Ikea-Wohnmonitor, Schweizer

Ikea-Wohnmonitor: 56 Prozent der Schweizer Haushalte streiten monatlich ĂŒber Ordnung

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Sotomo-Erhebung zeigt, wie AufrÀumgewohnheiten, Zwischenlager und unterschiedliche Vorstellungen von ZustÀndigkeit den Wohnalltag prÀgen.
Ein minimalistischer, aufgerÀumter Kellerraum mit Regalen und Lagerboxen in einer Schweizer Wohnung. Illustration mit AI erstellt.

Eine Erhebung des Forschungsinstituts Sotomo fĂŒr den sogenannten Ikea-Wohnmonitor gewĂ€hrt Einblicke in das AufrĂ€umverhalten und die Wohnroutinen der Schweizer Bevölkerung.

FĂŒr die Untersuchung wurden vom 13. bis zum 30. April 2026 insgesamt 2410 Personen befragt; die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,0 Prozentpunkten. Die Untersuchung identifiziert klare Problemzonen in den Haushalten, beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Anspruch und RealitĂ€t und zeigt, wo im Wohnalltag Konflikte entstehen.

Zwischen Ordnungswunsch und behelfsmÀssigen Lösungen

FĂŒr das persönliche Wohlbefinden spielt eine aufgerĂ€umte Wohnung eine zentrale Rolle: 66 Prozent der Befragten fĂŒhlen sich zu Hause nur dann wohl, wenn aufgerĂ€umt ist. Bei 63 Prozent entspricht der Alltag tatsĂ€chlich diesem Anspruch. Allerdings unterscheiden sich die angewandten Methoden deutlich nach Generationen.

WĂ€hrend 59 Prozent der Bevölkerung mindestens wöchentlich systematisch aufrĂ€umen, schieben 48 Prozent die Dinge behelfsmĂ€ssig beiseite. Bei den Personen bis 35 Jahre greifen 55 Prozent zu solchen behelfsmĂ€ssigen Lösungen, wohingegen 68 Prozent der Befragten im Alter von ĂŒber 55 Jahren systematisch Ordnung schaffen.

Trotz guter VorsĂ€tze klafft beim Ausmisten eine LĂŒcke: Zwar nehmen sich 55 Prozent eine jĂ€hrliche EntrĂŒmpelung vor, doch lediglich 38 Prozent fĂŒhren diese letztlich durch. Zu den grössten Herausforderungen zĂ€hlen NebenrĂ€ume. Der Keller ist fĂŒr 29 Prozent der Befragten der am schwersten zu ordnende Ort, gefolgt vom Reduit mit 21 Prozent.

Lediglich 23 Prozent gaben an, dass ihnen Ordnung nirgends schwerfalle. Rund 70 Prozent lagern selten Genutztes im Keller; dazu zĂ€hlen bei 79 Prozent saisonale Artikel und bei 74 Prozent sentimentale ErinnerungsstĂŒcke. Fotos stellen dabei fĂŒr ein Drittel den wertvollsten Gegenstand dar.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema befasst, bemerkt schnell: Unordnung im Außen sorgt oft fĂŒr Chaos im Kopf und kostet tĂ€glich wertvolle Energie. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie man mit wenigen Handgriffen Ordnung schafft und Ballast abwirft. In 3 Schritten Ballast abwerfen

Chaos-Schubladen und feste Zwischenlager

Feste PlĂ€tze zur Zwischenlagerung sind fast universell verbreitet: 96 Prozent der Befragten nutzen einen solchen Ort. Drei von vier Haushalten besitzen eine klassische Chaos-Schublade, 37 Prozent verfĂŒgen sogar ĂŒber mehrere davon. Darin landen vor allem Elektronikartikel (60 Prozent) und BĂŒromaterial (41 Prozent).

Auch der Kleiderstuhl ist etabliert: 58 Prozent der Befragten nutzen einen Stuhl oder Sessel fĂŒr getragene Kleidung, 28 Prozent greifen auf eine Kleiderleiter zurĂŒck. Im Durchschnitt befinden sich darauf 3 bis 4 KleidungsstĂŒcke, wobei Frauen im Schnitt auf 4,2 und MĂ€nner auf 3,4 Teile kommen.

Als ordentlichster Raum im Haus gilt die KĂŒche, wo 86 Prozent feste PlĂ€tze fĂŒr GegenstĂ€nde aufweisen, dicht gefolgt vom Wohnzimmer mit 76 Prozent. Dennoch kennt nur jede zweite Person den genauen Inhalt des Vorratsschranks.

Anzeige

Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst dafĂŒr, ihr Leben zu entrĂŒmpeln und ihren Konsum zu hinterfragen. Wie ein minimalistischerer Lebensstil nicht nur Platz schafft, sondern auch die LebensqualitĂ€t nachhaltig steigert, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. Minimalismus-Ratgeber kostenlos als PDF entdecken

Bei Alleinlebenden sind es immerhin zwei Drittel, in Familien jedoch weniger als die HĂ€lfte. Gut ĂŒberblickt werden vor allem Milchprodukte und Eier (67 Prozent), wĂ€hrend Getreide und Kartoffeln nur bei 27 Prozent im Blick bleiben.

Konfliktpotenzial im Zusammenleben

Ordnung erweist sich im Zusammenleben als das dominierende Streitthema. 56 Prozent der Haushalte verzeichnen mindestens einmal im Monat Diskussionen darĂŒber, 26 Prozent sogar mindestens wöchentlich. Damit liegt das Thema vor Bereichen wie Sauberkeit und Hygiene (20 Prozent), Bildschirmzeiten (19 Prozent) sowie der Verteilung der Hausarbeit (10 Prozent). In Familien mit Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren fĂŒhren fast drei Viertel (72 Prozent) wöchentlich Diskussionen ĂŒber Spielsachen.

In Partnerschaften gehen die Wahrnehmungen ĂŒber die ZustĂ€ndigkeiten oft auseinander: WĂ€hrend 65 Prozent der MĂ€nner die Arbeit als gleichmĂ€ssig aufgeteilt wahrnehmen, sehen sich 57 Prozent der Frauen in der Hauptverantwortung. Zugleich Ă€rgern sich 37 Prozent der Frauen mindestens einmal pro Woche ĂŒber Unordnung, bei den MĂ€nnern sind es 28 Prozent.

Um Spannungen zu umgehen oder Fakten zu schaffen, greifen viele zu drastischen Massnahmen: Knapp die HÀlfte der Frauen und ein Viertel der MÀnner haben bereits GegenstÀnde anderer entsorgt; 36 Prozent taten dies sogar heimlich.

Zudem versteckt ein Drittel der Befragten Dinge vor Mitbewohnern – in Familien sind es 41 Prozent. HĂ€ufigste Versteckobjekte sind intime GegenstĂ€nde mit 51 Prozent und Snacks mit 35 Prozent.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70453558 |