Indien-Regulierung: 500 Millionen WhatsApp-Nutzer im Visier
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 08:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Betroffen sind Messaging-Dienste wie WhatsApp, Telegram und Signal sowie die Konzerne Meta und Google.
Einheitliche Regeln für alle Messenger
Das indische IT-Ministerium (MeitY) arbeitet seit dem 11. Juli an einem gemeinsamen Regulierungsrahmen für Messaging-Apps. Auslöser war ein Streit um die geplante „Username“-Funktion von WhatsApp. Die Behörden sehen darin erhebliche Risiken für Identitätsdiebstahl und Betrug.
Bereits einen Tag später verschickte das Ministerium formelle Aufforderungen an WhatsApp, Telegram und Signal. WhatsApp, das in Indien rund 500 Millionen Nutzer zählt, und Telegram haben bereits Stellungnahmen eingereicht, die derzeit geprüft werden. Ein indischer Anbieter reagierte vorsorglich: Zohos Messaging-App Arattai deaktivierte seine Username-Funktion freiwillig.
Der Handlungsdruck ist enorm: Allein 2025 erlitten Inder durch Cyberbetrug Schäden in Höhe von umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro.
Spam-Bekämpfung mit vereinten Kräften
Parallel dazu schaltet sich die indische Telekom-Regulierungsbehörde TRAI ein. Sie fordert Meta und Google auf, ihre internen Spam-Meldedaten mit dem nationalen Telekommunikationssystem zu teilen. Konkret geht es um Meldungen, die über WhatsApp und die Android-Telefon-App generiert werden.
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Diese Daten sollen in die bestehenden Systeme zur Betrugsbekämpfung (Distributed Ledger Technology und „Do Not Disturb“) einfließen. Bereits Anfang 2026 hatte die Behörde über 2,1 Millionen Telefonnummern abschalten lassen. Täglich melden rund 525.000 Nutzer Anrufe bestimmter Nummernserien als Spam – obwohl die Kennzeichnung dieser Serien offiziell verboten ist.
Altersbeschränkungen für soziale Medien?
Die Regierung denkt zudem über strengere Alterskontrollen nach. Hintergrund: Premierminister Narendra Modi hatte kürzlich Australiens Gesetzesinitiative gelobt, die soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren verbieten will.
Der IT-Minister bestätigte Gespräche mit Plattformen über Altersverifikation und Kinderschutz. Erste Bundesstaaten wie Karnataka und Andhra Pradesh haben bereits eigene Verbote auf den Weg gebracht.
KI-Regulierung und Kinderschutz
Der Vorstoß erfasst auch neue Technologien. Meta hat Berichten zufolge sein KI-Bildgenerierungstool „Muse“ eingestellt – offenbar wegen Datenschutzbedenken. Das IT-Ministerium prüft eigene Regeln für Künstliche Intelligenz.
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Zusätzlich geriet Meta wegen Werbung auf Instagram in die Kritik, die mit kinderpornografischem Material in Verbindung stehen soll. Die Entwicklungen deuten auf einen grundlegenden Wandel hin: Indien schließt Lücken im bestehenden IT-Gesetz und bereitet den Weg für eine umfassende digitale Regulierung.
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