Ingwertee, Geriebene

Ingwertee: Geriebene Knolle enthält bis zu 9,3-mal mehr Wirkstoffe

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien stützen bestimmte Anwendungen von Ingwer und Honig; Fachleute betonen zugleich Grenzen und wichtige Vorsichtsmaßnahmen.
Frische Ingwerknollen, eine Holzreibe und ein Glas Honig auf einer rustikalen Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere Fachberichte und Veröffentlichungen widmen sich dem Nutzen und den Grenzen traditioneller Hausmittel bei alltäglichen Beschwerden. Im Fokus der Betrachtung stehen pflanzliche Wirkstoffe wie Ingwer sowie Kombinationen aus Papayasamen und Honig, deren Potenzial als komplementäre Ansätze von Behörden und in wissenschaftlichen Studien untersucht wird.

Klinische Belege für Ingwer und Hinweise zur Zubereitung

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Wirksamkeit von Ingwer geprüft. Für die Vorbeugung von Reiseübelkeit liegen demnach fundierte klinische Belege vor. Die Behörde empfiehlt dafür die Einnahme von ein bis zwei Gramm Ingwerpulver etwa eine Stunde vor der Abfahrt.

Hintergrund dieser Darreichungsform ist, dass die Wirkstoffe in getrocknetem Zustand konzentrierter vorliegen als in der frischen Knolle. Zudem deuten Untersuchungen darauf hin, dass Ingwertee bei bestimmten Formen von Übelkeit lindernd wirken kann.

Für die alltägliche Zubereitung von Aufgüssen gibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) methodische Hinweise: Um das Austreten von Scharfstoffen und ätherischen Ölen zu optimieren, sollte Ingwer möglichst fein geschnitten oder gerieben werden.

Eine im Fachmagazin „Journal of Food Science“ veröffentlichte Laborstudie aus dem Jahr 2026 bestätigte diese Praxis. Die Untersuchung ergab, dass Tee aus geriebenem Ingwer das 3,6- bis 9,3-Fache der wichtigsten Sesquiterpene enthielt im Vergleich zu einem Aufguss aus gewürfelten Ingwerstücken.

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Papayasamen und Honig als komplementäre Ansätze

Neben Ingwer stehen weitere pflanzliche Wirkstoffkombinationen im Blickpunkt wissenschaftlicher Erhebungen. Bereits im Jahr 2007 untersuchten Okeniyi et al. in einer im „Journal of Medicinal Food“ erschienenen Studie 60 Kindern mit Darmparasiten.

Eine Teilschnittgruppe erhielt einmalig 20 Milliliter eines Elixiers aus getrockneten Papayasamen und Honig, während die Kontrollgruppe mit 20 Millilitern reinem Honig behandelt wurde.

Nach einer Frist von sieben Tagen erwiesen sich 23 von 30 Kindern (76,7 Prozent) in der Elixier-Gruppe als parasitfrei. In der Vergleichsgruppe mit reinem Honig lag der Anteil bei 5 von 30 Kindern (16,7 Prozent). Schädliche Nebenwirkungen wurden in der Untersuchung nicht verzeichnet.

Unabhängig von Parasiteninfektionen zeigt die Studienlage, dass reiner Honig bei Kindern über einem Jahr zur kurzfristigen Hustenlinderung beitragen kann. Das Niedersächsische Landesamt mahnt jedoch zur Vorsicht: Säuglingen unter einem Jahr darf Honig wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus keinesfalls verabreicht werden.

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Grenzen der Selbstmedikation und hygienische Risiken

Trotz traditioneller Anwendungen verweisen Fachleute auf die klaren Grenzen pflanzlicher Mittel. Sie können leichte Beschwerden lindern, ersetzen bei schweren, anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen jedoch keinesfalls eine ärztliche Diagnose und Therapie. Zudem fehlt für sogenannte Entgiftungsversprechen jeglicher wissenschaftliche Beleg.

Hygienische Vorsicht ist auch bei Wundbehandlungen geboten. Herkömmlicher Speisehonig – einschließlich Bio- oder Manukahonig – ist kein steriles Produkt. Da er Sporen und Mikroorganismen enthalten kann, eignet er sich nicht für offene Schürfwunden; hierfür steht ausschließlich sterilisierter medizinischer Honig zur Verfügung.

Auch andere bewährte Hausmittel erfordern Sorgfalt bei der Handhabung: Apfelessig sollte aufgrund seines Säuregehalts stets verdünnt angewendet werden, um Schäden am Zahnschmelz oder Reizungen der Rachenschleimhaut zu vermeiden.

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