Indien verschärft Cybersecurity: Neue Regeln für vernetzte Autos ab Oktober
05.07.2026 - 11:22:41 | boerse-global.de
Neue Regeln sollen Hackerangriffe auf hochautomatisierte Fahrzeuge verhindern.
Das Verkehrsministerium (MoRTH) hat einen Entwurf vorgelegt, der Cybersecurity-Managementsysteme (CSMS) und Software-Update-Managementsysteme (SUMS) für Fahrzeuge ab Automatisierungsstufe 3 vorschreibt. Bürger können binnen 30 Tagen Stellung nehmen. Die Änderungen am Zentralen Kraftfahrzeuggesetz von 1989 zielen darauf ab, Fahrzeuge vor Diebstahl und unbefugtem Fernzugriff zu schützen.
Gestaffelte Einführung bis 2029
Die neuen Regeln kommen schrittweise. Zuerst sind die modernsten Modelle dran:
- 1. Oktober 2026: Alle neuen Modelle ab Stufe 3 müssen die Standards erfüllen
- 1. April 2027: Bereits produzierte Modelle ab Stufe 3 ziehen nach
- 1. April 2028: Neue Modelle mit Over-the-Air-Updates (OTA) sind dran
- 1. Oktober 2028: Bestehende OTA-fähige Modelle folgen
- 1. Oktober 2029: Endgültige Frist für alle Fahrzeuge mit Software-Updates – egal ob per Funk oder Kabel
Betroffen sind Personenkraftwagen (Kategorie M), Lastwagen (Kategorie N) und Anhänger (Kategorie T) – sofern sie elektronische Steuergeräte (ECUs) verbaut haben.
Technische Standards nach UN-Vorbild
Die indischen Industrienormen AIS-189 (Cybersicherheit) und AIS-190 (Software-Updates) lehnen sich an die internationalen UNECE-Vorschriften R155 und R156 an. Das ist kein Zufall: Indien gleicht seine Standards an die USA, die EU, Japan und Südkorea an.
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Besonders im Fokus: Oberklasse-Modelle wie Mercedes-Benz S-Klasse, Audi A8 oder BMW 7er – sie bieten bereits heute hochentwickelte Assistenzsysteme. Doch nicht nur die Insassen sollen geschützt werden. Das Ministerium legt Wert auf sichere Programmierung, um Manipulationen an Batteriemanagementsystemen von Elektroautos zu verhindern.
Sicherheitslücken bei E-Rikschas
Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Erst kürzlich ordnete die Regierung die Entfernung mehrerer Apps an – darunter BAT-BMS, Lossigy und Epoch-i-ion. Der Vorwurf: Sie wurden genutzt, um Batterien in E-Rikschas ferngesteuert lahmzulegen.
Branchenbeobachter kritisieren seit Langem, dass Cybersicherheit bei der Elektromobilität in Indien stiefmütterlich behandelt wird. Virale Videos von gehackten E-Rikschas haben die Schwachstellen schonungslos offengelegt.
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Internationaler Trend
Indien ist mit dieser Entwicklung nicht allein. China hat kürzlich den ersten verbindlichen nationalen Standard für Fahrassistenzsysteme der Stufe 2 veröffentlicht – gültig ab Januar 2027. An dessen Ausarbeitung waren Tesla, BYD, Xiaomi und Huawei beteiligt.
Und es könnte noch weitergehen: S. Krishnan, Staatssekretär im Elektronik- und IT-Ministerium, deutete an, dass die Regierung ein separates Gesetz für Künstliche Intelligenz erwägt. Parallel laufen Gespräche mit internationalen Partnern über den Zugang zu fortschrittlichen KI-Modellen.
