Humanoide, Robotik

Humanoide Robotik: 1–6 Millionen Einheiten jährlich bis 2030

04.07.2026 - 09:49:21 | boerse-global.de

BMW testet Figure 03 in den USA, Apptronik eröffnet riesiges Trainingszentrum. Günstige Modelle für den Mittelstand kommen.

Humanoide Roboter erobern die Industrie: BMW, Apptronik und Co.
Humanoide - Schlanker, moderner humanoider Roboter mit metallischer Oberfläche in heller Autofabrik nahe Fließband. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehrere Großkonzerne und Hersteller treiben die Entwicklung massiv voran – mit neuen Fabriken, Tausenden von Robotern und ehrgeizigen Zielen.

BMW setzt auf humanoide Helfer in den USA

Der Münchner Autobauer BMW hat den Figure 03 in seinem Werk in Spartanburg (South Carolina) in den Einsatz gebracht. Der Roboter übernimmt dort Aufgaben in der Logistiksequenzierung. Zuvor hatte bereits der Vorgänger Figure 02 rund zehn Monate lang in der Karosserieproduktion gearbeitet und half bei der Fertigung von über 30.000 BMW X3-Modellen mit, indem er Blechteile in spezielle Vorrichtungen einlegte.

Der neue Figure 03 nutzt das Helix 02-Modell für die Ganzkörperkoordination und verfügt über verbesserte Tastsensoren, Audiofunktionen und ein kabelloses Ladesystem. Parallel testet BMW am Standort Leipzig KI-gesteuerte Roboter, die Aufgaben durch bloßes Zusehen erlernen. Ziel ist es, Mitarbeiter von repetitiven und körperlich belastenden Tätigkeiten zu entlasten – nicht, sie zu ersetzen. Die Verantwortlichen bezeichnen Spartanburg als zentralen Entwicklungshub für humanoide Robotik.

Apptronik eröffnet riesiges Trainingszentrum

Anfang Juli 2026 hat der Robotik-Entwickler Apptronik in Austin (Texas) eine 90.000 Quadratmeter große Anlage eröffnet – den sogenannten Robot Park. Das Gelände ist 20-mal größer als die bisherigen Trainingsflächen des Unternehmens und bietet Platz für hunderte Apollo 2-Roboter. Diese führen reale Aufgaben in Logistik, Fertigung und Einzelhandel aus, um Daten für maschinelles Lernen zu generieren.

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Der Apollo 2 ist modular aufgebaut und in zweibeiniger sowie rollender Version erhältlich – letztere erfüllt spezielle Sicherheitsstandards für Industrieumgebungen. Apptronik teilt die gewonnenen Daten mit Google DeepMind, um die Gemini-Roboterplattform zu verbessern. Während der Apollo 2 bereits ausgeliefert wird, plant das Unternehmen den Apollo 3 für Ende 2027. Apptronik, das Investitionen von Google und Mercedes erhielt, wird derzeit mit über 5,5 Milliarden Euro bewertet.

Zulieferer starten Pilotprojekte

Am 2. Juli 2026 unterzeichneten die Novares Group und Innov8 eine Absichtserklärung für ein Pilotprogramm mit Robotern des chinesischen Herstellers Unitree. Die Tests laufen in einem Novares-Werk, wo die Maschinen repetitive und körperlich anstrengende Aufgaben in der Autoteilefertigung übernehmen. Ziel ist herauszufinden, wie flexible Automatisierung in Umgebungen integriert werden kann, die ursprünglich für Menschen ausgelegt sind.

Die Unternehmensführung betont, dass die Roboter vor allem bei belastenden Tätigkeiten eingesetzt werden, um die Ergonomie zu verbessern. Branchenanalysten der Boston Consulting Group sehen in solchen Einsätzen einen klaren Trend: Schätzungen zufolge könnten bis 2030 jährlich zwischen einer und sechs Millionen humanoid Roboter produziert werden.

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Günstige Alternativen für den Mittelstand

Mehrere Startups und Forschungseinrichtungen konzentrieren sich auf bezahlbare humanoide Technik für kleinere Unternehmen. In Indien hat das IIT Bombay den IndraBot-1 vorgestellt – einen Prototyp mit Kohlefaser-Exoskelett, der 40 Prozent weniger Energie verbraucht. Das Gerät wird derzeit in drei Fabriken in Pune getestet und soll rund 3.200 Euro kosten.

Das in Bangalore ansässige Unternehmen Astra Robotics hat den RoboMate X vorgestellt, der 20 Kilogramm tragen kann und etwa 19.500 Euro kostet. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen. In Nordamerika entwickelt Mirsee Robotics aus Ontario den MH3 – einen rollenden Humanoiden mit einer Hebekapazität von 30 Kilogramm pro Arm und einer Akkulaufzeit von zehn Stunden. Acht Prototypen existieren bereits, die Massenproduktion soll 2027 starten.

Marktforscher gehen davon aus, dass der Einsatz solcher Roboter in repetitiven Industrieprozessen die Produktivität innerhalb der ersten 18 bis 24 Monate um 25 bis 40 Prozent steigern könnte.

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