Humanoide Roboter: Hyundai-Streik droht über Atlas-Pläne ab 2028
26.06.2026 - 23:35:32 | boerse-global.de
Während Hersteller wie BMW, Hyundai und BYD ambitionierte Pläne vorlegen, wächst der Widerstand der Gewerkschaften.
Hyundai: Streikdrohung trotz Milliardeninvestition
Am Donnerstag stimmten über 86 Prozent der Hyundai-Mitarbeiter für die Autorisierung eines Streiks. Auslöser ist die geplante Einführung des Atlas-Roboters von Boston Dynamics ab 2028. Die Gewerkschaft fordert Beschäftigungsgarantien und einen Bonus in Höhe von 30 Prozent des Nettogewinns – umgerechnet rund drei Billionen Won.
Doch Hyundai hält an der Strategie fest: 25.000 Atlas-Einheiten sollen ab 2028 in den Werken zum Einsatz kommen. Der Preis pro Roboter soll unter 320.000 Dollar liegen. Parallel investiert die Hyundai-Tochter Boston Dynamics 100 Millionen Euro in ein neues Robotik-Zentrum nahe Waltham, Massachusetts.
BMW setzt auf Figure 03 in Spartanburg
In den USA hat BMW den Figure 03 in seinem Werk Spartanburg in Betrieb genommen. Der humanoide Roboter übernimmt dort Logistikaufgaben. Vorausgegangen war ein zehnmonatiger Pilotversuch mit dem Vorgängermodell Figure 02, das über 1.250 Stunden lief und die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3 unterstützte.
Die neue Version verfügt über Tastsensoren, Sprachsteuerung und kabelloses Laden – Teil der BMW iFACTORY-Strategie zur digitalen Transformation.
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BYD: Roboter als Showroom-Assistenten
Der chinesische Hersteller BYD verfolgt einen anderen Ansatz. Vizepräsidentin Stella Li kündigte an, innerhalb von ein bis zwei Jahren zwei bis drei humanoide Roboter in jedem Autohaus zu platzieren. Die selbst entwickelten Maschinen sollen Kunden beraten, aber nicht ersetzen.
Die Marktprognosen sind gewaltig: Analysten von Morgan Stanley erwarten ein Wachstum des globalen Marktes für humanoidere Roboter von drei Milliarden Dollar (2025) auf 28 Milliarden Dollar bis 2030. Chinesische Firmen sollen bis Ende 2025 über 80 Prozent der Auslieferungen stellen.
Chinesische Hersteller drängen in den Markt
Neben BYD investieren zahlreiche weitere chinesische Unternehmen in die Robotik. Seres präsentierte den „Xiaosai"-Roboter für Inspektions- und Produktionsaufgaben. Das Unternehmen arbeitet seit Oktober 2024 mit ByteDance-Tochter Volcengine zusammen.
Auch Xpeng und das Chery-Start-up Aimoga steigen ein – Aimogas Modelle kosten umgerechnet rund 42.260 Euro. Der Batterieriese CATL setzt in Kooperation mit Galbot den Roboter Galbot S1 in der Produktion ein. Er kann mit zwei Armen 50 Kilogramm heben und erledigt Kommissionieraufgaben per Kamera-Steuerung.
Tesla: Eine Million Optimus-Roboter pro Jahr geplant
Tesla bereitet die Massenproduktion seines Optimus vor. Im Sommer 2026 soll die Kleinserie anlaufen, 2027 die vollständige Fertigung. Das ambitionierte Ziel: eine Million Einheiten jährlich zu einem Preis unter 20.000 Dollar. Zulieferer liefern bereits optische Systeme für das Modell Optimus 3.
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Kapitalmarkt: Milliarden für Robotik-Start-ups
Die Branche lockt Investoren an. Agility Robotics kündigte eine Fusion mit einem SPAC an – Bewertung: 2,5 Milliarden Dollar. Die chinesische Firma Unitree plant einen Börsengang in Shanghai mit einer Bewertung von umgerechnet 4,2 Milliarden Yuan.
Laut Daten aus dem ersten Halbjahr 2026 haben Robotik-Start-ups weltweit 55,8 Milliarden Dollar eingesammelt. Chinesische Unternehmen sichern sich davon 43 Prozent des globalen Wagniskapitals.
