Hyundai-Roboter, Konzern

Hyundai-Roboter: Konzern plant Kapazität für 30.000 Humanoide pro Jahr

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hyundai baut Fertigung und Zuliefernetz für humanoide Roboter aus; Atlas soll ab 2028 in Georgia Aufgaben übernehmen.

Hyundai plant Roboter-Großserie: 30.000 humanoide Einheiten jährlich
Eine moderne, sterile Fabrikhalle einer Automobilfertigung mit sauberen Montageplätzen und poliertem Betonboden. Illustration mit AI erstellt.

Die Hyundai Motor Group bereitet den Schritt in die industrielle Großserie für humanoide Roboter vor. Wie aus einem Bericht von Anfang Oktober hervorgeht, plant der südkoreanische Automobilkonzern, bis zum Jahr 2028 Fertigungskapazitäten für jährlich 30.000 humanoide Roboter aufzubauen. Zur Vorbereitung stärkt das Unternehmen seine globale Lieferkette und rekrutiert Fachkräfte etablierter Technologiekonzerne.

Vierfingrige Roboterhand für die Massenproduktion

Einen wesentlichen Baustein für die industrielle Nutzung stellte das Tochterunternehmen Boston Dynamics am 1. Oktober 2026 vor. Die neu entwickelte Hand für den humanoiden Roboter Atlas verfügt über vier Finger und 13 Freiheitsgrade – zuvor waren es sieben. Der Daumen besitzt vier Freiheitsgrade, während die drei weiteren Finger jeweils über drei verfügen. Auf einen kleinen Finger verzichtete das Unternehmen nach Tests mit stillgelegtem Finger.

Die modular austauschbare Konstruktion nutzt Direktantriebs-Aktuatoren sowie Drucksensoren an den Fingerspitzen und der Handfläche und kommt ohne Sehnen oder Kabel aus. Das Design wurde gezielt auf industrielle Kriterien wie Stromverbrauch, Haltbarkeit, Wartungsaufwand und Fertigungskosten optimiert.

Ziel von Boston Dynamics ist die Produktion von 100.000 Händen pro Jahr. Alberto Rodriguez, verantwortlich für die Manipulationstechnologie bei Boston Dynamics, verwies darauf, dass Greifhände stets einen harten Design-Kompromiss darstellen, bei dem viele Entwürfe Zuverlässigkeit und Herstellbarkeit opferten.

Rollout-Pläne und Testbetrieb in Georgia

Das geplante US-Werk des Konzerns soll auf eine Produktionskapazität von bis zu 30.000 Robotern pro Jahr ausgelegt werden. Langfristig ist der Einsatz von 25.000 Einheiten des Modells Atlas in weltweiten Werken von Hyundai und Kia vorgesehen.

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Der operative Zeitplan sieht vor, Atlas ab 2028 bei der Hyundai Motor Group Metaplant America (HMGMA) in Georgia zur Teile-Sequenzierung einzusetzen. Ab 2030 soll der Roboter die Montage von Bauteilen übernehmen. Nach der Automobilindustrie sollen spätere Anwendungen auch die Bereiche Halbleiter sowie Lebensmittel und Getränke umfassen.

Am 21. September 2026 eröffnete der Konzern das Robotics Metaplant Application Center (RMAC) auf dem HMGMA-Gelände bei Savannah. In einer am 30. September 2026 veröffentlichten Dokumentation demonstrierten Hyundai und Boston Dynamics den dortigen Trainingsbetrieb mehrerer Atlas-Einheiten beim Bewegen von Teilen und Reifen. Das 12 Milliarden US-Dollar teure HMGMA-Werk in Ellabell umfasst elf Gebäude auf 2.900 Acres und fertigt derzeit den Hyundai Ioniq 5 EV sowie den Kia Sportage Hybrid. Bis 2030 sollen dort 8.500 Mitarbeiter bis zu zehn Modelle und mindestens 580.000 Fahrzeuge jährlich produzieren.

Aufbau des Software- und Zulieferer-Ökosystems

Für die Skalierung baut die Hyundai Motor Group ein Robotik-Ökosystem unter Einbindung der Tochtergesellschaften Hyundai Mobis und Hyundai Glovis auf. Die Zusammenarbeit ermöglichte es bereits, die Kosten für einzelne Komponenten vom Prototypenstadium bis zur ersten Serienfertigung um 60 bis 80 Prozent zu senken. Statt Einzelprogrammierungen setzt Hyundai auf künstliche Intelligenz und Datensammlung für physische KI.

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Parallel dazu treibt das Software-Zentrum 42dot die Software-Entwicklung voran. Zu den jüngsten Neuzugängen zählen Angelo Corsaro, Entwickler des Open-Source-Protokolls Zenoh, der sich im Silicon Valley auf die Datenkonnektivität zwischen Fahrzeug und Cloud konzentriert, sowie der frühere DeepMind-Mitarbeiter Kim Jae-young als Gruppenleiter für das KI-Modell Gleo.

Zudem übernahm der ehemalige Nvidia-Ingenieur Chao Fang die Leitung des Silicon Valley VLA-Teams, um Modelle für Vision-Language-Action und Ende-zu-Ende-Wahrnehmung zur Serienreife zu führen.

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