IdentitÀtsdiebstahl, GerÀtezugriffe

IdentitÀtsdiebstahl: GerÀtezugriffe um 78% gestiegen, 2,5 Mio. Konten kompromittiert

20.06.2026 - 13:35:56 | boerse-global.de

Unbefugte Smartphone- und Computerzugriffe lösen klassischen Betrug als Hauptursache fĂŒr IdentitĂ€tsdiebstahl ab.

IdentitÀtsdiebstahl: Hackerzugriffe auf GerÀte steigen rasant
IdentitĂ€tsdiebstahl - A dimly lit server room with glowing blue data streams, a digital lock icon, and shadowy figures of hackers. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Hacker erlangen zunehmend direkten Zugriff auf Smartphones und Computer – mit verheerenden Folgen fĂŒr die IdentitĂ€tssicherheit.

Die Bedrohungslage im Bereich der CyberkriminalitĂ€t hat sich grundlegend gewandelt. Wie aus einem aktuellen Bericht des Identity Theft Resource Center (ITRC) hervorgeht, haben unbefugte GerĂ€tezugriffe klassische Betrugsmaschen als hĂ€ufigste Ursache fĂŒr IdentitĂ€tsdiebstahl in der Altersgruppe der 35- bis 64-JĂ€hrigen abgelöst. Die Zahl solcher Übernahmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 78 Prozent und macht nun 27,2 Prozent aller gemeldeten FĂ€lle aus.

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Technische Angriffe verdrÀngen soziale Manipulation

Die Daten, die den Zeitraum von April 2025 bis MÀrz 2026 abdecken, zeigen einen deutlichen Trend: WÀhrend klassische Betrugsmethoden mit 36,1 Prozent aller FÀlle zwar weiterhin bedeutend sind, sank ihr Anteil von 43,1 Prozent im Vorjahr. Technische Kompromittierungen wie unbefugte GerÀtezugriffe stiegen dagegen von 15,3 Prozent auf nunmehr 27,2 Prozent.

Als Hauptwerkzeuge fĂŒr diese Übernahmen identifizieren Branchenanalysten sogenannte Infostealer-Malware – darunter Varianten wie Raccoon, Redline und Vidar. Diese Schadsoftware schleicht sich unbemerkt auf GerĂ€te und stiehlt Zugangsdaten, Passwörter und andere sensible Informationen.

Besonders alarmierend: 26 Prozent der Opfer erleben gleichzeitig zwei oder mehr IdentitĂ€tsverbrechen. Etwa 2,5 Millionen gestohlene Konten kursieren derzeit in UntergrundmĂ€rkten. Die globalen Verluste durch IdentitĂ€tsbetrug ĂŒberstiegen 2025 die Marke von 50 Milliarden Euro.

Lieferketten als Einfallstor fĂŒr Unternehmen

Die Zunahme von Angriffen auf EndgerĂ€te geht einher mit wachsenden Verwundbarkeiten in Unternehmensnetzwerken. Ein Bericht von Willis Towers Watson vom 19. Juni 2026 zeigt: Drittanbieter sind mittlerweile fĂŒr 50 Prozent aller Datenverlust-VersicherungsansprĂŒche verantwortlich. Diese VorfĂ€lle verursachen zudem 29 Prozent der direkten UnternehmensschĂ€den.

Die Versicherungsdaten, die auf rund 5.500 SchadensfĂ€llen aus ĂŒber 95 LĂ€ndern basieren, heben Ransomware als teuerste Schadenskategorie hervor. In einem dokumentierten Fall beliefen sich die Kosten fĂŒr einen globalen Hersteller auf ĂŒber 80 Millionen Euro. Besonders betroffen sind Finanzinstitute: Mit durchschnittlichen Verlusten von 6,9 Millionen Euro pro Vorfall liegen sie mehr als doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Rund 70 Prozent dieser SchĂ€den entfallen auf regulatorische und Compliance-Kosten.

KĂŒnstliche Intelligenz befeuert globale Betrugsnetzwerke

Interpols Cybercrime-Abteilung schlĂ€gt Alarm: KĂŒnstliche Intelligenz senkt die EinstiegshĂŒrde fĂŒr Cyberkriminelle drastisch. In einem Bericht vom 19. Juni 2026 stellt die Behörde fest, dass CyberkriminalitĂ€t in ĂŒber der HĂ€lfte der untersuchten LĂ€nder im asiatisch-pazifischen Raum mittlerweile mehr als 30 Prozent aller Straftaten ausmacht.

Die Diskussionen ĂŒber Deepfakes in kriminellen Foren stiegen allein im ersten Halbjahr 2024 um 600 Prozent. Die Folge sind immer ausgefeiltere Betrugsmaschen. In Hongkong ĂŒberwies ein Mitarbeiter umgerechnet 25 Millionen Euro, nachdem er wĂ€hrend eines Deepfake-VideogesprĂ€chs getĂ€uscht worden war.

Organisierte Betrugsnetzwerke, die von Kambodscha, Laos, Myanmar und den Philippinen aus operieren, erzielen schĂ€tzungsweise 40 Milliarden Euro jĂ€hrlich durch Investmentbetrug und Liebesbetrug. Das Ausmaß dieser AktivitĂ€ten belegen auch US-Behörden: Das FBI meldete fĂŒr 2025 Verluste von fast 900 Millionen Euro durch KI-gestĂŒtzte Betrugsmaschen. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC verzeichnete fĂŒr 2024 Gesamtverluste durch Betrug in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.

Mobile Banking im Visier der Hacker

Die Bedrohung fĂŒr mobile EndgerĂ€te verschĂ€rft sich rasant. Ein Bericht des Sicherheitsunternehmens Zimperium vom 20. Juni 2026 identifiziert 34 aktive Malware-Familien, die derzeit 1.243 Finanzanwendungen in 90 LĂ€ndern angreifen.

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Die Zahl der Android-Banking-Malware-Transaktionen stieg 2025 um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bekannte Schadsoftware-StÀmme wie TsarBot und Hook können mittlerweile mehr als 60 Prozent der weltweiten Banking-Apps angreifen. Rund die HÀlfte dieser Malware-Familien enthÀlt Erpressungs- oder Ransomware-Funktionen. Allein in den USA stieg die Zahl der angegriffenen Banking-Apps von 109 im Jahr 2023 auf 162.

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