InnoTrans, Berlin

InnoTrans in Berlin: 3.170 Aussteller zeigen KI-Robotik für die Bahn

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Berliner Messe zeigt autonome Bahntechnik, digitale Wartung und alternative Antriebe; 2027 folgt der Start der InnoTrans Asia in Singapur.

InnoTrans 2026: KI, Robotik und 3.170 Aussteller in Berlin
Symbolic image: industrial robots on a production line Illustration mit AI erstellt.

Die Weltleitmesse für Verkehrstechnik InnoTrans ist am 22. September in Berlin mit einem deutlichen Schwerpunkt auf KI-gestützte Automatisierung und Robotik gestartet. Mit über 3.100 Ausstellern und 180 Weltpremieren unterstreicht die 15. Ausgabe der Messe die Transformation der Bahninfrastruktur durch digitale Technologien.

Die InnoTrans 2026 verzeichnete zum 30-jährigen Jubiläum eine Rekordbeteiligung. Nach Angaben der Messe Berlin ist die Veranstaltung mit 3.170 Ausstellern aus 59 Ländern die bislang größte Ausgabe der Messegeschichte.

Auf rund 200.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, die alle 42 Hallen sowie das Freigelände umfasst, präsentieren Unternehmen Lösungen für den autonomen Nahverkehr, Cybersicherheit und neue Antriebskonzepte. Dirk Hoffmann, COO der Messe Berlin, betonte die internationale Anziehungskraft der vollständig ausgebuchten Fachmesse.

KI-gestützte Inspektion und Robotik in der Infrastruktur

Ein zentrales Thema der diesjährigen Messe ist die Überwachung und Instandhaltung der Schieneninfrastruktur mittels künstlicher Intelligenz und Robotik. Die chinesische PCI Technology Group gab ihr Debüt auf der InnoTrans und stellte multispektrale Inspektionslösungen vor, die ultraviolettes, infrarotes und sichtbares Licht zur Überwachung von Stromabnehmern und Fahrleitungen nutzen.

Das Unternehmen schloss zudem eine strategische Kooperationsvereinbarung mit dem deutschen Spezialisten RPS für den europäischen Markt ab. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem Unterboden-Inspektionsroboter und Hinderniserkennungssysteme.

Weitere technologische Fortschritte in der Wartung präsentierten Downer aus Australien und die system7 rail holding. Während Downer ein automatisiertes Prüfsystem einsetzt, das Drohnen, LiDAR und Machine Learning zur Anomalieerkennung kombiniert, zeigte system7 den ersten voll digitalisierten Stopfroboter im Doppelschwellenmodus.

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Plasser & Theurer verwies in diesem Zusammenhang auf bereits erfolgte Live-Demonstrationen einer Maschine, die Weichen vollautonom ohne Bedienpersonal stopfen konnte, um dem zunehmenden Personalmangel entgegenzuwirken.

Fahrzeuggenerationen mit integrierter Intelligenz

Im Bereich der Schienenfahrzeuge rücken „digital-intelligente“ Plattformen in den Mittelpunkt. CRRC präsentierte mit „VELLINK“ eine neue fahrerlose Metro-Plattform. Die Züge nutzen sogenannte embodied AI im Massentransit und verfügen über eine Karosserie aus Aluminium sowie Komponenten aus Kohlenstofffaser.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h integriert das System biometrische Erkennung und holografische Projektionen in den Bedienoberflächen. Ein ebenfalls vorgestellter smarter Metro-Zug ist mit über 600 Sensoren ausgestattet, die den Fahrzeugzustand in Echtzeit überwachen.

Hitachi Rail kündigte an, ab 2027 alle neuen Fahrzeuge mit der Sensortechnologie HMAX auszustatten. Durch die Nutzung der NVIDIA-Plattform könne die Verarbeitung von Videomaterial zur Fahrleitungsüberwachung nun in Echtzeit am Edge erfolgen, was zuvor mehrere Tage in Anspruch genommen habe.

Das Unternehmen gab an, dass die Technologie bereits auf rund 2.500 Zügen installiert sei und bei autonomen Straßenbahnen die Wartungskosten um bis zu 15 Prozent senken könne.

Wertorientierte KI-Strategien und alternative Antriebe

Alstom verfolgt bei der Implementierung von KI einen wertorientierten Ansatz. Wie das Unternehmen berichtete, müssen Teams vorab prüfen, ob der Einsatz von KI einen konkreten Mehrwert generiert. Dabei spielen auch ökonomische Faktoren eine Rolle: Der Wechsel von GPT-4 zu neueren Versionen wie GPT-5.6 könne die Betriebskosten für die Datenverarbeitung massiv erhöhen. Für Wartungsteams setzt Alstom den KI-Assistenten „Talk to My Train“ ein, der Betriebsdaten und Engineering-Dokumentation verknüpft.

Im Außen- und Gleisbereich sind 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern zu sehen. Der Fokus liegt hier verstärkt auf emissionsfreien Lösungen. CRRC zeigt eine 2.000-kW-Wasserstoff-Hybridlokomotive, während Stadler Rail unter anderem eine wasserstoffbetriebene Schmalspurbahn präsentiert.

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Hyundai Rotem stellte das Design eines künftigen Hochgeschwindigkeitszugs sowie das Modell einer wasserstoffbetriebenen Tram vor, die auf physischer KI für autonomes Fahren basiert.

Internationale Vernetzung und Marktentwicklung

Die Messe dient zudem als Plattform für neue globale Allianzen. Am 23. September startete das European Network of Infrastructure Managers (ENIM). Parallel dazu stärkt die Messe ihre Präsenz im asiatischen Raum: Die InnoTrans Asia wird im September 2027 in Singapur debütieren.

Auch außereuropäische Großprojekte sind vertreten, so unter anderem die California High-Speed Rail Authority mit einem eigenen Stand, flankiert von rund 50 weiteren Ausstellern aus den USA.

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