Atom kam bereits Anfang 2026 auf den Markt.
Zulieferer im Boom
Der Robotik-Boom beflügelt die Zulieferindustrie. 2025 buhlten fast 20 chinesische Motorenhersteller um Marktanteile in der Lieferkette. Leadshine Technology lieferte über 120.000 bürstenlose Torque-Motoren aus – ein 20-faches Wachstum zum Vorjahr. Step Electronics steigerte seine Stückzahlen um mehr als 247 Prozent.
Blick in die Privathaushalte
Die Hersteller richten den Blick längst über die Fabriktore hinaus. GigaAI präsentierte den SeeLight S1, einen zweiamrigen Haushaltsroboter auf Rädern. Ab 2027 soll er für umgerechnet rund 14.000 Euro erhältlich sein. Poke Robotics peilt den Markteintritt für Haushaltsroboter bis März 2028 an. Ein lukratives Feld: Der globale Markt für Haushaltsroboter wurde 2025 auf rund 38 Milliarden Euro geschätzt – mit einem jährlichen Wachstum von etwa 20 Prozent bis 2027.
