Hypertrophe, Kardiomyopathie

Hypertrophe Kardiomyopathie: 97,4% erreichen Behandlungsziel

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 16:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Langzeitdaten zu Mavacamten zeigen bei oHCM geringere Herzgradienten, bessere Symptome und keine neuen Sicherheitssignale über fünf Jahre.

Mavacamten zeigt über fünf Jahre anhaltende Wirkung bei oHCM
Ein steriler, modern ausgestatteter medizinischer Untersuchungsraum in einer Forschungsklinik mit Fokus auf klinische Präzision. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Forschungsergebnisse unterstreichen die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit neuer Behandlungsoptionen für Patienten mit obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie (oHCM).

Im Rahmen des ESC-Kongresses 2026 in München wurden weitreichende Daten präsentiert, die den therapeutischen Stellenwert des Wirkstoffs Mavacamten über einen Zeitraum von mehreren Jahren belegen. Die Untersuchungen geben Aufschluss darüber, wie sich die Behandlung auf die Herzfunktion und die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt.

Die Langzeitstudie EXPLORER-LTE im Überblick

Zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Veröffentlichungen waren die Ergebnisse der MAVA-LTE-Studie, auch als EXPLORER-LTE bekannt. Dabei handelt es sich um die bislang größte und am längsten laufende Langzeituntersuchung zum Einsatz von Mavacamten bei Patienten mit symptomatischer oHCM in den NYHA-Stadien II bis III. Insgesamt umfasst die Studie Daten von 231 Patienten.

Ziel dieser Untersuchung war es, die Beständigkeit des therapeutischen Nutzens sowie das Sicherheitsprofil des Wirkstoffs über die initiale Phase hinaus zu bewerten. Wie aus Berichten vom September 2026 hervorgeht, liefert die Studie nun Erkenntnisse über einen Beobachtungszeitraum von bis zu fünf Jahren.

Signifikante Senkung der Druckgradienten über fünf Jahre

Ein wesentliches Merkmal der obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie ist die Behinderung des Blutflusses aus der linken Herzkammer, messbar durch den sogenannten linksventrikulären Ausflusstrakt-Gradienten (LVOT-Gradient). Die Stabilisierung dieses Wertes gilt als entscheidender Indikator für den Erfolg einer medikamentösen Therapie.

Die Daten der EXPLORER-LTE-Studie zeigen eine deutliche Reduktion dieser Gradienten über einen Zeitraum von 252 Wochen. Den Analysen zufolge sank der LVOT-Gradient in Ruhe um 38,7 mmHg im Vergleich zum Ausgangswert. Noch deutlicher fiel die Senkung unter Belastung aus: Der LVOT-Gradient unter dem sogenannten Valsalva-Manöver reduzierte sich nach 252 Wochen um 55,6 mmHg.

Ein signifikanter Anteil der Probanden profitierte von dieser Entwicklung. Demnach erreichten 97,4% der Patienten einen LVOT-Valsalva-Gradienten von 30 mmHg oder weniger, was klinisch als wichtiges Behandlungsziel gilt.

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Die EXPLORER-LTE-Daten zeigen über bis zu fünf Jahre, wie sich der LVOT-Gradient unter Mavacamten entwickelt: in Ruhe minus 38,7 mmHg, unter Valsalva minus 55,6 mmHg gegenüber dem Ausgangswert, und 97,4 % der Patienten erreichten einen Valsalva-Gradienten von 30 mmHg oder weniger. Wie Sie diese Werte im Verlauf einordnen, fasst unser kostenloser Leitfaden in drei Schritten zusammen. oHCM-Leitfaden mit den 5-Jahres-Daten jetzt anfordern

Verbesserte Lebensqualität und klinische Stabilität

Neben den rein hämodynamischen Messwerten stand die körperliche Verfassung der Patienten im Fokus der Untersuchung. Hierbei zeigte sich, dass die medikamentöse Behandlung zu einer nachhaltigen Verbesserung der Symptomatik führte.

Laut den im September 2026 vorgestellten Daten verbesserten 69,6% der Teilnehmer ihren Zustand um mindestens eine NYHA-Klasse. Nahezu zwei Drittel der Patienten, konkret 59,2%, galten nach dem fünfjährigen Beobachtungszeitraum als asymptomatisch.

Hinsichtlich der Sicherheit der Langzeittherapie ergaben sich keine neuen Risikosignale. Die mittlere linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF), ein Maß für die Pumpkraft des Herzens, sank zwar im Verlauf der 252 Wochen um 10,2%, verblieb jedoch insgesamt im klinischen Normbereich. Dies deutet darauf hin, dass die Senkung der Obstruktion nicht zu einer kritischen Beeinträchtigung der allgemeinen Herzleistung führt.

Ergänzende Erkenntnisse aus Real-World-Daten

Zusätzlich zu den kontrollierten Studienergebnissen von Bristol Myers Squibb wurden auf dem Münchener Fachkongress weitere Datenquellen herangezogen, um das Bild der Therapie in der klinischen Praxis zu vervollständigen.

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Viele Betroffene fragen sich, ob die medikamentöse Therapie die Pumpkraft des Herzens schwächt. Die Langzeitdaten zeigen: Die mittlere LVEF sank über 252 Wochen um 10,2 %, blieb aber im klinischen Normbereich, und es ergaben sich keine neuen Sicherheitsrisiken. Unser Leitfaden erklärt, worauf Sie bei der Verlaufskontrolle achten sollten. Leitfaden zur Verlaufskontrolle jetzt anfordern

Dazu gehörten Real-World-Daten aus dem COLLIGO-HCM-Programm sowie Erkenntnisse aus einem deutschen Register. Diese zusätzlichen Präsentationen stützen die Ergebnisse der klinischen Studien und liefern weitere Anhaltspunkte für die Anwendung von Mavacamten im medizinischen Alltag.

Die Gesamtheit der Daten unterstreicht die Rolle der medikamentösen Therapie als langfristige Option für Patienten, die unter den belastenden Symptomen einer oHCM leiden.

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