Illinois, Versicherungskontrolle

Illinois verschärft Versicherungskontrolle: Tarifprüfung ab Juli 2027

31.05.2026 - 10:42:55 | boerse-global.de

Illinois erhält weitreichende Prüfbefugnisse für Versicherungstarife. Asiatische Märkte stellen auf neue Bilanzierungsstandards um.

Illinois verschärft Versicherungskontrolle: Tarifprüfung ab Juli 2027 - Foto: über boerse-global.de
Illinois verschärft Versicherungskontrolle: Tarifprüfung ab Juli 2027 - Foto: über boerse-global.de

Von den USA über Asien bis nach Europa verschärfen Aufsichtsbehörden die Kontrolle.

Illinois verschärft Kontrolle bei Hausrat- und Kfz-Versicherungen

Der US-Bundesstaat Illinois hat am 29. Mai zwei wegweisende Gesetze verabschiedet. Die neuen Regelungen, HB 4273 und SB 714, geben der Versicherungsaufsicht weitreichende Befugnisse bei der Prüfung von Tarifen für Hausrat- und Kfz-Policen. Ab Juli 2027 kann die Behörde künftig entscheiden, ob vorgeschlagene Prämien überhöht, unzureichend oder unfair diskriminierend sind.

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Besonders brisant: Versicherer dürfen neue Tarife zwar sofort umsetzen, doch die Aufsicht hat 60 Tage Zeit, um überhöhte Kosten zu beanstanden. Wird ein Verstoß bestätigt, drohen Rückzahlungen an die Kunden. Zudem müssen Prämienerhöhungen über zehn Prozent den Versicherten 60 Tage vorher angekündigt werden. Ein weiterer Kernpunkt: Die Kosten aus anderen Bundesstaaten dürfen nicht auf die Kunden in Illinois abgewälzt werden.

Parallel dazu prüft die US-Steuerbehörde IRS ihre Richtlinien für Lebensversicherungen. Megan McGuire vom IRS-Beratungsstab kündigte auf einer Fachtagung an, dass die bestehenden Verfahren aus dem Jahr 2008 auf den Prüfstand kommen. Betroffen sind vor allem gescheiterte Lebensversicherungsverträge und modifizierte Endowment-Verträge.

Asien setzt auf neue Bilanzierungsstandards

In Indonesien haben die Steuerbehörden die Übergangsregelungen zum neuen Rechnungslegungsstandard PSAK 117 konkretisiert. Die Verordnung PER-5/PJ/2026, die am 20. April in Kraft trat, erlaubt für das Steuerjahr 2025 eine doppelte Berechnungsbasis für Einnahmen und Ausgaben. Versicherer müssen geprüfte PSAK-117-Abschlüsse und detaillierte Berechnungen ihrer Jahreserklärung beifügen.

Taiwan zeigt, wie die neuen Standards die Gewinnstrukturen verändern. Die Cathay Life Insurance veröffentlichte ihre Quartalszahlen nach IFRS 17. Das Versicherungsergebnis erreichte umgerechnet rund 330 Millionen Euro – das sind 55 Prozent des Vorsteuergewinns und damit mehr als das Finanzergebnis. Der Vertragsservice-Marge (CSM) stieg auf umgerechnet rund 15,1 Milliarden Euro.

Südkorea und Griechenland: Unterschiedliche Trends

Die aktuellen Daten aus Südkorea und Griechenland zeigen, wie unterschiedlich sich die Märkte entwickeln:

  • Südkorea: Die Lebensversicherer verzeichneten im ersten Quartal einen Gewinnsprung von 40,6 Prozent auf umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro. Grund sind CSM-Auflösungen und Kapitalerträge. Die Schadenversicherer hingegen mussten einen Gewinneinbruch von 12,3 Prozent hinnehmen – steigende Schadenquoten in der Kfz-Versicherung und Kursverluste bei Anleihen belasten die Bilanzen.

  • Griechenland: Die griechische Notenbank meldete einen leichten Rückgang der Bilanzsumme der Versicherer um 0,5 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro. Schuldverschreibungen bleiben mit 48,2 Prozent die dominierende Anlageklasse.

Neuseeland plant neue Abgabe

Die neuseeländische Regierung kündigte im Rahmen des Haushalts 2026 eine neue Vorsichtsabgabe für 81 lizenzierte Versicherer an. Ziel ist es, über vier Jahre rund 290 Millionen Euro einzunehmen. Nach einer Konsultationsphase sollen die endgültigen Regelungen Mitte 2027 stehen.

Kapitalanforderungen und Transparenz

Die US-Versicherungsaufsicht NAIC hat den 31. Dezember 2026 als Stichtag für neue Offenlegungspflichten festgelegt. Dann müssen Versicherer ihre Privatplatzierungsanleihen mit privaten Ratings quantifizieren. Hintergrund: Ende 2025 fehlte bei fast jedem fünften Wertpapier eine abschließende Meldung.

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In Brasilien stellen sich die Versicherer auf das neue Gesetz 15.040/2024 ein. Es führt risikobasierte Kapitalkategorien ein und setzt eine gesetzliche Frist von 120 Tagen für die Regulierung großer Gewerberisiken. Versäumen die Versicherer diese Frist, verlieren sie das Recht, den Anspruch abzulehnen.

Positive Signale für Generali

Trotz der regulatorischen Verschärfungen gibt es auch positive Nachrichten. Die Ratingagentur Moody's hob am 29. Mai die Finanzstärke der Generali-Gruppe von A2 auf A1 an – mit stabilem Ausblick. Am selben Tag veröffentlichte die International General Insurance Holdings ihren Finanzbericht für 2025 und dokumentierte die Einhaltung der Solvabilitäts- und Kapitalstandards.

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