ICO, KI-Agenten

ICO zu KI-Agenten: Unternehmen können bis 20. November Belege einreichen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Regierung lehnt zusÀtzliche KI-Regeln im Cybersicherheitsgesetz ab; Behörden treiben Leitlinien und Meldepflichten weiter voran.
Moderne BĂŒrogebĂ€ude in der Londoner Skyline bei DĂ€mmerung, die die stĂ€dtische Infrastruktur und Architektur verdeutlichen. Illustration mit AI erstellt.

Die britische Regierung hat weitere ÄnderungsantrĂ€ge zur Regulierung kĂŒnstlicher Intelligenz im Rahmen der Cyber Security and Resilience Bill zurĂŒckgewiesen. Nach Ansicht zustĂ€ndiger Minister darf eine KI-Regulierung den Zugang zu sogenannten Frontier-Modellen fĂŒr sicherheitsrelevante Tests nicht gefĂ€hrden. Zudem solle das Thema nicht direkt in das Cybersicherheitsgesetz eingebettet werden, wie aus Branchenberichten hervorgeht.

Cyber-Ministerin Liz Lloyd lehnte die zusÀtzlichen KI-Amendments ab. Zuvor hatte bereits Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds am 20. Oktober 2026 gewarnt, dass restriktive Regeln gegen den Modellzugang die Sicherheit des Vereinigten Königreichs schwÀchen könnten.

Die Regierung strebt stattdessen an, eine finale Leitlinie bis Ende 2026 vorzulegen, gefolgt vom Entwurf eines gesetzlichen Kodex im Jahr 2027. Bereits am 12. Oktober 2026 kĂŒndigte KI-Minister Kanishka Narayan Schritte zur KI-Resilienz an, darunter den Ausbau der Cyber-Abwehr sowie die PrĂŒfung einer gesetzlichen Pflicht zur Meldung schwerer KI-VorfĂ€lle.

Datenschutzbehörde verschÀrft Blick auf Basismodelle und KI-Agenten

Parallel zur Debatte im Parlament treiben die Fachbehörden ihre Leitlinien voran. Das britische Information Commissioner's Office (ICO) veröffentlichte am 8. Oktober 2026 ein Update zu Anbietern von Basismodellen, das Zusagen zur Datenverbesserung enthÀlt.

Die Behörde formulierte konkrete Erwartungen zu fĂŒnf Kernbereichen: Transparenz, Rechtsgrundlage, Rechte der Betroffenen, Modelle und Personendaten sowie besondere Datenkategorien. Eigene Untersuchungen des ICO zeigen, dass die Transparenz seit 2024 kontinuierlich abgenommen hat.

Das ICO beabsichtigt zudem, mit der Regierung ĂŒber die Verarbeitung besonderer Kategorien zu beraten, und sieht hierfĂŒr Ausnahmen nur bei offensichtlich öffentlich gemachten Daten sowie zu wissenschaftlichen Forschungszwecken vor. Zugleich lĂ€uft beim ICO ein Konsultationsverfahren zu sogenannten KI-Agenten, bei dem Unternehmen bis zum 20. November 2026 Belege einreichen können.

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Im Oberhaus stellte Baroness Twycross am 19. Oktober 2026 schriftlich klar, dass die Schutzvorschriften nach Artikel 22C der britischen Datenschutz-Grundverordnung dort gelten, wo sie relevant sind. Artikel 22A erfasse vollstÀndig automatisierte Entscheidungen ohne bedeutsame menschliche Beteiligung, sofern sie rechtliche oder Àhnlich erhebliche Wirkungen entfalten.

Finanzaufsicht fordert Meldung signifikanter KI-VorfÀlle

Auch im Finanzsektor rĂŒckt die operative Aufsicht nĂ€her. Jessica Rusu, Chief Data Officer der Financial Conduct Authority (FCA), forderte in einer Rede am 19. Oktober 2026, dass Institute kĂŒnftig signifikante KI-Fehler sowie Beinahe-VorfĂ€lle melden mĂŒssen.

Eine bestehende Meldepflicht fĂŒr GroßvorfĂ€lle solle auf KI erweitert werden, wobei die genaue Definition eines signifikanten Vorfalls noch offenblieb. Rusu betonte, dass 86 Prozent der Finanzdienstleister bereits KI einsetzen. Neue Sonderregeln seien jedoch nicht geplant; bestehende Vorgaben, Kontrollstandards und Pflichten leitender Manager gĂ€lten weiterhin uneingeschrĂ€nkt.

Untersuchungen der FCA zeigten zuletzt MĂ€ngel in der Praxis: Institute schlossen schutzbedĂŒrftige Kunden teils standardmĂ€ĂŸig aus automatisierten Prozessen aus, Schutzmechanismen fĂŒhrten zu unpassenden Produktempfehlungen und KI-Systeme fehlten in PlĂ€nen zur operativen Ausfallsicherheit.

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Zudem griffen 80 Prozent der unerfahrenen Anleger zwischen 18 und 40 Jahren fĂŒr Finanzentscheidungen auf Sprachmodelle zurĂŒck, wobei sich nur wenige ĂŒber den fehlenden Schutz durch EntschĂ€digungseinrichtungen bewusst waren.

Auf internationaler Ebene vertiefte London die Zusammenarbeit: Am 13. Oktober 2026 erneuerten das Vereinigte Königreich und Kanada ihre Partnerschaft fĂŒr KI-Sicherheit. Schwerpunkte bilden gemeinsame Sicherheitsstandards, technischer Austausch und die Übermittlung sensibler Meldungen ĂŒber bestehende nachrichtendienstliche KanĂ€le.

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