Hyundai, Figure

Hyundai und Figure AI treiben humanoide Roboter in die Massenproduktion

21.05.2026 - 17:17:12 | boerse-global.de

Hyundai plant 30.000 Atlas-Roboter jährlich ab 2028, während Figure AI in Tests fast menschliche Arbeitsgeschwindigkeit erreicht.

Hyundai und Figure AI treiben humanoide Roboter in die Massenproduktion - Foto: über boerse-global.de
Hyundai und Figure AI treiben humanoide Roboter in die Massenproduktion - Foto: über boerse-global.de

Hyundais Milliarden-Plan für den Atlas-Roboter

Auf der JPMorgan-Investorenkonferenz am 18. Mai 2026 präsentierte Hyundai Motor Group einen detaillierten Fahrplan zur Vermarktung des Atlas-Roboters, entwickelt von der Tochter Boston Dynamics. Der südkoreanische Autoriese will bis 2028 eine Jahresproduktion von 30.000 Einheiten erreichen – ein Sprung, der die Branche aufhorchen lässt.

Das Herzstück der Strategie: ein komplett eigenes Ökosystem. Hyundai Mobis, die Zuliefertochter des Konzerns, bereitet bereits die Produktion von über 350.000 Aktuatoren pro Jahr vor. Diese vertikale Integration soll die Kosten drastisch senken. Aktuell kostet ein Atlas-Roboter zwischen 130.000 und 140.000 Euro. Sobald die Produktion die Marke von 50.000 Einheiten überschreitet, soll der Preis auf rund 30.000 Euro fallen – ein Niveau, das den Masseneinsatz erst wirtschaftlich macht.

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Den Anfang machen Hyundais eigene Werke: Rund 25.000 Roboter sind für die Fertigungsstraßen von Hyundai und Kia vorgesehen. Die erste große Welle rollt 2028 im HMGMA-Werk im US-Bundesstaat Georgia an, ein Jahr später folgt Kias dortiges Werk. Im Sommer 2026 eröffnet das RMAC-Testzentrum in Georgia, wo die Roboter unter realen Bedingungen optimiert werden.

Die neueste, vollelektrische Atlas-Version verfügt über 56 Bewegungsachsen und eine uneingeschränkte 360-Grad-Rotation der Gelenke. Das erlaubt ihr, sich selbst in engen Industrieumgebungen zu bewegen – ohne störende externe Kabel. In Tests stemmte der Roboter mithilfe von Bestärkungslernen einen 50 Kilogramm schweren Kühlschrank, trainiert durch Millionen von GPU-basierten Simulationsstunden.

Figure AI: Roboter fast so schnell wie der Mensch

Parallel zu Hyundais Ankündigungen lieferte Figure AI einen eindrucksvollen Live-Beweis. Seit dem 13. Mai 2026 streamt das Unternehmen rund um die Uhr aus einem US-Logistiklager, wo drei Roboter mit den Namen Bob, Frank und Gary Pakete sortieren. Das Besondere: Sie arbeiten mit dem Helix-02-System, einem einheitlichen neuronalen Netzwerk, das Gehen, Greifen und Balancieren steuert – und damit über 100.000 Zeilen traditionellen C++-Codes ersetzt.

Der Höhepunkt kam am 17. Mai: ein „Mensch gegen Maschine“-Wettbewerb über zehn Stunden. Der menschliche Arbeiter Aimé Gérard verarbeitete 12.924 Pakete, der Figure-03-Robot kam auf 12.732. Die Differenz: gerade einmal 0,04 Sekunden pro Paket (2,79 vs. 2,83 Sekunden). Figure AI betont: Der Mensch mag noch einen Vorteil bei der Geschicklichkeit haben – aber der Roboter braucht keine Pausen und ermüdet nicht.

Die drei Roboter haben in ihren ersten 160 Betriebsstunden bereits über 200.000 Pakete verarbeitet. Figure AI, das rund zwei Milliarden Euro von Investoren wie Microsoft, Nvidia, Amazon und OpenAI eingesammelt hat, positioniert seine Helix-gesteuerten Maschinen als Lösung für den 24-Stunden-Logistikbetrieb. Bereits der Vorgänger Figure 02 half bei der Produktion von 30.000 BMW-X3-Fahrzeugen.

Der Wettlauf um die günstigste Lieferkette

Der Kampf um die Vorherrschaft bei humanoiden Robotern wird zunehmend über Kosten und Lieferketten entschieden. Hyundai setzt auf eigene Komponenten – ein Vorteil gegenüber Teslas Optimus, der ebenfalls in der Entwicklung ist. Während Tesla einen Preis zwischen 20.000 und 30.000 Euro für seinen Universalroboter anpeilt, setzt Hyundai auf spezialisierte Industrieanwendungen: Schwerlastarbeiten und hochpräzise Montage.

Die Konkurrenz schläft nicht: Chinesische Hersteller wie Xingdong und Zhiyuan melden hohe Erfolgsquoten und verarbeiten täglich riesige Paketmengen. Analysten prognostizieren, dass der Markt für humanoide Roboter von rund 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf über 14 Milliarden Euro bis 2030 wachsen könnte.

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Doch der Siegeszug der Maschinen ruft auch Widerstand hervor. In Südkorea hat sich die Gewerkschaft der Metallarbeiter gegen den Einsatz ohne Vereinbarungen zur Umschulung betroffener Mitarbeiter ausgesprochen. Boston Dynamics selbst musste intern einen Deal mit Polizeizulieferern kippen, nachdem Mitarbeiter Bedenken wegen einer möglichen Bewaffnung der Spot-Roboter äußerten.

Wenn die Technik an ihre Grenzen stößt

Die jüngsten Vorfälle bei Waymo zeigen: Autonome Systeme bleiben anfällig. Am heutigen Donnerstag musste Alphabets Tochtergesellschaft ihren Dienst im Großraum Atlanta einstellen, nachdem ein fahrerloses Fahrzeug in einer Sturzflut stecken geblieben war. Die Feuerwehr musste ausrücken. Erst im Mai 2026 hatte Waymo rund 3.800 Fahrzeuge aufgrund von Softwareproblemen bei Starkregen zurückgerufen.

Für die Entwickler humanoider Roboter sind solche Pannen eine Warnung. Der Schlüssel liegt im „Sim-to-Real“-Transfer: Roboter werden in digitalen Simulationen auf extreme Situationen trainiert – verschüttete Flüssigkeiten, wechselnde Lichtverhältnisse oder unerwartete Hindernisse – bevor sie in der realen Fabrikhalle eingesetzt werden.

Ausblick: Wird der Roboter zum Standard?

Der Fokus der Branche hat sich verschoben. Die Frage ist nicht mehr, ob humanoide Roboter funktionieren, sondern wie sie sich in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. Mit Hyundais Testzentrum in Georgia, das im Sommer 2026 den Betrieb aufnimmt, und Figure AIs Vorbereitungen für das Modell Figure 04 werden die nächsten zwei Jahre von Großserienversuchen geprägt sein.

Die Finanzmärkte bleiben optimistisch. Waymo erreichte trotz Rückrufen Anfang des Jahres eine Bewertung von 116 Milliarden Euro nach einer Finanzierungsrunde über 14,8 Milliarden Euro. Figure AI wurde 2025 auf rund 36 Milliarden Euro geschätzt. Sollten Hyundai und Figure AI ihre Produktionsziele für 2028 erreichen, werden humanoide Roboter vom Exoten zum Standard in globalen Lieferketten – vorausgesetzt, die Industrie meistert die regulatorischen und arbeitspolitischen Hürden, die diese Revolution begleiten.

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