Illegale Einreisen: Von 3.700 auf 11 – Österreichs Biometrie-Erfolg
26.06.2026 - 16:34:32 | boerse-global.de
Innenminister Gerhard Karner präsentierte heute eine App, mit der Polizisten Fingerabdrücke direkt per Smartphone-Kamera scannen und mit Datenbanken abgleichen können. Das Land gehört damit zu den ersten weltweit, die diese Technologie flächendeckend im Streifendienst einsetzen.
600 Beamte testeten die Software
Die Einführung folgt auf einen mehrmonatigen Probebetrieb seit Herbst 2025. Rund 600 Polizisten führten dabei über 1.300 Scans durch. Der große Vorteil: Verdächtige müssen nicht mehr zur Dienststelle gebracht werden. Der Abgleich läuft direkt auf der Straße.
Die Praxisreife stellte sich schnell unter Beweis. So gelang die Festnahme eines kroatischen Staatsbürgers, gegen den seit 20 Jahren ein EU-Haftbefehl wegen Betrugs und Fälschung vorlag. Auch zwei mutmaßliche Drogenhändler konnten identifiziert und festgesetzt werden.
Der Einsatz mobiler Identifizierungstechnologien und biometrischer Daten unterliegt strengen regulatorischen Rahmenbedingungen durch den EU AI Act. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Risikoklassen der neuen Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Weniger illegale Einreisen
Das Innenministerium sieht die App auch als Werkzeug gegen illegale Migration. Die Aufgriffszahlen sind drastisch gesunken: Waren es im Oktober 2022 noch rund 3.700 Fälle, zählte die Polizei in der vergangenen Woche nur elf. Die mobile Biometrie soll helfen, Identitäten an Grenzen und im Inland schneller zu klären.
Ă–sterreich zeigt sich bei UN
Die Technologie soll internationale Beachtung finden. Für Juli 2026 ist eine Präsentation bei den Vereinten Nationen in New York geplant.
Während Behörden neue Identifizierungssysteme einführen, müssen auch Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien an die veränderte technologische Bedrohungslage anpassen. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und aktuelle gesetzliche Anforderungen rechtssicher erfüllen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen: So schützen clevere Unternehmer ihre Firma vor Cyberangriffen
Parallel dazu verabschiedete der Sächsische Landtag gestern ein neues Polizeigesetz. Es erlaubt unter anderem KI-gestützte Videoüberwachung und biometrische Fernidentifizierung. Anders als in Österreich liegt der Fokus dort auf der automatisierten Auswertung von Bildmaterial im öffentlichen Raum.
