Ikea-Marktplatz: Secondhand-Möbel kosten im Schnitt 60 Prozent weniger
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Trend zu rein funktionalem Minimalismus in den eigenen vier Wänden weicht zunehmend neuen Wohnansprüchen. Berichte aus dem Oktober 2026 verdeutlichen, dass viele Haushalte auf die Kombination aus Secondhand-Möbeln und bedarfsgerechten Küchenplanungen setzen, um einen individuelleren und ressourcenschonenden Wohnraum zu gestalten. Neben handfesten Kostenvorteilen spielen dabei der Wunsch nach Langlebigkeit und eine Abkehr von sterilen Wohnkonzepten eine zentrale Rolle.
Hohe Einsparungen durch gebrauchte Einrichtung
Wie deutlich die finanzielle Entlastung durch gebrauchte Einrichtungsgegenstände ausfallen kann, zeigt das Beispiel einer fünfköpfigen Familie an der australischen Gold Coast. Nach ihrem Einzug im August 2026 stattete die Familie ihre Maisonettewohnung mit drei Schlafzimmern fast vollständig mit gebrauchten Gegenständen aus.
Während eine KI-basierte Schätzung die Kosten für eine komplette Neueinrichtung zuvor auf 8000 bis 16.000 Australische Dollar (rund 4500 bis 9000 Euro) beziffert hatte, beliefen sich die tatsächlichen Gesamtausgaben auf rund 5200 Australische Dollar (etwa 2900 Euro).
Zu den Einsparungen zählten unter anderem ein Kingsize-Bett samt Matratze und zwei Nachttischen für 650 Australische Dollar (rund 360 Euro) gegenüber einem Neupreis von 2828 Australischen Dollar ohne Matratze.
Ein gebrauchtes Sofa schlug mit 800 Australischen Dollar zu Buche, während das Neumodell bei etwa 2800 Australischen Dollar gelegen hätte. Ergänzt wurde der Kauf durch einen Spiegel für 275 Australische Dollar sowie einen Kühlschrank, dessen Preis um 50 Australische Dollar nachverhandelt wurde.
Abschied vom kühlen Küchenminimalismus
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Parallel zur wachsenden Beliebtheit von Gebrauchtmöbeln verändert sich die Gestaltung von Küchenräumen. Bereits im Jahr 2023 verzeichneten Einrichtungshändler steigende Verkäufe bei offenen Regalen, gemusterten Fliesenspiegeln und farbigen Geräten, während Bestellungen für glänzend weiße Fronten stagnierten.
Eine Londoner Küchendesignerin berichtete laut Branchendaten, dass bei der Hälfte ihrer neuen Aufträge vor kurzem renovierte Küchen nachträglich entminimalisiert würden. Auch Umfragen europäischer und US-amerikanischer Küchenmarken spiegeln den Wunsch nach einer sanfteren Funktionalität wider.
Die Innenarchitektin Sofia Raman verwies darauf, dass sich die komfortabelsten Küchen dadurch auszeichneten, dass man im Alltag ohne langes Nachdenken wisse, wo etwa der Wasserkocher stehe.
Diesen Wandel untermauern die Branchentrends für das Jahr 2026. Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), beschreibt für 2026 eine Nachfrage nach beruhigten Oberflächen, warmen Naturtönen wie Sand, Macchiato, Coffee, Taupe und Greige sowie sanft gerundeten Formen. Gefragt seien supermatte Fronten, matte Kochfelder und Arbeitsplatten in Naturstein-Optik.
Plattformen und Handwerk im Re-Commerce-Markt
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Große Möbelkonzerne reagieren auf diese Nachfrage nach Zweitnutzung. Ikea startete in Großbritannien eine Peer-to-Peer-Plattform für Secondhand-Ware, nachdem der Service bereits in Schweden und Spanien eingeführt worden war. Auf dem Marktplatz, von dem Artikel wie Matratzen oder Elektrogeräte ausgeschlossen sind, liegen die Preise im Schnitt 60 Prozent unter vergleichbaren Neuprodukten.
Laut einer Ikea-Untersuchung kauften im Vorjahr 63 Prozent der Befragten in Großbritannien über Wiederverkaufsplattformen – ein Anstieg um 51 Prozent gegenüber 2024. Eine Sprecherin der Ingka-Gruppe gab an, dass neun Prozent des europäischen Secondhand-Möbelmarkts auf Produkte der Marke entfallen.
Auch im gehobenen Handwerk und auf lokaler Ebene gewinnt die Weiterverwendung an Bedeutung. So ließ die dänische Designerin Josephine Yaa Akuamoa eine fünf Jahre zuvor von Garde Hvalsøe gebaute Holzküche aus ihrem Atelier in ihr neues Kopenhagener Wohnhaus umziehen.
Garde-Hvalsøe-Geschäftsführer Søren Lundh Aagaard bezeichnete die bauliche Anpassung der Bestandsfronten an den Neubau als Herausforderung und klares Statement für den Werterhalt von Möbeln.
Ergänzt werden solche Initiativen durch regionale Angebote: Am 11. Oktober 2026 eröffnete der Landkreis Karlsruhe am Entsorgungszentrum Bruchsal den Container „Tauschrausch“, der Bürgerinnen und Bürgern eine kostenlose Weitergabe gebrauchter Gegenstände ermöglicht.
