WWF, BrÀnde

WWF: BrĂ€nde in Brasilien vernichten unberĂŒhrten Regenwald

14.09.2024 - 04:00:40

Im Amazonasgebiet wurden seit Jahresbeginn fast 88.000 BrĂ€nde gezĂ€hlt. VerschĂ€rft wird die Lage durch eine extreme DĂŒrre. NaturschĂŒtzer warnen, dass bald ein Kipppunkt erreicht werden könnte.

Die verheerenden WaldbrĂ€nde im brasilianischen Amazonasgebiet vernichten zunehmend auch unberĂŒhrten Regenwald. 53 Prozent der im August in der Region registrierten BrĂ€nde konzentrierten sich in sogenanntem PrimĂ€rwald, teilte die Umweltschutzorganisation WWF anlĂ€sslich des Tags des Tropenwaldes am Samstag mit. Nur 13 Prozent der BrĂ€nde traten in kĂŒrzlich abgeholzten Gebieten auf. «Es wird gezielt bisher unberĂŒhrter Regenwald in Brand gesetzt», sagte der Lateinamerikaexperte des WWF, Roberto Maldonado. «Die BrĂ€nde werden genutzt, um illegal Land zu erschließen. Das ist ein Milliarden-GeschĂ€ft.»

Derzeit toben im brasilianischen Amazonasgebiet die schwersten BrĂ€nde seit knapp 20 Jahren. Seit Jahresbeginn wurden in der Region fast 88.000 Feuer registriert, wie aus Daten des fĂŒr die SatellitenĂŒberwachung zustĂ€ndigen Instituts fĂŒr Weltraumforschung (Inpe) hervorgeht. Das war der höchste Wert fĂŒr den Zeitraum bis Mitte September seit 2005. VerschĂ€rft wird die Lage in diesem Jahr durch eine schwere DĂŒrre.

Nach Angaben des WWF wurden rund 20 Prozent des ursprĂŒnglichen Regenwaldes bereits zerstört. Wissenschaftler rechnen demnach damit, dass bei einer zerstörten FlĂ€che von 25 Prozent vernichteten Waldes ein Kipppunkt in der Region erreicht wird. Dann könne es zu starken und teils unaufhaltsamen und unumkehrbaren VerĂ€nderungen im Ökosystem kommen. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Klimagases CO2 bindet, hat er auch fĂŒr das Weltklima große Bedeutung.

 

@ dpa.de