Inflation 2,6%: Haushalte professionalisieren Finanzplanung
14.06.2026 - 02:04:33 | boerse-global.de
Im Mai 2026 lag die Teuerungsrate bei 2,6 Prozent. Zwar dämpfte der befristete Tankrabatt die Energiepreise etwas, doch Kraftstoffe und Heizöl fressen weiter am verfügbaren Einkommen. Die Folge: Viele Haushalte professionalisieren ihre Finanzplanung.
Sparen als Fixausgabe behandeln
Finanzexpertin Karoline Bliemegger rät zu einem einfachen Trick: Geld direkt nach dem Gehaltseingang aufteilen. „Sparen muss wie eine Fixausgabe behandelt werden", sagte sie Mitte Juni. Automatische Überweisungen verhindern, dass Kapital ungenutzt auf dem Girokonto versauert und an Wert verliert.
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Ihr Tipp: Tagesgeldkonten mit Zinsen von bis zu 4 Prozent checken. Allerdings gelten diese Konditionen oft nur zeitlich befristet für Neukunden.
Die Grundlage für klugen Umgang mit Geld entsteht übrigens viel früher. Einer Cambridge-Studie zufolge prägen sich wesentliche Finanzgewohnheiten bereits bis zum siebten Lebensjahr aus. Experten empfehlen daher: Kindern im Grundschulalter durch Taschengeld und Spargläser einen sichtbaren Umgang mit Geld ermöglichen.
Für den Vermögensaufbau reichen übrigens schon kleine Beträge. ETF-Sparpläne starten ab 25 Euro monatlich – und bauen langfristig einen beachtlichen Kapitalstock auf.
Sprit sparen, Urlaub kürzer
Der Kostendruck verändert das Verhalten vieler Menschen. Eine YouGov-Umfrage vom Juni zeigt: Fast jeder dritte Autofahrer lässt das Fahrzeug häufiger stehen. Besonders die Unter-30-Jährigen reagieren – 35 Prozent von ihnen fahren weniger. Und 41 Prozent der Befragten haben schlicht weniger Geld übrig.
Das betrifft auch die Ferienplanung. Laut ÖAMTC-Reisemonitoring müssen 83 Prozent der Österreicher bei ihrem Sommerurlaub sparen. Das Durchschnittsbudget liegt bei 1.189 Euro pro Person – Familien haben noch weniger zur Verfügung. Die Lösung: Frühbucherrabatte, Reisen in der Nebensaison oder Camping statt Hotel.
Bankgebühren checken, Kredite umschulden
Viele Haushalte verschenken Geld bei den laufenden Kontokosten. Eine Verivox-Marktanalyse vom April zeigt: 23 Prozent der Bankkunden zahlen jährlich über 100 Euro Gebühren für ihr Girokonto. Dabei gibt es kostenlose Modelle – doch nur wenige nutzen sie. Kein Wunder: Bei 19 Prozent der Befragten wurden die Gebühren im letzten Jahr erhöht.
Deutlich mehr Luft schafft die Umschuldung von Krediten. Die Marktzinsen sind im Vergleich zu vor zwei Jahren gefallen. Beispielrechnungen vom Mai zeigen: Bei einer Restschuld von 22.000 Euro sind über 1.000 Euro Zinsersparnis drin – selbst nach Abzug einer Vorfälligkeitsentschädigung.
Staatliche Hilfen nutzen
Anzeige: Viele Haushalte verschenken Geld bei Kontogebühren und Kreditzinsen. Eine Umschuldung kann bei 22.000 Euro Restschuld über 1.000 Euro Zinsersparnis bringen – und kostenlose Girokonten gibt es auch. Kostenlosen Leitfaden zur Gebührensenkung sichern
Für Haushalte mit niedrigem Einkommen bleiben Transferleistungen essenziell. Wohngeld als Miet- oder Lastenzuschuss kann das Budget stabilisieren – die Bewilligung hängt von individuellen Einkommensnachweisen ab.
Doch gerade Bezieher von Bürgergeld stehen unter Druck. Für 2025 und 2026 gab es eine Nullrunde bei den Regelsätzen. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Energie und Heizöl durch geopolitische Konflikte deutlich. Das IMK warnt: Haushalte mit geringem Einkommen trifft die Teuerung bei Grundbedürfnissen überproportional.
Schuldnerberatungen fordern daher eine korrekte Umsetzung der Regelungen zum Pfändungsschutzkonto. Nur so bleibt die finanzielle Existenzgrundlage betroffener Menschen gesichert.
