Infrastruktur-Pannen: Brand in Delhi legt Google Cloud lahm
11.06.2026 - 18:47:09 | boerse-global.de
Eine Serie von Infrastruktur-Pannen hat in dieser Woche digitale Dienste in Indien, Nordamerika und Australien massiv beeintrÀchtigt. Besonders schwerwiegend: Ein Brand in einem Rechenzentrum in Delhi traf Google Cloud und Netflix.
Brand in Delhi: Google-Dienste gestört
Seit dem 9. Juni kÀmpfen Nutzer in den indischen Metropolen Delhi, Mumbai und Chennai mit erheblichen EinschrÀnkungen bei Google Cloud. Ursache war ein Feuer im Rechenzentrum des Betreibers ST Telemedia GDC im Stadtteil Greater Kailash.
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Der Brand war bereits am 5. Juni in einem Batterieraum im dritten Stock ausgebrochen. Zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. Die eigentliche Katastrophe fĂŒr die digitale Infrastruktur folgte jedoch Tage spĂ€ter: In der Nacht zum 9. Juni fĂŒhrte der Brandschaden zu einer Notabschaltung der Stromversorgung. Davon betroffen war ein Google Cloud-Knotenpunkt in Delhi. Der Konzern musste den gesamten Datenverkehr umleiten.
Die wirtschaftlichen SchĂ€den sind enorm. Branchenkreise beziffern die Verluste an zerstörter AusrĂŒstung auf mehrere hundert Crore Rupien â umgerechnet Dutzende Millionen Euro. Neben Google traf es auch Netflix und zahlreiche lokale Internetanbieter. Zwar leitete Google den Verkehr um, doch Nutzer berichten von erhöhten Latenzen und Paketverlusten. Ein schneller Ausweg ist nicht in Sicht.
USA: FiberbrĂŒche legen Texas lahm
Auch in den USA lief es nicht rund. Am 9. Juni erschĂŒtterte eine massive Störung bei Verizon weite Teile von West-Texas und der Texas Panhandle. Ein gerissenes Glasfaserkabel war der ĂbeltĂ€ter. Ab 16:20 Uhr Ortszeit steckten tausende Kunden in StĂ€dten wie Abilene, San Angelo und Amarillo fest â ihre MobilgerĂ€te zeigten nur noch âSOS-Modus" an.
Auf dem Höhepunkt der Panne registrierten Tracking-Dienste ĂŒber 10.000 Störungsmeldungen landesweit. Betroffen waren sowohl Mobiltelefone als auch 5G-Heiminternet. Verizon gelang es, die Sprachdienste bis Dienstagabend wiederherzustellen. Die vollstĂ€ndige Entwarnung kam am 10. Juni um 5:00 Uhr morgens.
Parallel dazu legte ein groĂflĂ€chiger Internetausfall ab dem 11. Juni um 0:30 Uhr die Region Cumberland lahm. Diesmal traf es Server von Microsoft und Amazon in den Gebieten Virginia und Washington D.C. Die Folgen waren dramatisch: VoIP-Telefonie fiel aus, Geldautomaten streikten, Kreditkartenzahlungen waren nicht möglich.
Australien und Louisiana: Weitere Pannen
Die Probleme rissen nicht ab. In Louisiana mussten am 9. Juni alle Filialen der Kraftfahrzeugbehörde (OMV) schlieĂen. Grund: Ein Alt-System versagte wĂ€hrend der Installation neuer Netzwerkhardware.
In Australien bestĂ€tigte Vocus Support einen schweren Fiberbruch zwischen Melbourne und Anakie East vom 11. Juni â verursacht durch Bauarbeiten. Auch Optus meldete lokale MobilfunkausfĂ€lle in Teilen des Northern Territory am selben Tag.
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Indiens Rechenzentren: Wachstum mit Risiken
Die aktuellen AusfÀlle in Indien fallen in eine Phase rasanter Expansion. Die RechenzentrumskapazitÀt des Landes hat sich seit 2020 fast verdreifacht und liegt derzeit bei rund 1,5 Gigawatt. Prognosen sagen einen Anstieg auf 6,5 Gigawatt bis 2030 voraus.
Doch dieses Wachstum hat seinen Preis. Rechenzentren werden voraussichtlich 0,5 Prozent des nationalen Stromverbrauchs Indiens ausmachen und jĂ€hrlich 150 Milliarden Liter Wasser benötigen. Experten von WRI India schlagen Alarm: Ăber die HĂ€lfte dieser Anlagen befindet sich in wasserarmen Regionen. Das stellt langfristige Nachhaltigkeitsfragen â besonders mit Blick auf die schrittweise Umsetzung des Digital Personal Data Protection (DPDP) Act bis 2027.
